Conroy, Al: Der Mann in Schwarz

Mit „Der Mann in Schwarz“ von Al Conroy legt der Apex-Verlag einen klassischen Western um den geheimnisvollen Revolvermann Clayburn neu auf. In der von Gewalt beherrschten Stadt Glory Hole stellt er sich dem brutalen Cole Wheelock entgegen. Der Roman überzeugt mit geradliniger Handlung, schnörkelloser Sprache und einem spannenden Showdown. Psychologische Tiefe und Überraschungen fehlen allerdings weitgehend. Solide Westernunterhaltung.

Morvan/Macutay: Die wahre Geschichte des Wilden Westens: OK Corral

„O.K. Corral“ aus der Splitter-Reihe „Die wahre Geschichte des Wilden Westens“ hinterfragt den Mythos um Wyatt Earp und die berühmte Schießerei von Tombstone. Statt klarer Helden und Schurken zeigt der Comic wirtschaftliche Interessen, Machtkämpfe und historische Ambivalenzen. Das ist spannend und differenziert, doch Figuren und Handlung bleiben mir zu distanziert. Für Western-Einsteiger trotzdem ein interessanter Zugang.

Filmkritik: Der Ölprinz

„Der Ölprinz“ von 1965 entfernt sich deutlich von Karl Mays Roman und setzt stattdessen auf eine temporeiche Abenteuergeschichte. Pierre Brice überzeugt erneut als Winnetou, während Stewart Grangers Old Surehand für mich nicht ganz an Lex Barker heranreicht. Stark sind Harald Leipnitz als berechnender Ölprinz und Heinz Erhardt als humorvoller Kantor Hampel. Dazu kommen großartige Landschaften und Martin Böttchers Musik.

Karl May Festspiele Elspe 2026: Winnetou I

2026 zeigt Elspe mit „Winnetou I“ eine fast dreistündige Inszenierung voller Action, Pferde und spektakulärer Bühneneffekte. Besonders überzeugt mich Jean-Marc Birkholz, der Winnetous Entwicklung viel Tiefe verleiht und für mich aktuell der beste Winnetou-Darsteller ist. Nicht jede dramaturgische Schleife funktioniert, doch Bühnenbild, Kleeblatt und starke Actionszenen machen den Besuch erneut zu einem unterhaltsamen Festspielerlebnis.

Hörspiel Winnetou I (RBB+Radio Bremen 2011)

Karl May und Hörspiele begleiten mich seit meiner Jugend. Den Auftakt meiner Beschäftigung mit May-Hörspielen macht „Winnetou I“ von RBB und Radio Bremen aus dem Jahr 2011. Die rund 100-minütige Adaption bleibt erstaunlich nah am Roman und entwickelt dennoch viel Tempo. Reiner Schöne überzeugt als Erzähler, Max Hopp als Winnetou und Konstantin Graudus als Old Shatterhand. Eine atmosphärische und spannende Umsetzung.

Karl May Festspiele Bad Segeberg 2026: Im Tal des Todes

„Im Tal des Todes“ begeistert in Bad Segeberg mit einer temporeichen Inszenierung voller Action, Humor und Emotionen. Besonders Alexander Klaws und Bastian Semm überzeugen als Winnetou und Old Shatterhand, während Florian Fitz, Isabell Varell und Heinrich Schafmeister starke Gastauftritte liefern. Für mich gehört die Aufführung zu den besten Karl-May-Produktionen der vergangenen Jahre.

Karl May Festspiele Mörschied 2026: Winnetou II – Das Geheimnis des Scouts

Auch in diesem Jahr haben mich die Karl-May-Festspiele Mörschied überzeugt. „Winnetou II – Das Geheimnis des Scouts“ punktet mit starken Schauspielern, beeindruckenden Reiterszenen und gelungenen Kampfchoreografien. Das Textbuch wirkt zwar stellenweise etwas überladen, doch die Leidenschaft des ehrenamtlichen Ensembles macht den Besuch zu einem lohnenswerten Karl-May-Erlebnis.

Marheinecke, Reinhard: Der Goldschatz  der Badlands

Mit „Der Goldschatz der Badlands“ setzt Reinhard Marheinecke seine Karl-May-inspirierte „Rote Reihe“ fort. Die Schatzsuche zwischen Europa und Nordamerika bietet viel May-Atmosphäre und starke Landschaftsbeschreibungen. Für mich bleibt der Roman jedoch etwas vorhersehbar und erreicht nicht ganz die Qualität anderer Bände – dennoch ein gelungener Einstieg in Marheineckes May-Kosmos.

May, Karl: Von Bagdad nach Stambul

Mit „Von Bagdad nach Stambul“ habe ich den dritten Band von Karl Mays Orientzyklus gelesen. Besonders gelungen ist die Weiterentwicklung der Freundschaft zwischen Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar, die während einer dramatischen Pestepisode neue Tiefe erhält. Die Reisebeschreibungen überzeugen, doch die episodenhafte Handlung und das Fehlen eines zentralen Konflikts lassen den Roman für mich hinter seinem Vorgänger zurückbleiben.

Filmkritik: Zwei rechnen ab

„Zwei rechnen ab“ erzählt den legendären Konflikt zwischen Wyatt Earp und den Clantons rund um den Schusswechsel am O.K. Corral. Der Film setzt weniger auf historische Genauigkeit als auf Mythos, Spannung und starke Figuren. Besonders das Zusammenspiel von Burt Lancaster und Kirk Douglas macht diesen Westernklassiker zu einer intensiven Geschichte über Freundschaft, Loyalität und den amerikanischen Westen.