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Bukowski, Helene: Milchzähne – Rezension

„Milchzähne“ überzeugt mit einer poetischen Schlichtheit, die eingerahmt von einem dystopischen Setting Fragen der Identität verhandelt. Man folgt der Handlung wie ein Detektiv, sammelt Eindrücke, gewinnt Erkenntnisse und verliert sich im Nachdenken über diese.

Es scheint nicht lange her zu sein und doch wirkt es wie eine Ewigkeit. Im Januar war ich Gast im Literaturhaus Frankfurt, wo am 20. Januar zur Qualitätskontrolle geladen war. Eine Veranstaltungsreihe bei der sich das Literaturhaus dem Zustand der Deutschen Gegenwartsliteratur widmet. An diesem Abend waren die Autorinnen Helene Bukowski, Berit Glanz und Cemile Sahin mit ihren 2019 erschienenen Debütromanen eingeladen. Kurz zusammengefasst erlebte ich einen kurzweiligen Abend, mit drei tollen Lesetipps.

Einer dieser Romane war „Milchzähne“ von Helene Bukowski. Schon vor der Veranstaltung hatte es dieses Buch auf meinen Lesestapel geschafft. Angesprochen durch das auffallende Cover und der Ankündigung in der Verlagsvorschau wollte ich dieses Debüt unbedingt lesen.

Um was geht es?

Skalde lebt mit ihrer Mutter Edith in einer dystopisch anmutenden Welt, die fernab des heutigen uns bekannten Alltags zu liegen scheint. Die Beiden leben unabhängig von der Dorfgemeinschaft. Die Geschichte konzentriert sich auf ihre Protagonistinnen. Die Dorfgesellschaft ist damit beschäftigt einen geschlossenen Dorfraum zu gewährleisten. Vor diesem Hintergrund wächst Skalde heran und versucht dabei stetig das Verhältnis zu ihrer Mutter und die eigene Vergangenheit zu klären. Dabei wird Fragen der Identität und dem Grundrauschen abwesender Normalität nachgegangen. In diese Welt bricht mit einem Kind etwas Fremdes ein und lässt die Identitätsfrage und jene nach Gruppenzugehörigkeit nochmals auf eine andere Ebene treten.

Meine Einschätzung zum Buch

Beim Lesen des Romans und dem Hinweis auf eine nicht mehr existente Brücke musste ich an das im Bild genannte Zitat von Richard von Weizsäcker denken. Helene Bukowski präsentiert eine Dorfgesellschaft, die ihre Grenzen in einer naturbelassenen Welt zu festigen versucht. Damit ist es kein gewöhnlicher Roman über das Heranwachsen eines Mädchens, sondern es geht stetig auch darum, dass man sich in dieser dystopischen Welt seiner eigenen Existenz versichern muss. In schlichter, aber doch äußerst poetischer Sprache wird diese Welt aus der Sicht von Skalde geschildert. Sie möchte der eigenen Geschichte nachspüren und als Leser folgt man ihr wie ein Detektiv bei der Arbeit. Immer mehr erfährt sie über die geheimnisvolle Dorfgesellschaft und ihre eigene Herkunft.

Die Eindimensionalität des erzählenden Blickes gleicht den eindimensionalen archaischen Regeln der Dorfgemeinschaft, die stark darauf bedacht ist, sich von äußeren Einflüssen abzugrenzen.

Wie eine Wiedergängerin der Protagonistin Skalde wirkt ein Mädchen, welches sie findet und aufnimmt. Sofort zeigt sich die Fragilität der Dorfgemeinschaft. Skalde beginnt nun neben den Leerstellen der eigenen Identität, auch jene aufzudecken, welche die Dorfgesellschaft infrage stellen.

Im Gespräch im Literaturhaus erklärt Bukowski den Roman in absoluter Abgeschiedenheit geschrieben zu haben. Unterkunft fand sie dafür in der Kempowski Stiftung im Haus Kreienhoop. Fragen bezüglich einer Verbindung des Roman zum Thema Klimawandel werden im Gespräch diskutiert. Die Leerstellen im Roman verweigern sich jedoch einer gezielten Themenzuordnung und betonen damit wieder die schwer festzulegende Identität von Figuren und Roman als solchem.

Für mich streift der Roman die Vergänglichkeit der Natur durch den menschlichen Einfluss, stellt aber die Identitätsfragen in den Vordergrund. Stabile Identitätsbildung in unserer pluralen Welt ist ein aktuelles Problem und der Roman greift auch die Schwierigkeit von Gruppenidentitäten mit der Dorfgemeinschaft auf. Der Roman fordert mich als Leser auf über diese Dinge nachzudenken, ohne dass mir eine belehrende Aussage an die Hand gegeben wird. Bukowski hat eine Geschichte vorgelegt, die Leser*Innen Deutscher Gegenwartsliteratur begeistern kann.

Helene Bukowski:

Milchzähne

Blumenbar Verlag

ISBN: 978-3-351-05068-9

Preis: 20,00€

https://www.aufbau-verlag.de/index.php/milchzahne.html

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Barrie, J.M.: Peter Pan – Rezension

„Peter Pan“ ist der wunderbare Entwurf einer Phantasiewelt, in die man gerne abtaucht und bereitwillig mit dem ewigen Kind gegen Piraten kämpft. Ein Klassiker passend zu einer Zeit wo man mit Phantasie gerne Grenzen für die Zukunft überwinden möchte .

Meinen Literaturblog nun ausgerechnet in Corona-Zeiten starten zu lassen ist keinem Plan entsprungen, sondern die Ereignisse haben auch mich dieser Tage eingeholt. Unsere sozialen Kontakte sind eingeschränkt, die eigenen vier Wände sind verstärkt Mittelpunkt unseres Alltags. Was können Bücher, vielmehr Geschichten, in dieser Zeit bewirken, war auch eine der Fragen, die ich mir gestellt habe. Phantasie kann uns in dieser Zeit der Einschränkungen Bewegung bringen und welche Geschichte würde besser passen, als eine meiner liebsten Vorlesegeschichten aus der Kindheit: Peter Pan. Die Abenteuer des Jungen, der nicht erwachsen werden möchte, habe ich deshalb in die Anfangsphase meines Blogs hineingenommen.

Um was geht es?

Wendy und ihre beiden Brüder, Michael und John, hadern mit Entscheidungen der Mutter, lieben aber auch ihre Geschichten. Letztere locken Peter Pan an ihr Fenster und dieser lädt die Geschwister ein, ihm ins Nimmerland zu folgen. Vielleicht sind es auch die heimischen Regeln,, welche Nimmerland so attraktiv machen und so folgen sie der Einladung. In dieser phantasievollen Welt werden Mütter von Pan und seinen Waisenjungen gesucht, aber auch die Piraten um Capt’n Hook interessieren sich für die Neuankömmlinge. Werden Peter Pan und die Geschwister der drohenden Gefahr trotzen?

Meine Einschätzung zum Buch

Aus meiner Kindheit ist mir nur eine Kurzversion der Geschichte als Vorleseerinnerung und natürlich die Disney Zeichentrickverfilmung im Kopf geblieben. Für den Blog war es nun also an der Zeit, nach der vollständigen Ausgabe von J.M. Barrie zu greifen. Ich habe mich für die Insel Taschenbuchausgabe in der Übersetzung von Adelheid Dormagen entschieden.

Barrie spricht den Leser mit seiner Erzählhaltung direkt an und so entsteht beim Lesen das deutlich spürbare Gefühl des allwissenden Erzählers. Geschickt werden wir durch Nimmerland mit all seinen Merkwürdigkeiten gelenkt, die aus Kinderblicken geschildert werden. Die Geschwister folgen in diese phantastische Welt und entfliehen damit dem eigenen Alltag. Heimische Regeln stehen einer Welt gegenüber, in denen Kinder eigene Regeln gestalten und mit ihrer Phantasie verändern.

Gewöhnungsbedürftig sind manche sprachlichen Ausdrücke für heutige Leser und an einigen Stellen der belehrende Erzählton. Für Kinder werden diese Eindrücke sich jedoch ganz anders gestalten. Zudem stehen diese Eindrücke hinter der Welt von Nimmerland und dieser humorvollen Phantasiegestaltung durch Peter Pan und seinen Waisenjungen deutlich zurück.

Neben dieser Ausgabe habe ich mir auch noch die Vorleseausgabe aus dem Ellermann Verlag angesehen. Die Nacherzählung von Sabine Rehn bleibt eng am Original. Die Geschichte ist dem Vorlesepublikum angepasst, schöne bildliche Darstellungen begleiten den Text. Ähnlich dem Original erklärt die Erzählerstimme wichtige Dinge. Die Dialoge machen es dem Vorlesenden leicht, den Figuren eine Stimme zu geben, ein Aspekt der sich auch positiv in der Insel-Ausgabe zeigt.

Peter Pan ist ein Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur und meine neuerliche Lektüre bestätigt dies nochmal. Kämpfende Piraten, Kinder ohne regelnde Eltern und dazu noch actionreiche Kämpfe mit Piraten. Hinzu kommen noch zauberhafte Kindergespräche, welche die Welt der Erwachsenen und Fragen des Heranwachsens thematisieren. Die Vorleseausgabe bei Ellermann ist ab 4 Jahren geeignet, zum Selbstlesen kann man zur Insel Ausgabe ab 10 Jahren greifen.

Die Stärke dieser Erzählung ist die Darstellung der Kindheit als eine Entwicklungsphase, die stetig Grenzen überwindet. Die Naivität der kindlichen Weltsicht wird nicht karikiert, sondern wirkt vielmehr wie eine schöne Utopie. Grenzen in der Phantasie zu überwinden, dies ist die Botschaft und macht die Geschichte zur passenden Corona-Lektüre. Ich verbinde mit der Lektüre auch die Hoffnung, dass sich die Phantasie Grenzen zu überwinden, auch in die Nach-Corona-Phase rettet.

Klassiker zum Vorlesen

Peter Pan

nacherzählt von Sabine Rahn, illustriert von Andrea Offermann

Ellermann Verlag

ISBN: 978-3-7707-3510-5

Preis: 15,00€

https://www.oetinger.de/buch/klassiker-zum-vorlesen/9783770735105

J.M. Barrie:

Peter Pan

Insel Verlag

ISBN: 978-3-458-36083-4

Preis: 9,00€

https://www.suhrkamp.de/buecher/peter_pan-j_m_barrie_36083.html

Coververwendungen erfolgen mit freundlicher Genehmigung der Verlage

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Marheinecke, Reinhard: Skorpion und Klapperschlange – Rezension

„Skorpion und Klapperschlange“ überzeugt mich bei der Weiterführung des Karl May Kosmos. Das neue Abenteuer mit meinen Kindheitshelden lässt den Wilden Westen mit all seinen Gefahren sofort wieder lebendig werden.

Für einen Karl May Verrückten wie mich ist die Ankündigung eines neuen Winnetou-Abenteuers per se ein Highlight. Reinhard Marheinecke war mir als Autor aus meinen Jugendtagen ein Begriff und so stand für mich fest, dass dieses neue Abenteuer zur Startphase meines Blogs gehören muss.

Um was geht es?

Jeff Robinson reist durch den Wilden Westen und verfolgt den Mörder seines Bruders, bis er in die Fängen der feindlichen Kiowas landet. Aus dieser Gefangenschaft befreien ihn die Blutsbrüder Winnetou und Old Shatterhand. Die Beiden bieten dem jungen Mann an, ihm bei seiner Suche zu helfen und haben auch schnell eine ernsthafte Spur. Die Suche bringt gefährliche Herausforderungen und auch die Begegnungen alter Bekannter. Werden die Blutsbrüder der Gerechtigkeit erneut zum Sieg verhelfen?

Meine Einschätzung zum Buch

Reinhard Marheinecke war mir von seinen Fortsetzungsromanen der Roten Reihe bekannt, auf die man mich bei einem Besuch der Karl May Festspiele in Bad Segeberg aufmerksam gemacht hatte. Die Ankündigung das der neue Roman im Karl May Verlag im Stil der grünen Reihe erscheinen würde, sorgte bei mir für große Freude. Endlich wieder mit bekannten Helden in die eigene Kindheit reisen und das mit einem neuen Abenteuer – der Roman weckte Erwartungen.

Marheinecke orientiert sich in seinem Werk an Figuren und Mustern, welche aus dem Karl May Kosmos bekannt sind. Er übernimmt die Erzählperspektive und neue Figuren orientieren sich am Stil des Erfinders der Blutsbrüder. Reiseerzählung und Abenteuer verbinden sich zu einem klassischen Abenteuerroman und die Erwartungen werden erfüllt. Zudem setzt Marheinecke eigene Akzente und gibt fundiert recherchierte Erläuterungen zum historischen Hintergrund oder den Ureinwohnern Nordamerikas. Ansonsten gelingt es ihm den Ton des „Maysters“ zu integrieren und auch Motive wie den Kampf auf Leben und Tod als Handlungsmotor zu nutzen.

Für mich hätte dieses Buch gerne noch etwas länger sein dürfen, zumal dann der Auftritt von „Bloody-Fox“ als Jäger im Llano Estacado größer ausfallen hätte können. Reinhard Marheinecke ist wieder eine tolle Fortführung der Abenteuer von Winnetou und Old Shatterhand gelungen. Auf diese Wiese wird der klassische Abenteurroman aktualisiert und der Roman ist ein Muss für alle Karl May Fans.

Coververwendung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Verlags

Reinhard Marheinecke:

Skorpion und Klapperschlange

Karl May Verlag

ISBN: 978-3-7802-0132-4

Preis: 22,00€

https://www.karl-may.de/Buecher/Sonderb%C3%A4nde_Skorpion-und-Klapperschlange

Autoreninterview Reinhard Marheinecke

Aufgrund der Absage der Leipziger Buchmesse konnte ich nicht an der Lesung von Marheinecke teilnehmen. Reinhard Marheinecke war jedoch so nett, mir einige Fragen per Mail zu beantworten.

Herr Marheinecke, für viele May Fans war es immer ein Traum die Geschichten Ihrer Helden weiterzuführen. Sie haben sich diesen Traum erfüllt. Wie beschreiben Sie denn Ihre Verbindung zu Karl May und wie sind Sie auf die Idee gekommen den Kosmos fortzuführen?

Ich bin zweigleisig fast gleichzeitig zu Karl May gekommen. Unser Kaplan war glühender Karl-May-Fan, so bekamen wir Messdiener zu Weihnachten jeder ein karl May Buch geschenkt. Das war erst ein Flop, denn ich bekam „Der Mahdi“. Ich kam in die Geschichte nicht rein, wusste ja als kleiner Steppke nicht, dass es Teil 2 einer Trilogie war. Dann bekam ich „Winnetou I“ in die Hände und dann war es um mich geschehen. Als 9-Jähriger durfte ich dann endlich im Kino auch „Winnetou II“ und „Unter Geiern“ sehen, was meine Begeisterung noch anfachte.

Ich war 28 Jahre als Kabarettist beim „Kabarett Die Kneifer“ aktiv, damit war ich jedes 2. Wochenende in deutschen Landen unterwegs, was meine beiden Kinder oft nicht erfreute, liebten sie doch, wenn ich abends im Bett Geschichten erzählte. Als kleinen Ersatz las ich dann ausgedachte Geschichten in meinem 8-Spur Tonstudio auf Kassetten ein. Bei einem Gespräch mit einem Buchhändler diskutierten wir darüber, warum es bei allen großen Figuren der Belletristik Weiterschreiber gäbe, siehe Sherlock  Holmes, James Bond, Star Wars etc. Nur bei Deutschlands berühmtesten Schriftsteller gab es so etwas nicht. So habe ich „Die Jagd des Old Shatterhand“ geschrieben und dann für meine Kinder auf 7 Kassetten aufgenommen, sodass bei jedem meiner Tour-Abwesenheiten meine Frau eine Kassette zücken konnte. Da die Arbeit nun mal gemacht war, ließ ich 150 Bücher drucken, die ich zu den Karl-May-Spielen  in Bad Segeberg einem Buchhändler anbot. Die Bücher waren nach kurzer Zeit vergriffen, das erforderte einen Nachdruck und spornte mich an weiterzumachen.

Ihr neuer Roman ist nun im Karl May Verlag erschienen, wie kam es zu dieser Verbindung?

Die Verbindung gibt es schon seit fast 25 Jahren. Im Karl-May-Verlag wurde auch mein Buch „Karl May am Kalkberg“, das ich mit Nicolas Finke geschrieben habe, 199 veröffentlicht. Es folgten dann 2001 und 2004 Ergänzungsbroschüren. Außerdem vertreibt der Karl-May-Verlag in seinem Shop meine Pastiche Romane und andere Bücher, die den „Wilden Westen“ zum Thema haben. Zum 25. Jährigen Fan-Fiction-Jubiläum fragte ich dann Bernhard Schmid an, ob der Karl-May-Verlag meinen 47. Roman mit den Helden Karl Mays nicht veröffentlichen wolle.

Der Karl May Kosmos umfasst neben Büchern noch viele weitere Medien wie u.a. Hörspiele oder Verfilmungen. Waren Sie auch in diesem Bereich schon tätig oder könnten Sie sich fortstellen, dass ihre Geschichten weitere Verbreitung finden?

Natürlich gibt es alle meine Bücher auch als ebook und eine ganze Reihe auch als Hörbuch, alle von mir selbst eingelesen. Zu Hörspielen oder Verfilmungen ist es noch nicht gekommen. Nach dem Flop von RTL vor 4 Jahren wird sich wohl so schnell auch keiner mehr filmisch an Karl May herantrauen, weil das finanzielle Risiko wohl einfach zu groß ist. 

Abschließend würde ich gerne noch wissen, was Karl May Fans in naher Zukunft von Ihnen erwarten dürfen?

Der Erfolg von „Skorpion und Klapperschlange“ war so groß, dass mein neuer Roman „Die Tramps vom Kansas River“ in gleicher Ausstattung dieses Jahr noch im Karl-May-Verlag erscheinen wird. Außerdem schreibe ich mit Nicolas Finke ein dreibändiges Werk „Karl May auf der Bühne“. Es geht um alle Inszenierungen weltweit, der erste Band erscheint im Herbst.

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Dulleck, Nina: Boje hebt ab – Rezension

„Boje hebt ab“ hat einen Protagonisten, den man einfach mögen muss, tolle Zeichnungen und eine Botschaft, die man gerne vorlesen sollte.

Warum Pinguine in meinem Leben eine so große Rolle spielen? Naja irgendwann in meiner Abiturzeit brachte ein lustiger Abend in Verbindung mit Danny de Vito als Mr. Pinguin mir diesen Spitznahmen ein. Danach habe ich großen Spaß an der Beschäftigung mit diesen tollen Tieren gefunden und so war klar, dass diese Verbindung auch in meinem Blog eine Rolle spielen muss. Auf diesem Wege ist nun auch „Boje hebt ab“ in die Auswahl gekommen.

Um was geht es?

Der kleine Pinguin Boje fragt sich, ob er mit seinen kleinen Flügeln nicht auch fliegen könnte? Obwohl ihm einige wegen möglicher Gefahren abraten, möchte er es dennoch versuchen. Wird ihm gemeinsam mit seinen Freunden ein Flug gelingen?

Meine Einschätzung zum Buch

Zunächst halten wir erst einmal fest, dass die Zeichnungen des Buches einfach begeistern müssen. Die runden Formen unterstreichen das etwas tapsig anmutende Auftreten der Hauptfigur. Die Geschichte ist schön vorzulesen und man kann immer wieder Bilder zeigen, welche die Handlung in kleinen Episoden darstellen. Hier ist Nina Dulleck, die sowohl für Zeichnungen als auch den Text verantwortlich ist, wirklich eine gute Kombination gelungen.

Man muss dem kleinen Boje einfach glauben, dass er es unverständlich finden muss, trotz Flügeln nicht fliegen zu können. Die Hauptfigur ist wie die Zielgruppe der ganz Kleinen mit einer wichtigen Frage beschäftigt. Boje agiert wie die Kleinen und stellt einfach eine der aus dem Alltag bekannten „Warum-Fragen“. Ähnlich wie die vielen kleinen Zuhörer, die dieses Buch finden soll, gibt er sich dann auch nicht mit einer einfachen Antwort zufrieden.

Das Bilderbuch vermittelt Kindern , dass man Fragen nachgehen soll. Man darf auch eigene Grenzen austesten, jedoch sollte man darüber nie die eigenen Fähigkeiten, Talente und Vorteile vergessen oder unterschätzen. Nina Dulleck ist ein schönes Bilderbuch mit einer tollen Aussage gelungen, was zum Vorlesen zu empfehlen ist.

Mein Gefährte Pingury will auf jeden Fall der Titelfrage nachgehen und übt fleißig im Garten, nur das Vogelhäuschen scheint etwas klein.

Nina Dulleck:

Boje hebt ab

Oetinger Verlag

ISBN: 978-3-7891-1064-1

Preis: 14,00€

Coververwendung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Verlags

https://www.oetinger.de/buch/boje-hebt-ab/9783789110641

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Robotham, Michael: Schweige still Rezension

„Schweige still“ verdient die Bezeichnung Psychothriller dank seiner gelungenen Kombination aus Handlung und Figuren. Gebannt folgt man dem geschickt gebauten Plot, der die Psychologie krimineller Handlungen offen legt. Dieser Thriller macht Lust darauf die beiden Protagonisten nochmals erleben zu dürfen.

Michael Robotham – Erfinder der O’Loughlin-Reihe mit einem neuen Projekt – schon diese Ankündigung machte mich neugierig. Zudem ist erneut ein Psychologe in Diensten der Polizei eine der Hauptfiguren. Diese Kombination musste den Weg auf meinen Nachttisch und damit auch in diesen Blog finden.

Um was geht es?

Der Psychologe Cyrus Haven unterstützt die Polizei bei Kriminalfällen. Als ein Kollege ihn zudem noch um Hilfe bei einer Patientin bittet, tritt mit Evie eine neue Person in sein Leben und bringt Veränderungen. Die Beiden müssen Kindheitstraumata verarbeiten und Evie soll zudem noch über die Fähigkeit verfügen, Lügen zu erkennen. Das Zusammentreffen der Beiden führt dazu, dass sich Evie in die kriminalistische Arbeit von Cyrus verstrickt. Aktuell hilft er der Polizei bei der Aufklärung eines Gewaltverbrechens an einem jungen Mädchen. Doch bei den Ermittlungen stößt er auf eine blockierende Opferfamilie. Wird Evie ihm dabei helfen können order bedroht die Beiden die eigene Vergangenheit?

Meine Einschätzung zum Buch

Michael Robotham konstruiert seinen Thriller um die beiden Hauptfiguren herum und lässt die Geschichte abwechselnd aus deren Perspektiven erzählen. Dadurch gelingt es ihm eine innere Spannung zwischen den Beiden aufzubauen, denen ich als Leser gebannt gefolgt bin. Der Reiz des Thrillers liegt dann auch in dieser Figurenkonstellation, die sich um den Kriminalfall webt. Evie und Cyrus geben nur Stück für Stück Einblick in ihr jeweiliges Seelenleben, doch in diesen Bruchstücken scheinen immer wieder Aspekte aufzuscheinen, welche sich mit dem Verbrechen an dem jungen Mädchen verbinden. Diese immer wieder aufscheinenden Momente erhöhen die Spannung.

Cyrus versucht verdächtige Personen durch bissige Fragen zu verwertbaren Aussagen zu bringen, doch diese Strategie scheint bei der Opferfamilie nicht durchzudringen. Die Versuchung Evie und ihre Fähigkeiten einzubinden wird somit groß, doch diese erweist sich als eigenständiger Charakter.

Mit der vernetzten Handlung gelingt es Michael Robotham die Spannung bis zum Schluss hoch zu halten. Im Vordergrund stehen Psychogramme der Figuren und die Frage nach der Last von Lügen und der damit verbundenen eigenen Erfahrung. Diese Struktur lässt einen auch darüber hinwegsehen, dass das Verhältnis zwischen Cyrus und Evie nicht jedem Realitätstest standhalten kann.

Robotham beweist mit diesem Buch erneut, dass er sein Handwerkt versteht. Der flüssige Schreibstil lässt einen das Buch nur schwer weglegen. Der Plot ist gut gebaut und legt die Psychologie krimineller Handlungen offen. Diese beiden Hauptfiguren verdienen definitiv einen weiteren Auftritt!

Schweige still von Michael Robotham

Coververwendung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Verlags

Michael Robotham:

Schweige still

Goldmann

ISBN: 978-3-442-31505-5

Preis: 15,90€

https://www.randomhouse.de/Paperback/Schweige-still/Michael-Robotham/Goldmann/e543210.rhd

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May, Karl: Winnetou I Rezension

„Winnetou I“ versetzt mich schnell in eine Welt, in der das Gute über das Böse siegt und so reite ich neben meinen Kindheitshelden durch den abenteuerlichen Wilden Westen. Karl May ist und sollte ein Jugendklassiker bleiben. Dieser Buchblog kann nur mit einer Rezension über „Winnetou I“ von Karl May beginnen. Es gibt kein Buch, welches …

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Es kann losgehen!


Vorfreude auf diese Überschrift hat mich in den letzten Wochen angetrieben. Eigentlich hätte diesen Text kein Bild aus dem heimischen Garten begleitet, sondern wäre vor den Eingangshallen der Leipziger Buchmesse entstanden, doch die Corona-Pandemie hat alles verändert. Keine Lesefeste, keine Theaterbesuche begleiten meine Freizeit in den vergangenen Wochen. Das öffentliche Leben ist eingeschränkt.
Wie also einen Blogstart auf eine solche Phase anpassen? Den Großteil unserer Freizeit verbringen wir nun zu Hause, die Buchhandlungen als Begegnungsorte sind geschlossen.
Wir alle müssen mit den notwendigen Einschränkungen leben und so ist der Griff zum Buch in diesen Zeiten sicherlich auch die Chance dem heimischen Alltag zu entfliehen.
Albert Einstein sprach einmal „Logik bringt dich von A nach B. Deine Fantasie bringt dich überall hin“. Aus meiner Sicht zeigt dieser Satz auch, dass Bücher uns helfen über bestimmte Dinge nachzudenken und dabei Grenzen zu überschreiten. Genau diese Kraft, die dem Erzählen inne wohnt, soll auf diesem Blog und seinen Beiträgen Thema sein.
In unserer aktuellen Krisenzeit freuen wir uns über Unterhaltung und so hoffe ich, dass auch Ihr alle zu Büchern greift und Euch diese dabei helfen, diese Zeit zu überstehen. Ich möchte meinen Blog neben meinen Lieblingsbüchern, dann auch mit dem ein oder anderen Titel starten, der in meinen Augen gut in diese Zeit passt, oder auch die ein oder andere Ablenkung schafft!
 
Es kann also losgehen, mit dem Blog „Erzaehlwas“ und ich freue mich auf alle Leser*Innen und Rückmeldungen. Ab jetzt werden hier Lesezeichen gesetzt!
Und noch eine wichtige Sache in dieser Zeit ist es, für all die Buchhandlungen, nicht einfach und so bitte ich Euch diese und Ihre Online-Bestellmöglichkeiten zu nutzen und nicht alles auf den großen Online-Marktplatz zu verlagern.
 
Bleibt gesund Euer Sascha und sein Pinguin