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Im Jahr 2025 und damit 24 Jahre nach „Der Schuh des Manitu“ hat Michael „Bully“ Herbig mit seinen Kameraden aus der Bullyparade eine Fortsetzung gedreht, welche den Namen „Das Kanu des Manitu“ trägt. Über den Film wurde bereits vor seinem Erscheinen viel gesprochen. Unklar war, ob alle Witze, welche den Vorgänger getragen haben, heute noch zeitgemäß sind und inwiefern der neue Film nur ein Abklatsch des Alten werden würde. Grundsätzlich ist das Team seinem Stil treu geblieben, und dies bewerte ich erst einmal positiv.
Der Humor-Ton des Vorgängers wird aufgegriffen, wenn auch Winnetouch (gespielt von Michael Bully Herbig) als Abahachis (ebenfalls Herbig) homosexueller Bruder weniger Rollenanteile hat. Dieses Mal muss sich Abahachi mit seinem Blutsbruder Ranger (Christian Tramitz) gegen den Verdacht von Sheriff Kane (Friedrich Mücke) erwehren, eine Überfallserie auf Eisenbahnzüge begangen zu haben. Stattdessen steckt hinter diesen Überfällen eine Bande unter der Führung einer Frau (Jessica Schwarz), die von allen nur Boss genannt wird. Sie wollen im Auftrag eines Ölbarons das berühmte Kanu des Manitu finden. Abahachi soll deshalb entführt werden, als er an den Galgen kommen soll, denn er kann sie zu diesem Schatz führen. Natürlich wird Abahachi zunächst von seinem Blutsbruder und dem griechischen Freund Dmitri (Rick Kavanian) gerettet. Doch die Verbrecherbande gibt nicht auf und jagt dem Apachen weiter hinterher.
Erneut ist ein Film gelungen, der Gags auf verschiedenem Niveau bietet. Klamauk trifft auf feine Satire, Wortwitz ist an der Tagesordnung, und wer sich in der May-Welt gut auskennt, erlebt den ein oder anderen weiteren humorvollen Moment. Bewusst wird auch bei Gags mit Anachronismen gearbeitet und damit dem Vorwurf zu viel klischeebehafteter Darstellung entgegengewirkt. Wer kritisiert, dass mancher Witz den Zeitgeist des Vorgängers atmet, versteht nicht, dass dieser Film bewusst mit diesen Anachronismen spielt. Herbig steht mit diesem Film auch zu seinem vorherigen Werk. Der Film bietet jedoch mehr Selbstironie als der Vorgänger, entlarvt Genreklischees und hat auch den ein oder anderen kritischen Karl-May-Witz auf Lager. Insgesamt zündet der Film nicht in der gleichen Weise wie der Vorgänger. Dies liegt allerdings daran, dass dieser noch den humoristischen Überraschungseffekt auf seiner Seite hatte, den der Nachfolger nicht haben kann. Die schauspielerische Leistung im Film ist routiniert und schafft einen Wiedererkennungswert. Ich musste über einige Witze wieder herzhaft lachen und fand, dass dieses Mal auch Filmanspielungen zu erkennen waren, die nicht konkret auf die Karl-May-Verfilmungen bezogen waren. Durch diese andere Struktur ist der Film noch stärker ein popkulturelles Satirespiel geworden. Sicherlich spielt Herbig mit dem ein oder anderen Klischee, doch wie bei allen Klischees steckt im Humor darüber durchaus die Botschaft, Teil dieser Kultur zu sein. Wer große Überraschungen erwartet hat, wird allerdings enttäuscht. Mir bleibt in Erinnerung, dass der Film, in dem Sky du Mont seine letzte Rolle als wiederkehrender Santa Maria bietet, ebenso schauspielerisch auf Nostalgieeffekte setzt. Kulissen und Landschaftsaufnahmen sind wieder gelungen und schaffen eine Karl-May-Atmosphäre.
Insgesamt ist der Film äußerst unterhaltsam. Wir dürfen noch einmal mit Bully in den Wilden Westen reiten und uns an dem bekannten Gag-Niveau des Vorgängers erfreuen. Mir gefällt die liebevolle Hommage an die berühmten Blutsbrüder, und man merkt dem Film an, dass hier Liebe zum Detail in der Produktion bestand. Zudem sind die Schauspieler mit ihren Rollen gut gealtert und so gibt es von mir wieder eine Empfehlung.
Werbung aus Liebe zum Film
Wertung: 🐧🐧🐧🐧🐧
