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Collins, Suzanne: Die Tribute von Panem – Rezension

Die Romantrilogie „Die Tribute von Panem“ ist ein Meilenstein der Jugendfantasy und begeistert die Leserschaft aus meiner Sicht zurecht. Die Bücher beeindrucken durch ihre tolle Hauptfigur und eine actionreiche Handlung. Der Entwurf des dystopischen Staates greift moderne Entwicklungstendenzen auf und liefert der Trilogie die nötige aktuelle Relevanz.

Panem war angekündigt und soll nun auch endlich Thema auf diesem Blog sein. Doch bevor hier etwas zum frisch erschienenen Prequel zu lesen ist, soll noch ein Blick zurück auf die Trilogie geworfen werden. Für mich ein vollkommen neuer Blick, denn bisher hatte ich keines der Bücher gelesen. Wie das an mir vorbeigehen konnte?

Vielleicht liegt es daran, dass mich jeder Hype um ein Buch erst einmal skeptisch werden lässt und ich lieber das Besondere suche. Man kann diese Haltung durchaus auch als arrogant sehen, aber besser kann ich es wahrscheinlich nicht erklären. Anlässlich des neuen Bandes wollte ich dieses Versäumnis aber nun korrigieren und kann vorwegnehmen, dass ich den Hype für berechtigt halte. Im Folgenden bespreche ich die komplette Trilogie.

Um was geht es?

Auch wenn viele die Bücher schon kennen, soll zunächst ein kleiner Blick auf den Inhalt geworfen werden. In Panem werden jedes Jahr die sogenannten Hungerspiele veranstaltet. Das Land ist in verschiedene Distrikte eingeteilt und jeder dieser 12 belebten Distrikte muss jährlich einen Jungen und ein Mädchen für diese Spiele abstellen, die sogenannten Tribute. Diese treten im Kampf auf Leben und Tod gegeneinander an. Damit möchte die Regierung an das Ende kriegerischer Konflikte erinnern und gegen zukünftige Aufstände mahnen. Die 16-jährige Katniss meldet sich freiwillig und nimmt den Platz ihrer eigentlich ausgelosten jüngeren Schwester ein.

Die Spiele werden als TV-Ereignis inszeniert und Katniss zeigt Kampfesmut und Geschick. Zudem gesteht der männliche Tribut aus ihrem Distrikt ihr seine Liebe. Nun geht es in der Spielarena um Leben, Tod und die Liebe und auch die Frage wem man vertrauen kann. Ausgehend von diesen Spielen zeigt sich zudem das politische System als fragil und hinterfragungswürdig. Kann Katniss diese Chance nutzen, die Spiele zu überleben und eine Gegenspielerin des Systems werden?

Meine Einschätzung zum Buch

Suzanne Collins hat schon mit ihrer Gregor-Reihe bewiesen, dass sie eine tolle Fantasy-Autorin ist. Die Panem-Trilogie ist aber ein wahrer Meilenstein dystopischer Literatur. Wie schon erwähnt, habe ich zu den drei Bänden zum ersten Mal gegriffen und diese mit großer Begeisterung zu Ende gelesen. Collins gibt ihrem Werk zunächst die nötige aktuelle Relevanz, in dem sie ihren Weltentwurf an Beobachtungen unserer Gegenwart ausrichtet. Das Prinzip der Hungerspiele und das daraus entstehende TV-Ereignis hat auch in die Fernsehunterhaltungsindustrie in ähnlicher Form Einzug gehalten. Im Feuilleton wird bei Diskussionen oftmals auch der Vergleich zu den römischen Gladiatorenspielen gezogen. Ähnliche Funktion nehmen die Hungerspiele auch in Panem ein. Zwar ist es kein klassisches Brot und Spiele System, da der Abschreckungsgedanke wichtig ist und doch überzeugt der Weltentwurf in seiner Logik und sorgt direkt für Assoziationen.

Panem ist in verschiedene Distrikte aufgeteilt, die auch deutliche soziale Unterschiede markieren. Um Aufstände zu vermeiden, sollen die Hungerspiele an die Entbehrungen von Kriegen erinnern. Für die Bewohner des Kapitols sind die Spiele aber auch klassische Unterhaltung. Dieses Ereignis wird aus der Sicht der Teilnehmerin Katniss geschildert und somit ist die Leserschaft mitten in der Arena. Extremsituationen werden nah geschildert und man rennt mit Katniss um ihr Leben. Durch den strukturierten Weltentwurf muss sich Collins auch nicht in Detailbeschreibungen üben und Langatmigkeit wird vermieden. Katniss ist als Protagonistin ein Trumpf der Trilogie. Sie verliert sich nicht in stundenlangen Gedankenspielen, zeigt Emotionen wo diese nötig sind, trifft Entscheidungen und beeindruckt mit ihrem Kampfesmut. Immer wieder stehen neue Herausforderungen an, doch durch diesen eigenwilligen und zielorientierten Hauptfigurencharakter folgt man als Leser*In gerne.

Auch wenn sich über die gesamte Trilogie Handlungselemente wiederholen, muss man festhalten, dass diese immer wieder mit Neuerungen angereichert werden, sodass keine Langeweile aufkommt. Die Liebesgeschichte ist über drei Bände hinweg eine glaubhafte Jugendromanze und überlagert nie wichtige Handlungselemente. Schwächen zeigen die 1200 Seiten wenn überhaupt, beim Verlassen der Katniss-Perspektive, wenn dies nötig ist um Zusammenhänge zu erläutern. Ansonsten überzeugt die Trilogie umfassend. Katniss wird durch ihren Charakter und ihre Taten ohne, dass dies ihr Ziel gewesen ist, zu einer glaubwürdigen Systemgegenspielerin. Die dystopische Welt ist in sich logisch aufgebaut, die wichtige Rolle von Medien als Stabilitätsanker politischer Systeme wird toll verdeutlicht und man bleibt als Leser*In gespannt dabei. Charakterstarke Figuren, ein innovativer Weltenentwurf, klare Erzählstruktur, gepaart mit flüssigem Stil, machen schnell deutlich, warum wir es hier mit einem Weltbestseller zu tun haben.

Suzanne Collins:

Die Tribute von Panem – Trilogie

Oetinger Verlag

Band 1 Tödliche Spiele ISBN: 978-3789121272

Band 2 Gefährliche Liebe ISBN: 978-3789121289

Band 3 Flammender Zorn ISBN: 978-3789121296

Preis: jeweils 24,00€

https://www.oetinger.de/

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Golien, Marie: Cainstorm Island – Rezension

„Cainstorm Island“ ist ein packender Thriller, der seine Leserschaft in mögliche Abgründe von Digitalisierung und Unterhaltungsindustrie führt. Die Hauptfigur Emilio wird sofort zum Gefährten, dem man den Erfolg einfach wünschen muss. Es ist ein Lesegenuss, der hoffentlich einen zweiten Band fordert.

Ebenfalls passend für die Panem-Woche ist eines meiner Lesehighlights aus dem vergangenen Jahr. „Cainstorm Island“ von Marie Gollien ist ein richtig toller Jugendthriller. Ähnlich wie in der Panem-Welt ist auch hier die Lebenswirklichkeit der ärmeren Bevölkerung TV-Unterhaltung für die Reichen zu sein. Diese Storygrundlage ist der erste herausragende Aspekt, der mich zum Lesen brachte.

Um was geht es?

Die Hauptfigur Emilio lebt im Armenbereich der Cainstorm Islands und versucht die Schulden seiner Familie zu begleichen. Diesem Armenbereich steht das reiche Asania gegenüber und um die dort lebenden Bewohner*Innen zu unterhalten, implantiert die Firma Eyevision Chips, die wie eine GoPro das Geschehen rund um die betroffene Person übertragen. Dies geschieht  auch bei Emilio. Dessen Leben wird über diesen Chip dann live übertragen. Emilio wird für diesen Deal bezahlt und kann damit seine Familie ernähren, in dem er seine Fanbasis durch waghalsige Sprünge erweitert. Eines Tages gerät er in das Gebiet einer kriminellen Gang und tötet im Aufeinandertreffen einen der Anführer. Ab diesem Zeitpunkt steigt seine Einschaltquote und motiviert die Firma sich in die nun stattfindende Jagd einzumischen. Kann Emilio den Verbrechern und seinem Deal entkommen?

Meine Einschätzung zum Buch

Marie Gollins Buch ist ein packender Jugendthriller, der mit coolen Charakteren und Ideen aufwarten kann. Trumpf des Buches ist neben der Story die erzählerische Gestaltung. Die Perspektive des Helden Emilio prägt das Buch und dies verbindet sich mit der Storygrundlage der Liveübertragung. Die Leserschaft verfolgt das Geschehen somit größtenteils wie ein TV-Publikum in Kameraperspektive. Damit werden wir den Menschen in Asania in der Betrachtung gleichgesetzt. Die Momente in denen keine Übertragung stattfindet sind dann aber dafür dienlich uns mit der Situation von Emilio besser auseinanderzusetzen. Emilio ist ein starker Protagonist, dessen familiäre Situation ihn antreibt. Um die Familie zu schützen, geht er den TV Deal ein. Die Gegenüberstellung der beiden grundsätzlichen Lebenswelten ist nachvollziehbar und sorgt für ein besseres Verständnis des Jungen und seiner Situation. Entstehender Hass und daraus resultierende Gewalt begegnen einem direkt ohne das man nicht von ihrer Wirkung erfasst wird. Wir sind ganz klar auf der Seite von Emilio und fiebern mit ihm bei den Herausforderungen.

Dies alles wird in hohem Erzähltempo berichtet, weswegen nie Langeweile entsteht und man bis zum Ende am Ball bleibt. Letzteres präsentiert uns dann auch noch einen Cliffhanger, der auf einen zweiten Teil hoffen lässt.

Highlight ist und bleibt aber die Idee hinter der Handlung, die mich in gewisser Weise an die Panemwelt erinnert. Emilio ist gezwungen mit seinem Leben zu unterhalten und dies resultiert aus einer Gesellschaft, die in Arm und Reich gespalten ist. Diese Art der Liveübertragung von Lebenswirklichkeit ist für die jugendlichen Leser*Innen durchaus greifbar. Digitalisierung und das Ausstellen privater Lebensinhalte sind mittlerweile Alltag in unserer Lebenswelt. Ebenfalls erinnern Handlungselemente an bestimmte Muster, die uns auch aus der Unterhaltungsindustrie bekannt vorkommen. Als Leser*In muss man sich durchaus die Frage stellen, welche Meinung man selbst zu diesen Themen hat und was man bereit ist als unterhaltendes Element in einer Gesellschaft zu akzeptieren.

Dies alles wird auch bei jugendlichen Lesern Anschluss finden und auch wenn sich die Story stärker an Jungen zu richten scheint, so ist das Buch ein packender Pageturner für Jugendliche ab 14.

Marie Golien:

Cainstorm Island – Der Gejagte

dtv  Verlag

ISBN: 978-3-423-76242-7

Preis: 17,95€

https://www.dtv.de/buch/marie-golien-cainstorm-island-der-gejagte-76242/?gclid=CjwKCAjwtqj2BRBYEiwAqfzur7eUR88sqE_KIDj6OVb-5ytVuXbWVia1f1FjBSFjugLiBYX8GikQURoCLncQAvD_BwE

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Frisch, Lina: Falling Skye – Rezension

„Falling Skye“ entführt seine Leser*Innen in die Gläserne Welt, wo man emotionalen und rationalen Menschen getrennte gesellschaftliche Funktionen zuweist. Die Protagonistin Skye steht nun vor ihrer Testung und während der anstehenden Prüfungen beginnen bei ihr Zweifel am System zu wachsen. Toller und spannender Dystopie-Auftakt!

In Zeiten gesellschaftlicher Erregung treffen Emotionen und Rationalität noch sichtbarer aufeinander. Lina Frisch bietet in ihrem Debütroman ein spannendes Setting zu diesem Thema an. Damit wird dem Genre der Dystopie ein weiterer Gesellschaftsentwurf hinzugefügt. Passend zu dieser Woche, in der das Prequel zu den Tributen von Panem erscheint, rezensieren wir diesen bei Coppenrath erschienen Titel. Die Faszination für Geschichten, die in negativen gesellschaftlichen Entwicklungen spielen ist ungebrochen.

Um was geht es?

Die Vereinigten Staaten sind zur Gläsernen Nation geworden. Die Grundlage ist die Einteilung der Menschen in Rationale und Emotionale. Die Protagonistin Skye ist sich sicher, dass sie zu den Rationalen gehören wird und bereitet sich akribisch auf ihre Testung vor. Sie ist absolut systemüberzeugt und kann nachvollziehen, dass die rationalen Menschen mit den wichtigsten Aufgaben betreut werden. Doch dann werden die Testungshandlungen verändert und im Auswahlprozess verschwinden Mädchen. Skye beginnt sich zu fragen was dahinter steckt und ihre beginnenden Zweifel kollidieren mit den Gefahren des Systems.

Meine Einschätzung zum Buch

Skye ist eine lebendige Protagonistin, die so geschildert wird, dass man sich schnell mit ihr identifiziert. Sie versucht ihren Platz im System zu finden und bildet eigene Weltansichten. Wir folgen ihr als Leserschaft bei diesem Entwicklungsprozess, da die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt wird.

Die Dystopie geht mit der politischen Grundordnung einer spannenden Frage nach. Gibt es Vor- und Nachteile von rationalen oder emotionalen Menschen, die diese für bestimmte Rollen in unserer Gesellschaft qualifizieren? Genau dies in der Ankündigung der Story zu lesen hat bei mir den Wunsch ausgelöst,, dieses Buch zu lesen. Die Geschichte entwickelt sich in einem konsequenten Spannungsbogen. Der Weg durch die Testung war immer das große Ziel von Skye, nie zweifelte sie an ihrer Eignung zur Rationalen. Jedoch muss sie anhand der Prüfungen schnell erkennen, dass es Änderungen im System gibt und man ihr nie die komplette Wahrheit offenbart hat. Die 22-jährige Autorin versteht ihr Handwerk und dies beeindruckt mich. Zwar gibt es an einigen Stellen jugendliche Schwärmereien, allerdings verfällt sie nicht in die Kitschfalle. Die Prüfungen werden detailliert beschrieben und durch den Protagonistenblick kann man die Situationen nachspüren.

Die Testreihen führen alle Beteiligten an ihre Grenzen. Das System zeigt sein rücksichtsloses Gesicht und ist fern moralischer Grenzen. Einer der Testleiter folgt Skye auf Schritt und Tritt, ohne dass seine konkrete Rolle zu durchschauen ist. Im Gegensatz dazu entfremdet sich ihr Jugendfreund zunehmend von ihr. Skye entdeckt Ungereimtheiten am System zu entdecken und ihr Fokus auf die Prüfungen wird dadurch beeinträchtigt. Gebannt begleitet man sie durch die schwerer werdenden Herausforderungen.

Lina Frisch greift mit ihrem Weltentwurf die spannende Frage nach Funktionalität innerhalb eines Gesellschaftssystems auf. Die Philosophie ist stark geprägt vom Gedanken der Vernunft als Motor für gesellschaftliche Entwicklung. Allerdings benötigt Vernunft immer solide Faktenlagen und dabei wird Empathie vernachlässigt. Frisch zeigt auf, dass Vernachlässigung der Emotionalität ebenso Gefahren birgt und bezieht dies auch auf die Geschlechterverhältnisse. Das Buch beantwortet nicht alle aufgeworfenen Fragen, sondern deutet mit einem Cliffhanger die Richtung für die geplante Fortsetzung an. Abschließend kann man festhalten, dass der jungen Autorin mit ihrem Debüt eine spannende Dystopie gelungen ist. Gerade in diesen Panem-Vorfreudetagen darf auch dieses Buch allen Hunger-Games-Fans nahe gelegt werden.

Lina Frisch:

Falling Skye. Kannst du deinem Verstand trauen?

Coppenrath Verlag

ISBN: 978-3-649-63344-0

Preis: 20,00€

https://www.spiegelburg-shop.de/produkt//63344/falling-skye-bd-1-kannst-du-deinem-verstand-trauen/

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Benning, Anna: Vortex. Der Tag, an dem die Welt zerriss – Rezension

Anna Benning präsentiert in „Vortex“ einen spannenden Weltentwurf mit actiongeladener Handlung. Der Schreibstill zieht den Leser schnell in seinen Bann und zeigt wenig Schwächen. Nach der Lektüre ist man gespannt auf die Weiterentwicklung von Themen und Charakteren in der Fortsetzung.

Es sind wieder einige interessante Debüts in diesem Frühjahr erschienen, die sich mit Dystopien beschäftigen. Es scheint im Trend zu liegen, mögliche negative Gesellschaftsentwicklungen als Grundlage für gute Romane zu nehmen. Auch der Fischer Verlag hat den Auftakt einer neuen Jugendreihe im Programm. Anna Benning beginnt ihre Vortex-Reihe mit dem ersten Band „Der Tag, an dem die Welt zerriss“ und entführt uns in eine gespaltene Welt.

Um was geht es?

Energiewirbel, sogenannte Vortexe, haben die Welt verändert und dabei auch die Bewohner in Gruppierungen gesplittet. In dieser Welt kommt den Läufern eine wichtige Aufgabe zu. Es ist an ihnen das System gegen Bedrohungen zu verteidigen. Um die besten Kräfte auszuwählen findet das Vortexrennen statt und in diesem startet unsere Protagonistin Elaine. Es ist ihr großes Ziel das Rennen zu gewinnen. Der Wettkampf ist äußerst gefährlich, denn es wird durch Energiewirbel gesprungen. Schnell zeigt sich im Rennen, dass sie über besondere Kräfte verfügt, welche die Welt ins Wanken bringen können. Schon bald ist nicht mehr klar wer Jäger und Gejagter ist.

Meine Einschätzung zum Buch

Die Storyankündigung und das tolle Cover haben dieses Buch auf meine Leseliste gebracht. Der Reiz des Buches liegt für mich tatsächlich in der tollen Idee und den kreativen Beschreibungen dieser Welt. Die Geschichte wird uns komplett aus der Perspektive von Elaine erzählt. Dies gelingt Anna Benning vor allem in den Actionszenen richtig gut. Schon zu Beginn des Romans taucht man sofort in die Geschichte ein und springt quasi mit der Hauptfigur durch die energiegeladenen Vortexe. Auch wenn Elaine an einigen Stellen etwas zu sehr in Teenienaivität verfällt, so wägt sie doch stark in ihren Handlungen ab. Ihr starker Wille sorgt dafür, dass sie die Herausforderungen des Rennens meistert und der Sieg möglich wird. Das Tempo des Geschilderten mit den starken Actionszenen ist stimmig und lässt einen das Buch nur schwer weglegen. Durch die Protagonistensicht muss sich Benning auch nicht in zu langen Beschreibungen und Erklärungen verlieren, sondern als Leser beginnen wir mit Fortschreiten der Handlung die Welt Stück für Stück zu begreifen. Die Beschreibungen der jeweiligen Gegenden passen sich den Rollenbildern der Figuren an. Während des Rennens zeigt sich, dass die Veränderungen der Welt durch die Energiewirbel auch zu einer gesellschaftlichen Spaltung geführt haben.

Erschien zu Beginn Elaine und auch uns als Leser*Innen alles nachvollziehbar, entdeckt man nun in den geschilderten Systemgegnern durchaus interessante Ansätze und beginnt Sympathien zu zeigen. Auffallend ist es, dass es auch in diesem Buch um die Kontrolle von Affekten und Emotionen geht. Ähnlich wie  bei einer weiteren Frühjahrsnovität (Lina Frisch – Falling Syke) ist dies die Grundlage für die Einteilung der Gesellschaft. Einer hochtechnologisierten Welt werden Menschen entgegengestellt, die sich naturverbunden zeigen. Dies drückt sich auch in den Beschreibungen aus. Für die Naturbewohner und ihre Wohnhäuser wird mehr sprachlicher Raum genutzt und dies stärkt den stimmigen Gesamteindruck des Buches.

Mir persönlich hat dieser Auftakt gut gefallen. Die Frage nach der Unterdrückung von Andersartigkeit und der Streit um die Rolle der Natur sind aktuelle Themen, die in der Fortsetzung vielleicht auch mehr Gewicht erhalten. Der erste Teil deutet vieles nur an, hat aber aufgrund der tollen Action Potenzial geweckt. Der erste Band der Vortex-Reihe ist ein lesenswerter dystopischer Auftakt für Fantasyfans und all jene die nach Lesetoff suchen, der ähnliche Themen wie die Panem-Trilogie anspricht. Auch wenn Benning mit ihrem Debüt nicht an Panem heranreichen kann, so wird dieses Buch diesem Leserkreis sicherlich gefallen.

Coververwendung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Verlags

Anna Benning:

Vortex. Der Tag, an dem die Welt zerriss

Fischer KJB Verlag

ISBN: 978-3-7373-4186-8

Preis: 17,00€

https://www.fischerverlage.de/buch/anna_benning_vortex_der_tag_an_dem_die_welt_zerriss/9783737341868

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Allmendinger, Jutta / Wenzel, Jan: Die Vertrauensfrage – Rezension

Dieses schmale Buch schafft es auf beeindruckende Weise die Bedeutung von Vertrauen für Gemeinschaften und deren Funktionieren aufzuzeigen. Das Buch ist gut gegliedert und verständlich geschrieben, selten haben es Soziologen so gut geschafft ihre Forschungen für mich greifbar zu machen.

Der Corona-Blues hatte mich fest im Griff. Auf dieses Jahr 2020 hatte ich mich sehr gefreut. Endlich sollte mein Blog starten und ich wollte unbedingt wieder mehr Kultur in mein Leben aufnehmen. Viele kulturelle Veranstaltungen waren eingeplant und natürlich erfasst einen bei corona-bedingten Absagen die Wut. Deshalb bin ich aber noch nicht auf die Idee gekommen, mich wütend vor den Wiesbadener Landtag zu stellen. In einer solchen Zeit braucht es auch kritische Stimmen, aber erleben wir aktuell die richtige Dimension von Kritik. In keinen Berichten über den Widerstand wurde über Forderungen für die geplagte Gastronomie, Hotellerie oder das Reisegewerbe berichtet. Die Demonstrantinnen machen sich auch nicht Gedanken um die kindliche Erziehung und Bildung, nein die eigene Freiheit ist der Triebmotor. Also genau jene Freiheit die auch ich vermisse, wenn ich nicht auf Kulturveranstaltungen gehen kann. Aber deshalb sehe ich im Tragen einer Maske keinen Maulkorb, glaube nicht das Politiker uns versklaven wollen, sondern ich denke an den Schutz der Gesundheit. Vollkommen in den Hintergrund gerät der Schutz gefährdeter Personen und wird von einer Wut verdrängt, die nicht bereit ist Entbehrungen auf sich zu nehmen. Diese Erkenntnis enttäuscht, doch einem Buch ist gelungen mich wieder etwas positiver zu stimmen. Jutta Allmendinger und Han Wenzel haben „Die Vertrauensfrage“ geschrieben und sich als passendes Buch für diese Zeit erwiesen. Überhaupt nicht im Fokus war dieser Titel, erst ein Auftritt von Allmendinger bei Anne Will begeisterte mich so, dass ich unbedingt nach diesem Titel greifen wollte und ich habe es nicht bereut.

Um was geht es?

Die beiden Sozialforscher widmen sich in ihrem Buch der wichtigen Frage nach der Kraft, welche unsere Gesellschaft zusammenhält. In ihrem schmalen Werk gelingt es Ihnen der Leserschaft zunächst die Bedeutung von Vertrauen für das eigene Leben und die Gemeinschaft zu erläutern. Anhand von statistischen Auswertungen eines Fragenkatalogs zeigt das Autorenteam im Anschluss, dass viele von der Gesellschaft ein zu negatives Bild haben. Es gibt einen feststellbaren Unterschied bei der Bewertung bestimmter Aspekte für das eigene Leben und der Einschätzung darüber wie wichtig dies anderen ist. Diese Diskrepanz lässt Vertrauen bröckeln. Im abschließenden Kapitel werden dann Lehren aus der Analyse als politische Vorschläge angeboten.

Meine Einschätzung zum Buch

Mich hat dieses Buch deshalb so eingenommen, da ich mich immer wieder damit beschäftigt habe, wie stabil unsere demokratischen Verhältnisse sind. In vielen Ländern und auch bei uns habe ich den Eindruck gewonnen, dass unser System Vertrauensverlust zu beklagen hat. Jutta Allmendinger und Jan Wenzel machen in ihrem Buch Mut, denn sie zeichnen kein zu kritisches Bild.

Zunächst wird den Leser*Innen erläutert was es mit Vertrauen als elementarem Bestandteil für das Funktionieren von Gemeinschaft auf sich hat. Dabei wird auch gezeigt, dass Vertrauen in kleinen sozialen Gruppen funktioniert, aber es immer schwieriger wird, diese Gruppen miteinander zu verbinden. Entscheidend für Vertrauen ist auch ein Gefühl von Kontrolle, denn nur dann sind wir auch bereit uns auf einen Gegenüber einzulassen. Dies erklären die Beiden durch gut gewählte Beispiele, die einleuchten und einem auch selbst bekannt sind. Jedoch braucht es ein gelungenes Maß beim Kontrollverhältnis, denn auch das Risiko eines Vertrauensvorschusses ist genuin für unser Zusammenleben. Das Buch kombiniert persönliche Schilderungen mit statistischen Auswertungen. Das Werk basiert auf Daten der Vermächtnisstudie.

In dieser haben die Forscher Menschen Fragen gestellt, die ermitteln sollten, wie man selbst bestimmte Aspekte schätzt und wie man dies bei Anderen erwartet. Dabei geht es um den Wunsch nach Gemeinschaft, dem Willen zur Veränderung oder dem Verhältnis zum Leistungsgedanken, um nur einige Aspekte zu nennen. Abgeglichen wird dies dann mit der Erwartungshaltung an Andere und da tritt eine Diskrepanz auf. Diese muss zwangsläufig zu Vertrauensverlusten führen. Es hat mich überrascht, wie einfach dies dargestellt wurde und wie positiv die Befragten natürlich in gewisser Abhängigkeit zum sozialen Status eingestellt waren. Trotzdem glaubt niemand das diese Positivität in der Gemeinschaft ebenfalls vorhanden ist. Ein gemeinsames Gefühl für das gemeinsame Erreichen von Zielen ist jedoch der Schlüssel um auch politisches Vertrauen herzustellen. Nach dieser Lektüre sind keine Identitätsdebatten entscheidend, sondern die Vertrauensfrage.

Abschließend werden Lösungsvorschläge angeboten, die für ein neues Verständnis vom Verhältnis Bürger und Staat werben. Ersterem soll eine gewisse Grundsicherung zustehen und die Freiheit sich zu entwickeln, letztere kann dafür ein Vertrauen erwarten und das Befolgen bestimmter Regeln. Genannt seien hier bekannte Mittel wie Grundeinkommen oder Bürgerversicherung. Entscheidend ist aber ganz klar die Frage der Wichtigkeit des Bildungssektors und dies leuchtet absolut ein.

Egal wie man zu den Lösungsansätzen steht, der Clou des Buches liegt in dem Beweis der Wichtigkeit, der Vertrauensfrage für unsere Gemeinschaft. Das Buch ist schlüssig aufgebaut und eröffnet gekonnt Denkräume, die bei mir auch Zuversicht erzeugten. Es sind lesenswerte Seiten, die auch dabei helfen sich dieser Tage mit unserer Gemeinschaft auseinanderzusetzen.

Jutta Allmendinger und Jan Wenzel:

Die Vertrauensfrage

Duden Verlag

ISBN: 978-3-411-75642-1

Preis: 16,00€

https://shop.duden.de/Shop/Die-Vertrauensfrage

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Sahin, Cemile: Taxi – Rezension

„Taxi“ ist ein phänomenaler Roman, der mich als Leser*In auf spannende Weise mit Kriegserlebnissen und ihren Auswirkungen konfrontiert. Mit dem Setting eines Drehbuchs werden Opferrollen abgewiesen. Auf tragische und manchmal grotesk anmutende Art werden Szenen anschaulich und nachfühlbar dargestellt. Mich hat das Buch mit seiner tollen Bauweise einfach umgehauen.

Den einzigen Roman den ich, vor dem Leseabend „Qualitätskontrolle“ in Frankfurt nicht auf dem Schirm hatte, war „Taxi“ von Cemile Sahin. Leider konnte die Autorin aus gesundheitlichen Gründen nicht nach Frankfurt reisen, doch dank der beiden Kolleginnen wurde Einblick in ihren Roman gewährt. Im Anschluss an diesen schönen Literaturabend ging es also mit zwei bestätigten Tipps und einem neuen Roman nach Hause. Schnellstmöglich wollte ich in den Roman von Sahin einsteigen und ich nehme es ganz klar vorweg, dieser Roman hat mich positiv umgehauen.

Um was geht es?

Der Roman entführt uns in ein Land, welches mit den Auswirkungen eines kriegerischen Konfliktes kämpft. Rose Kaplan muss ohne ihren Sohn Polat auskommen. Dieser ist weder tot noch lebendig aus dem Krieg heimgekehrt, wird aber solange vermisst, dass man ihm eine Beerdigung mit leerem Sarg verschafft hat. Rose will jedoch nicht trauern und sich der Situation ergeben. Stattdessen hat sie ein Drehbuch für seine Rückkehr verfasst. Die Mutter castet einen jungen Mann, der ihrem Sohn ähnlich sieht und möchte auf diesem Wege ein Stück Familienleben zurückgewinnen. Die Grenzen zwischen Drehbuch und Realität verschwimmen, bedrohen die Akzeptanz, der von der Mutter geplanten Fiktion und sorgen für Spannung zwischen den beiden Hauptfiguren.

Meine Einschätzung zum Buch

Die Idee des Romans ist etwas ganz besonderes und entfaltet bei mir als Leser*In eine herausragende Wirkung. Die Filmfiktion der Mutter greift das Thema Kriegsabgründe auf eine Art und Weise auf, die ich so noch nie gelesen habe. Damit gelingen Sahin viele Kunstgriffe auf einmal und mir schießen viele Assoziationen in den Kopf. Zum einen ist das Abwehren der Opferrolle zu nennen. Die Mutter wird selbst aktiv, statt sich in die passive Trauerrolle zu wenden und muss doch an diesem Vorhaben auch scheitern.

Der Roman gliedert sich in Episoden einer Serie und die Filmästhetik drückt sich auch in den Beschreibungen und den Dialogen aus. Beispielhaft sei hier der Beginn des Romans genannt, in dem wir eine Folterszenerie geschildert bekommen. Drastische Bilder und der Blick eines Beteiligten lassen einen wie eine Filmkamera die Szene begleiten. Sofort wird man als Leser*In in den Kriegshintergrund versetzt, ohne das erläuternde Einstiege braucht. Grotesk im Vergleich dazu kommt der Plan der Mutter im Roman. Tragik und Komik scheinen in diesem Zusammenhang in Opposition zu stehen, doch der Roman zeigt auch, wie nah diese Gegensätze in Ausnahmesituationen rücken.

Die Szenen des Romans wechseln zwischen jenen, in denen die Mutter deutlich die Regieoberhand hat und jenen, in denen der Kontrollverlust dominiert. Das Making of der Serie beginnt das Drehbuch zu überholen. Die Realität kann eben nicht gleich einem Film funktionieren und gerade diese Erkenntnis treibt die Leselust voran. Es sind die Unwägbarkeiten des menschlichen Verhaltens, die unser Leben vor Herausforderungen stellen und die im Leben und auch in diesem Roman für Spannung sorgen. Filmische Szenerien sind nur eine Nachahmung der Realität, können diese aber nicht genau abbilden und diese Erkenntnis verfestigt sich im Leser. So komme ich auch zu folgendem Gedanken: Krieg ist in meinem Leben ein abwesendes Thema. Kontakt erhalte ich einzig und allein über die mediale Berichterstattung und bin quasi nur Zuschauer eines Filmes. Nie laufe ich Gefahr bei dieser Art von Kontakt die Kontrolle zu verlieren, dies zeigt mir der Roman aber auf eindrückliche Art und Weise.

Der gecastete Sohn ist Ich-Erzähler des Romans und somit zielführend für unseren Blick auf den Kampf zwischen Realität und Fiktion. Von einem Außenstehenden wird er zum Protagonisten eines fremden Lebens. Er kämpft darum die Rolle als Sohn auszufüllen und dabei nicht die eigene Identität gänzlich zu verlieren. Authentisch gegenüber allen Wegbegleiter*Innen und Polats Familie zu bleiben ist eine nicht zu lösende Aufgabe. Diese Konflikte unterhalten mich spannend ohne dass ich das Gelesene zu schnell verdränge. Vieles bleibt zurück und dies ist der tollen Gestaltungsidee der Handlung zu verdanken. Dieses ästhetisch mutige und innovative Buch ist definitiv jetzt schon eines meiner Lesehighlights im Jahr 2020.

Cemile Sahin:

Taxi

Korbinian Verlag

ISBN: 978-3-9821220-1-4

Preis: 20,00€

http://www.korbinian-verlag.de/derkauf/dasbuch/taxi-cemile-sahin/
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Glanz, Berit: Pixeltänzer – Rezension

„Pixeltänzer“ begeistert mit humorvoller Schilderung der Start-Up Arbeitswelt ohne ins Lächerliche zu kippen. Die Gedankenwelt der Hauptfigur ist äußerst unterhaltsam und dem Handlungsstrang über das expressionistische Tänzerpaar folgt man gebannt. Der Roman bietet eine gelungene Komposition, die Raum zum Nachdenken über die Kreativindustrie eröffnet.

Berit Glanz war mit ihrem Roman „Pixeltänzer“ Teil des Leseabends „Qualitätskontrolle“ im Frankfurter Literaturhaus am 20.01.2020. Schon vorher hatte der Roman meine Aufmerksamkeit geweckt. Das Start-Up Setting interessierte mich. Beim Besuch der Frankfurter Buchmesse konnte ich Glanz dann bei einer ersten kleinen Lesung mit Interview erleben und so sorgte dies alles insgesamt dafür, dass ich „Pixeltänzer“ lesen wollte.

Um was geht es?

Elisabeth, von allen nur Beta genannt, ist Teil eines Start-Up Unternehmens. In dieser Welt ist Kreativität und Flexibilität Arbeitsgrundlage, wobei dies niemand richtig zu reflektieren scheint. Beta öffnet durch eine App eine weitere Handlungsebene. In dieser App wird Beta zufällig mit Chatpartnern verbunden. Ein Nutzer arbeitet mit Symbolen, die bei Beta Interesse hervorrufen. Bei der Recherche über die Symbole stößt sie auf ein expressionistisches Künstlerpaar aus den Zwanzigerjahren. Der Kampf dieses Paares gegen die Zwänge ihrer Zeit sorgt bei Beta für ein Nachdenken über das eigene Leben.

Meine Einschätzung zum Buch

Das Lesen des Roman lässt einen über die dargestellte Welt der Start-Up Unternehmen und den Alltag all der Kreativen und Flexiblen schmunzeln. Auch bei der Lesung im Literaturhaus sorgen diese Szenerien für Lacher. Doch bei mir beginnen bei diesem Roman auch andere Gedanken im Kopf zu kreisen, welche sich mit den Arbeitsbedingungen ernsthaft auseinandersetzen. Die Frage nach der Notwendigkeit bestimmter Arbeitsstrukturen im Gegensatz zu gewünschten Flexibilitäten sorgt auch dafür, dass Arbeit immer mehr Raum in unserem Leben einnimmt. Bezahlung ist demzufolge auch nicht mehr primär an geleistete Arbeitszeit, sondern an die Ergebnisse gekoppelt. Der von David Graeber geprägte Begriff der Bullshit-Jobs kommt mir in den Kopf und die Frage ob der Wunsch nach kreativer und flexibler Arbeit nicht auch für eine Unterordnung sorgt, deren Folge soziale und ökonomische Schwächen sind. Doch kommen wir zurück zum Roman.

Hier wird bei der Protagonistin Beta auch ein Denkprozess in Gang gesetzt. Auch sie beginnt zu hinterfragen, ob ihr Job ihr wirklich große Freiheiten bietet, oder man sich nicht vielmehr einem neuen Marktprozedere mit anderen Strukturen unterordnet. Berit Glanz setzt die selbstverstandenen Kreativen der Start-Up-Szene in Kontrast zu einem expressionistischen Künstlerpaar. Beta interessiert sich für diese Tänzer aufgrund einer App, die sie zufällig mit einem Account verbindet, der Symbole verwendet die eben auf jenes Künstlerpaar verweisen. Die Recherche gleicht einem sich immer weiter vergrößernden Schneeball und bildet damit in der Funktion für die Handlung auch das Verlieren in der Vielseitigkeit der Digitalen Welt ab. Die Handlungsebenen verschränken sich ineinander und treiben die Figurenentwicklung von Beta voran. Meine eigenen Gedanken lösen sich etwas von der Romanwelt, aber auch jene zeigt Vor- und Nachteile der Start-Up-Arbeitswelt.

Der Einblick in die Künstlerszene eröffnet eine mir unbekanntere Welt und mich faszinieren die Ansätze der Künstler und die zeithistorischen Bedingungen. Es ist immer wieder erstaunlich wie es Romanen gelingt, Parallelen erkennen zu lassen.

Der Text richtet sich an Leser*Innen Deutscher Gegenwartsliteratur und ist durch seine Ausgestaltung auch für Kunstinteressierte geeignet. Ebenso gewinnt man einen neuen Blick auf die moderne Arbeitswelt. Der Roman ist schön zu lesen, glänzt mit leichtem Tonfall und der humorvollen Schilderung von Arbeitsprozessen und -strukturen. Durch die Handlungsebene des Künstlerpaares stößt eine kritische Ebene hinzu. Glanz hat gut recherchiert und die Verknüpfung der Stränge bringt die Frage nach dem Verständnis von Kunst noch hinzu. Wie viel Auswirkung hat Kunst auf die Gesellschaft, wie sehr benötigen wir sie vielleicht auch für gesellschaftliche Entwicklung. In Corona-Zeiten ist auch dies etwas über das es sich lohnt mehr als nur ein paar Sekunden nachzudenken.

Mir hat der Roman sehr gut gefallen und Glanz gewährte im Literaturhaus interessante Einblicke in ihr Schreiben.

Coververwendung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Verlags.

Berit Glanz:

Pixeltänzer

Schöffling Verlag

ISBN: 978-3-89561-192-6

Preis: 20,00€

https://www.schoeffling.de/buecher/berit-glanz/pixelt%C3%A4nzer

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Bukowski, Helene: Milchzähne – Rezension

„Milchzähne“ überzeugt mit einer poetischen Schlichtheit, die eingerahmt von einem dystopischen Setting Fragen der Identität verhandelt. Man folgt der Handlung wie ein Detektiv, sammelt Eindrücke, gewinnt Erkenntnisse und verliert sich im Nachdenken über diese.

Es scheint nicht lange her zu sein und doch wirkt es wie eine Ewigkeit. Im Januar war ich Gast im Literaturhaus Frankfurt, wo am 20. Januar zur Qualitätskontrolle geladen war. Eine Veranstaltungsreihe bei der sich das Literaturhaus dem Zustand der Deutschen Gegenwartsliteratur widmet. An diesem Abend waren die Autorinnen Helene Bukowski, Berit Glanz und Cemile Sahin mit ihren 2019 erschienenen Debütromanen eingeladen. Kurz zusammengefasst erlebte ich einen kurzweiligen Abend, mit drei tollen Lesetipps.

Einer dieser Romane war „Milchzähne“ von Helene Bukowski. Schon vor der Veranstaltung hatte es dieses Buch auf meinen Lesestapel geschafft. Angesprochen durch das auffallende Cover und der Ankündigung in der Verlagsvorschau wollte ich dieses Debüt unbedingt lesen.

Um was geht es?

Skalde lebt mit ihrer Mutter Edith in einer dystopisch anmutenden Welt, die fernab des heutigen uns bekannten Alltags zu liegen scheint. Die Beiden leben unabhängig von der Dorfgemeinschaft. Die Geschichte konzentriert sich auf ihre Protagonistinnen. Die Dorfgesellschaft ist damit beschäftigt einen geschlossenen Dorfraum zu gewährleisten. Vor diesem Hintergrund wächst Skalde heran und versucht dabei stetig das Verhältnis zu ihrer Mutter und die eigene Vergangenheit zu klären. Dabei wird Fragen der Identität und dem Grundrauschen abwesender Normalität nachgegangen. In diese Welt bricht mit einem Kind etwas Fremdes ein und lässt die Identitätsfrage und jene nach Gruppenzugehörigkeit nochmals auf eine andere Ebene treten.

Meine Einschätzung zum Buch

Beim Lesen des Romans und dem Hinweis auf eine nicht mehr existente Brücke musste ich an das im Bild genannte Zitat von Richard von Weizsäcker denken. Helene Bukowski präsentiert eine Dorfgesellschaft, die ihre Grenzen in einer naturbelassenen Welt zu festigen versucht. Damit ist es kein gewöhnlicher Roman über das Heranwachsen eines Mädchens, sondern es geht stetig auch darum, dass man sich in dieser dystopischen Welt seiner eigenen Existenz versichern muss. In schlichter, aber doch äußerst poetischer Sprache wird diese Welt aus der Sicht von Skalde geschildert. Sie möchte der eigenen Geschichte nachspüren und als Leser folgt man ihr wie ein Detektiv bei der Arbeit. Immer mehr erfährt sie über die geheimnisvolle Dorfgesellschaft und ihre eigene Herkunft.

Die Eindimensionalität des erzählenden Blickes gleicht den eindimensionalen archaischen Regeln der Dorfgemeinschaft, die stark darauf bedacht ist, sich von äußeren Einflüssen abzugrenzen.

Wie eine Wiedergängerin der Protagonistin Skalde wirkt ein Mädchen, welches sie findet und aufnimmt. Sofort zeigt sich die Fragilität der Dorfgemeinschaft. Skalde beginnt nun neben den Leerstellen der eigenen Identität, auch jene aufzudecken, welche die Dorfgesellschaft infrage stellen.

Im Gespräch im Literaturhaus erklärt Bukowski den Roman in absoluter Abgeschiedenheit geschrieben zu haben. Unterkunft fand sie dafür in der Kempowski Stiftung im Haus Kreienhoop. Fragen bezüglich einer Verbindung des Roman zum Thema Klimawandel werden im Gespräch diskutiert. Die Leerstellen im Roman verweigern sich jedoch einer gezielten Themenzuordnung und betonen damit wieder die schwer festzulegende Identität von Figuren und Roman als solchem.

Für mich streift der Roman die Vergänglichkeit der Natur durch den menschlichen Einfluss, stellt aber die Identitätsfragen in den Vordergrund. Stabile Identitätsbildung in unserer pluralen Welt ist ein aktuelles Problem und der Roman greift auch die Schwierigkeit von Gruppenidentitäten mit der Dorfgemeinschaft auf. Der Roman fordert mich als Leser auf über diese Dinge nachzudenken, ohne dass mir eine belehrende Aussage an die Hand gegeben wird. Bukowski hat eine Geschichte vorgelegt, die Leser*Innen Deutscher Gegenwartsliteratur begeistern kann.

Helene Bukowski:

Milchzähne

Blumenbar Verlag

ISBN: 978-3-351-05068-9

Preis: 20,00€

https://www.aufbau-verlag.de/index.php/milchzahne.html

Allgemein

Barrie, J.M.: Peter Pan – Rezension

„Peter Pan“ ist der wunderbare Entwurf einer Phantasiewelt, in die man gerne abtaucht und bereitwillig mit dem ewigen Kind gegen Piraten kämpft. Ein Klassiker passend zu einer Zeit wo man mit Phantasie gerne Grenzen für die Zukunft überwinden möchte .

Meinen Literaturblog nun ausgerechnet in Corona-Zeiten starten zu lassen ist keinem Plan entsprungen, sondern die Ereignisse haben auch mich dieser Tage eingeholt. Unsere sozialen Kontakte sind eingeschränkt, die eigenen vier Wände sind verstärkt Mittelpunkt unseres Alltags. Was können Bücher, vielmehr Geschichten, in dieser Zeit bewirken, war auch eine der Fragen, die ich mir gestellt habe. Phantasie kann uns in dieser Zeit der Einschränkungen Bewegung bringen und welche Geschichte würde besser passen, als eine meiner liebsten Vorlesegeschichten aus der Kindheit: Peter Pan. Die Abenteuer des Jungen, der nicht erwachsen werden möchte, habe ich deshalb in die Anfangsphase meines Blogs hineingenommen.

Um was geht es?

Wendy und ihre beiden Brüder, Michael und John, hadern mit Entscheidungen der Mutter, lieben aber auch ihre Geschichten. Letztere locken Peter Pan an ihr Fenster und dieser lädt die Geschwister ein, ihm ins Nimmerland zu folgen. Vielleicht sind es auch die heimischen Regeln,, welche Nimmerland so attraktiv machen und so folgen sie der Einladung. In dieser phantasievollen Welt werden Mütter von Pan und seinen Waisenjungen gesucht, aber auch die Piraten um Capt’n Hook interessieren sich für die Neuankömmlinge. Werden Peter Pan und die Geschwister der drohenden Gefahr trotzen?

Meine Einschätzung zum Buch

Aus meiner Kindheit ist mir nur eine Kurzversion der Geschichte als Vorleseerinnerung und natürlich die Disney Zeichentrickverfilmung im Kopf geblieben. Für den Blog war es nun also an der Zeit, nach der vollständigen Ausgabe von J.M. Barrie zu greifen. Ich habe mich für die Insel Taschenbuchausgabe in der Übersetzung von Adelheid Dormagen entschieden.

Barrie spricht den Leser mit seiner Erzählhaltung direkt an und so entsteht beim Lesen das deutlich spürbare Gefühl des allwissenden Erzählers. Geschickt werden wir durch Nimmerland mit all seinen Merkwürdigkeiten gelenkt, die aus Kinderblicken geschildert werden. Die Geschwister folgen in diese phantastische Welt und entfliehen damit dem eigenen Alltag. Heimische Regeln stehen einer Welt gegenüber, in denen Kinder eigene Regeln gestalten und mit ihrer Phantasie verändern.

Gewöhnungsbedürftig sind manche sprachlichen Ausdrücke für heutige Leser und an einigen Stellen der belehrende Erzählton. Für Kinder werden diese Eindrücke sich jedoch ganz anders gestalten. Zudem stehen diese Eindrücke hinter der Welt von Nimmerland und dieser humorvollen Phantasiegestaltung durch Peter Pan und seinen Waisenjungen deutlich zurück.

Neben dieser Ausgabe habe ich mir auch noch die Vorleseausgabe aus dem Ellermann Verlag angesehen. Die Nacherzählung von Sabine Rehn bleibt eng am Original. Die Geschichte ist dem Vorlesepublikum angepasst, schöne bildliche Darstellungen begleiten den Text. Ähnlich dem Original erklärt die Erzählerstimme wichtige Dinge. Die Dialoge machen es dem Vorlesenden leicht, den Figuren eine Stimme zu geben, ein Aspekt der sich auch positiv in der Insel-Ausgabe zeigt.

Peter Pan ist ein Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur und meine neuerliche Lektüre bestätigt dies nochmal. Kämpfende Piraten, Kinder ohne regelnde Eltern und dazu noch actionreiche Kämpfe mit Piraten. Hinzu kommen noch zauberhafte Kindergespräche, welche die Welt der Erwachsenen und Fragen des Heranwachsens thematisieren. Die Vorleseausgabe bei Ellermann ist ab 4 Jahren geeignet, zum Selbstlesen kann man zur Insel Ausgabe ab 10 Jahren greifen.

Die Stärke dieser Erzählung ist die Darstellung der Kindheit als eine Entwicklungsphase, die stetig Grenzen überwindet. Die Naivität der kindlichen Weltsicht wird nicht karikiert, sondern wirkt vielmehr wie eine schöne Utopie. Grenzen in der Phantasie zu überwinden, dies ist die Botschaft und macht die Geschichte zur passenden Corona-Lektüre. Ich verbinde mit der Lektüre auch die Hoffnung, dass sich die Phantasie Grenzen zu überwinden, auch in die Nach-Corona-Phase rettet.

Klassiker zum Vorlesen

Peter Pan

nacherzählt von Sabine Rahn, illustriert von Andrea Offermann

Ellermann Verlag

ISBN: 978-3-7707-3510-5

Preis: 15,00€

https://www.oetinger.de/buch/klassiker-zum-vorlesen/9783770735105

J.M. Barrie:

Peter Pan

Insel Verlag

ISBN: 978-3-458-36083-4

Preis: 9,00€

https://www.suhrkamp.de/buecher/peter_pan-j_m_barrie_36083.html

Coververwendungen erfolgen mit freundlicher Genehmigung der Verlage

Allgemein

Marheinecke, Reinhard: Skorpion und Klapperschlange – Rezension

„Skorpion und Klapperschlange“ überzeugt mich bei der Weiterführung des Karl May Kosmos. Das neue Abenteuer mit meinen Kindheitshelden lässt den Wilden Westen mit all seinen Gefahren sofort wieder lebendig werden.

Für einen Karl May Verrückten wie mich ist die Ankündigung eines neuen Winnetou-Abenteuers per se ein Highlight. Reinhard Marheinecke war mir als Autor aus meinen Jugendtagen ein Begriff und so stand für mich fest, dass dieses neue Abenteuer zur Startphase meines Blogs gehören muss.

Um was geht es?

Jeff Robinson reist durch den Wilden Westen und verfolgt den Mörder seines Bruders, bis er in die Fängen der feindlichen Kiowas landet. Aus dieser Gefangenschaft befreien ihn die Blutsbrüder Winnetou und Old Shatterhand. Die Beiden bieten dem jungen Mann an, ihm bei seiner Suche zu helfen und haben auch schnell eine ernsthafte Spur. Die Suche bringt gefährliche Herausforderungen und auch die Begegnungen alter Bekannter. Werden die Blutsbrüder der Gerechtigkeit erneut zum Sieg verhelfen?

Meine Einschätzung zum Buch

Reinhard Marheinecke war mir von seinen Fortsetzungsromanen der Roten Reihe bekannt, auf die man mich bei einem Besuch der Karl May Festspiele in Bad Segeberg aufmerksam gemacht hatte. Die Ankündigung das der neue Roman im Karl May Verlag im Stil der grünen Reihe erscheinen würde, sorgte bei mir für große Freude. Endlich wieder mit bekannten Helden in die eigene Kindheit reisen und das mit einem neuen Abenteuer – der Roman weckte Erwartungen.

Marheinecke orientiert sich in seinem Werk an Figuren und Mustern, welche aus dem Karl May Kosmos bekannt sind. Er übernimmt die Erzählperspektive und neue Figuren orientieren sich am Stil des Erfinders der Blutsbrüder. Reiseerzählung und Abenteuer verbinden sich zu einem klassischen Abenteuerroman und die Erwartungen werden erfüllt. Zudem setzt Marheinecke eigene Akzente und gibt fundiert recherchierte Erläuterungen zum historischen Hintergrund oder den Ureinwohnern Nordamerikas. Ansonsten gelingt es ihm den Ton des „Maysters“ zu integrieren und auch Motive wie den Kampf auf Leben und Tod als Handlungsmotor zu nutzen.

Für mich hätte dieses Buch gerne noch etwas länger sein dürfen, zumal dann der Auftritt von „Bloody-Fox“ als Jäger im Llano Estacado größer ausfallen hätte können. Reinhard Marheinecke ist wieder eine tolle Fortführung der Abenteuer von Winnetou und Old Shatterhand gelungen. Auf diese Wiese wird der klassische Abenteurroman aktualisiert und der Roman ist ein Muss für alle Karl May Fans.

Coververwendung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Verlags

Reinhard Marheinecke:

Skorpion und Klapperschlange

Karl May Verlag

ISBN: 978-3-7802-0132-4

Preis: 22,00€

https://www.karl-may.de/Buecher/Sonderb%C3%A4nde_Skorpion-und-Klapperschlange

Autoreninterview Reinhard Marheinecke

Aufgrund der Absage der Leipziger Buchmesse konnte ich nicht an der Lesung von Marheinecke teilnehmen. Reinhard Marheinecke war jedoch so nett, mir einige Fragen per Mail zu beantworten.

Herr Marheinecke, für viele May Fans war es immer ein Traum die Geschichten Ihrer Helden weiterzuführen. Sie haben sich diesen Traum erfüllt. Wie beschreiben Sie denn Ihre Verbindung zu Karl May und wie sind Sie auf die Idee gekommen den Kosmos fortzuführen?

Ich bin zweigleisig fast gleichzeitig zu Karl May gekommen. Unser Kaplan war glühender Karl-May-Fan, so bekamen wir Messdiener zu Weihnachten jeder ein karl May Buch geschenkt. Das war erst ein Flop, denn ich bekam „Der Mahdi“. Ich kam in die Geschichte nicht rein, wusste ja als kleiner Steppke nicht, dass es Teil 2 einer Trilogie war. Dann bekam ich „Winnetou I“ in die Hände und dann war es um mich geschehen. Als 9-Jähriger durfte ich dann endlich im Kino auch „Winnetou II“ und „Unter Geiern“ sehen, was meine Begeisterung noch anfachte.

Ich war 28 Jahre als Kabarettist beim „Kabarett Die Kneifer“ aktiv, damit war ich jedes 2. Wochenende in deutschen Landen unterwegs, was meine beiden Kinder oft nicht erfreute, liebten sie doch, wenn ich abends im Bett Geschichten erzählte. Als kleinen Ersatz las ich dann ausgedachte Geschichten in meinem 8-Spur Tonstudio auf Kassetten ein. Bei einem Gespräch mit einem Buchhändler diskutierten wir darüber, warum es bei allen großen Figuren der Belletristik Weiterschreiber gäbe, siehe Sherlock  Holmes, James Bond, Star Wars etc. Nur bei Deutschlands berühmtesten Schriftsteller gab es so etwas nicht. So habe ich „Die Jagd des Old Shatterhand“ geschrieben und dann für meine Kinder auf 7 Kassetten aufgenommen, sodass bei jedem meiner Tour-Abwesenheiten meine Frau eine Kassette zücken konnte. Da die Arbeit nun mal gemacht war, ließ ich 150 Bücher drucken, die ich zu den Karl-May-Spielen  in Bad Segeberg einem Buchhändler anbot. Die Bücher waren nach kurzer Zeit vergriffen, das erforderte einen Nachdruck und spornte mich an weiterzumachen.

Ihr neuer Roman ist nun im Karl May Verlag erschienen, wie kam es zu dieser Verbindung?

Die Verbindung gibt es schon seit fast 25 Jahren. Im Karl-May-Verlag wurde auch mein Buch „Karl May am Kalkberg“, das ich mit Nicolas Finke geschrieben habe, 199 veröffentlicht. Es folgten dann 2001 und 2004 Ergänzungsbroschüren. Außerdem vertreibt der Karl-May-Verlag in seinem Shop meine Pastiche Romane und andere Bücher, die den „Wilden Westen“ zum Thema haben. Zum 25. Jährigen Fan-Fiction-Jubiläum fragte ich dann Bernhard Schmid an, ob der Karl-May-Verlag meinen 47. Roman mit den Helden Karl Mays nicht veröffentlichen wolle.

Der Karl May Kosmos umfasst neben Büchern noch viele weitere Medien wie u.a. Hörspiele oder Verfilmungen. Waren Sie auch in diesem Bereich schon tätig oder könnten Sie sich fortstellen, dass ihre Geschichten weitere Verbreitung finden?

Natürlich gibt es alle meine Bücher auch als ebook und eine ganze Reihe auch als Hörbuch, alle von mir selbst eingelesen. Zu Hörspielen oder Verfilmungen ist es noch nicht gekommen. Nach dem Flop von RTL vor 4 Jahren wird sich wohl so schnell auch keiner mehr filmisch an Karl May herantrauen, weil das finanzielle Risiko wohl einfach zu groß ist. 

Abschließend würde ich gerne noch wissen, was Karl May Fans in naher Zukunft von Ihnen erwarten dürfen?

Der Erfolg von „Skorpion und Klapperschlange“ war so groß, dass mein neuer Roman „Die Tramps vom Kansas River“ in gleicher Ausstattung dieses Jahr noch im Karl-May-Verlag erscheinen wird. Außerdem schreibe ich mit Nicolas Finke ein dreibändiges Werk „Karl May auf der Bühne“. Es geht um alle Inszenierungen weltweit, der erste Band erscheint im Herbst.