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Bei unserem vergangenen Sommerurlaub in Büsum im Jahr 2025 haben wir es endlich geschafft, das Wikingermuseum Haithabu zu besuchen. Zugleich hatte ich entdeckt, dass es passenderweise im Museum Schloss Gottorf in Schleswig eine Sonderausstellung mit dem Namen „Wikingerdämmerung – Zeitenwende im Norden“ gab. Deswegen haben wir einen Wikingertag eingelegt und neben Haithabu noch diese Sonderausstellung besucht. Die Sonderausstellung soll mit Mythen über die Wikinger aufräumen und dabei erläutern, wie es zur Hochphase der Wikinger kam und welche Auswirkungen diese hatte. Wendepunkt der Wikingerhochzeit ist sicherlich die Zerstörung des nahe gelegenen Haithabus im Jahr 1066. Mit diesem Wendepunkt fiel England zudem an die Normannen unter Wilhelm. Auf über 1000 Quadratmetern Fläche wird versucht, bestimmte stereotype Narrative über die Wikinger aufzubrechen. Es soll darum gehen, die Volksgruppe nicht nur als kriegerische Eroberer darzustellen, sondern sie auch mit ihrem Handel und Seefahrerdasein zu zeigen. Konzipiert hat die Ausstellung das Landesmuseum mit dem Museum Haithabu und dem Leibniz-Zentrum für Archäologie.
Während mein Besuch in Haithabu eine beeindruckende Museumserfahrung war, hat mich die Sonderausstellung nicht überzeugen können. Schon der erste Raum inklusive digitaler Spielemöglichkeiten ist nicht in ein Gesamtkonzept eingebunden, ein Mehrwert für mich ist nicht erkennbar. Grundsätzlich will mir die Ausstellung eine Antwort auf die Frage „Wer waren die Wikinger?“ geben, doch die Konzeption führt mich nicht an dieser Frage entlang. Das Hoch der Wikinger ist sicherlich mit den kriegerischen Eroberungszügen verbunden. Die Ausstellung macht zumindest deutlich, dass man die Wikinger nicht exklusiv darauf reduzieren sollte. Durch die präsentierten Ausstellungsstücke werden die Wikinger als Handwerker sichtbar und man ist von der feinen Bearbeitung durchaus beeindruckt. Der Handel zur See ist durch ihre Fähigkeiten im Schiffsbau befördert worden. Wir erfahren durch die Ausstellung, welche politischen, wirtschaftlichen und religiösen Veränderungen diese Zeit prägten. Mir ist jedoch der rote Faden hierbei nicht ersichtlich geworden. Spektakulärster Teil ist als Objekt ein Nachdruck des Teppichs von Bayeux. Seine Narrative bilden ein Zentrum, denn er verewigt die Zeitenwende durch die normannischen Erfolge. Vieles der prägenden Auswirkungen der Wikingerkönigszeit ist am Morsumer Schatzfund absehbar. Dieser Fund, der auf der Insel Sylt im Jahr 2017 erfolgte, brachte unter anderem eine prächtige Ringfibel zum Vorschein und ist ein herausragendes Beispiel für frühmittelalterlichen Schmuck. Natürlich sind ebenfalls Waffenteile oder restaurierte Steigbügel zu sehen, allerdings erschlagen einen diese Ausstellungsstücke und sie sind nur schwer in die jeweiligen historischen Entwicklungen einzuordnen. Die Konzeption war bemüht, anhand von Verweisen auf die archäologische Analyse historische Forschung lebendig zu machen, aber bei mir, der Geschichte im Nebenfach des Studiums hatte, ist dies nicht geglückt. Die Ausstellung hat es nicht geschafft, mir zu meinem bisherigen Wissen einen Mehrwert zu verschaffen, die Multimediaeinbindungen haben bei mir keine gute Resonanz erzeugt. Grundsätzlich habe ich an diesem Tag viel über Wikinger gelernt, aber Haithabu war hier die prägende Erfahrung.
Werbung aus Liebe zur Geschichte
Wertung: 🐧🐧🐧
