Egli, Werner J.:  Delgado der Apache

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Werner J. Egli ist mir als Autor von Westernromanen bisher unbekannt gewesen. Dies überrascht durchaus, denn Eglis Roman „Im Sommer, als der Büffel starb“ hat auch über die Genregrenzen hinaus für Aufmerksamkeit gesorgt. Durch den Blitz-Verlag und seine Westernreihe bin ich nun aber auf den Autor aufmerksam geworden. Egli hat eine Trilogie um einen jungen Apachen namens Delgado geschrieben, und mit dem Auftakt stelle ich den Autor am heutigen Tag vor.

Um was geht es:

Der Apachen-Häuptling Mangas Coloradas wird in Fort McLean umgebracht und der junge Mimbreno-Apache Delgado muss deshalb ohne seinen Vater auskommen. Er wird von einem erblindeten Schamanen großgezogen und muss erkennen, dass er mit seinem Volk einer Illusion vom friedlichen Zusammenleben mit der weißen Bevölkerung anhängt. Die Bürger:Innen der Stadt Prescott setzen den Ureinwohner:Innen eine Schutztruppe entgegen, die das Land mit brutaler Gewalt domestizieren möchte. Belohnungen für Skalpjäger erzeugen zudem weitere brutale Verfolgungsjagden. Delgado gerät in die Fänge der Bürgerwehr und muss Folterung erdulden. Für ihn ist damit klar, dass er sich in diesen brutalen Kampf einschalten wird …

Mein Leseeindruck:

Die Erzählung von Werner Egli versucht sich an einem Psychogramm des jungen Apachen. Delgado möchte keinen Krieg gegen die weißen Einwanderer führen und muss sich schlussendlich den Ereignissen geschlagen geben. Schon sein Vater Magas Coloradas hatte die Zielsetzung eines friedlichen Zusammenlebens und musste diese Einschätzung mit dem Tode bezahlen. Für Delgado werden die Foltererfahrungen als äußerst einschneidend geschildert, denn diese führen ihn an seine menschlichen Belastungsgrenzen. Die Szenen sind intensiv geschildert, Egli findet prägnante Beschreibungen, die einen beim Lesen die Schmerzen nachvollziehbar werden lassen. Delgado härten diese Erfahrungen ab, er merkt jedoch auch, dass ihn dies in seinem Gerechtigkeitsempfinden nachhaltig prägen wird. Der junge Apache wird durch die Erfahrung somit nicht gebrochen, sondern die erlittene Erfahrung ist Motor seiner nächsten Handlungen. Egli hat einen klassischen Western geschrieben und seine Geschichte folgt den Genremustern. Figuren werden relativ deutlich bestimmten moralischen Positionen zugeordnet: Die Apachen sind das freiheitsliebende Volk, welches sich gegen die Einwanderer wehren muss. Die Fokussierung auf die Hauptfigur ist ambitioniert und gibt dem Text für diese Figur eine spezielle Tiefe. Grundsätzlich bekommen wir ein realistisches Lebensbild der Apachen geschildert, jedoch werden bestimmte Elemente bewusst fiktionalisiert und damit die Ureinwohner:Innen an bestimmten Stellen bewusst erhöht. Die Actionsequenzen sind dramatisch zugespitzt, mir persönlich ging es dabei jedoch so, dass ich nicht immer den Überblick behalten konnte. Die Sprache des Textes ist klar, doch bestimmte emotionale Prozesse erfahren wir nur verkürzt. Gelegentlich wechselt die Szenerie zu abrupt, bestimmte zeitliche Rückblicke können so nicht gut eingeordnet werden.

Fazit:

Dieser Roman hat mir einen neuen Autor und vor allem eine neue Reihe Westernromane beschert, und sicherlich wird es nicht der letzte besprochene Roman der Reihe sein. Die Darstellung der Apachen und ihr Kampf ums Überleben gegen die mit Gewalt vorrückenden Eindringlinge erreichen hier eine hohe Dramatik. Die Folterszenen sind nichts für schwache Nerven und das Psychogramm der Hauptfigur weiß zu begeistern.. Allerdings fehlt es an mancher sprachlicher Finesse bei emotionalen Szenen und die Zuspitzung bestimmter Szenen, sowie Zeit- und Perspektivwechsel geraten zu knapp und wirken deshalb abrupt. Insgesamt ist Egli jedoch ein klassischer Westernroman gelungen, nach dessen Lektüre man als Genre-Fan gerne noch zu den weiteren Romanen greift.

Autor:Inneninformation

Der Schweizer Schriftsteller Werner J.Egli arbeitete lange Jahre als Grafiker. Nach einem Aufenthalt in den USA begann er wieder zu schreiben.  Sein Roman „Im Sommer als der Büffel starb“ fand 1973 im deutschsprachigen Europa große Beachtung und wurde zum Bestseller. Es folgten weitere historische Romane. „Delgado der Apache“ ist Auftakt einer Trilogie.

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Wertung: 🐧🐧🐧🐧

Titel: Delgado der Apache

ISBN:  978-3-89840-390-0

https://blitz-verlag.de/index.php?action=buch&id=419

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