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Der Erfolg von Karl May und seinen Blutsbrüdern ist ohne die populären Verfilmungen der 60er Jahre nicht zu erklären. Horst Wendlandt begann mit Rialto Film und dem Regisseur Harald Reinl im Jahr 1962 mit dem populärsten Karl May Roman „Der Schatz im Silbersee“. Schon vorher hatte es Verfilmungen gegeben, doch die Popularität schaffte erst der Kinoerfolg 1962. Dabei sind die Produktionen allesamt nur angelehnt an die Buchvorlagen. Trotzdem finden sich natürlich Elemente in den Verfilmungen und bestimmte Figuren sind in ihrem Charakter und der äußerlichen Darstellung nahe an den Büchern.
Lex Barker als Darsteller des Old Shatterhand und vor allem Pierre Brice als Winnetou wurden Kinohelden, für letzteren war es „die Rolle seines Lebens“.
Die Wahl von „Der Schatz im Silbersee“ kann ich durchaus als Startpunkt nachvollziehen, für mich ist es vielleicht das beste Wild West Abenteuerwerk des Maysters. Die Garderobe Old Shatterhands orientierte sich an der Lederstrumpf-Verfilmung „Der Wildtöter“ von 1957, in welcher Barker den Trapper Falkenauge spielte.
Die Handlung des Films übernimmt aus der Romanvorlage, dass eine Truppe Tramps unter Führung von Colonel Brinkley (gespielt von Herbert Lom) durch einen Überfall die eine Hälfte einer Schatzkarte erhält. Dies bildet die Grundlage der Filmhandlung.
Opfer des Überfalls ist der Vater von Fred Engel (Götz George) und dieser will nun den Besitzer der zweiten Hälfte auf Butlers Farm warnen. Unterstützung erhält er hierbei von Sam Hawkens (Ralf Wolter) und dem reimenden Gunstick Uncle (Mirko Boman). Zwischenzeitlich sind auch Old Shatterhand und Winnetou auf die Tramps gestoßen und Old Shatterhand verspricht Fred seine Unterstützung. Den Tramps gelingt es den Besitzer der zweiten Hälfte mit seiner Tochter Ellen (Karin Dor) gefangen zu nehmen. Fred will sie befreien und begibt sich auch aus Zuneigung zu Ellen ebenfalls in die Hände der Tramps. Winnetou hat mittlerweile Unterstützung durch den Stamm der Osage organisieren können und so werden die Tramps zunächst in die Flucht geschlagen. Es beginnt allerdings ein Wettlauf zum Silbersee zwischen den Tramps mit ihren Gefangenen und den Blutsbrüdern. Letztere müssen sich zudem noch dem Stamm der Utahs erwehren. Es kommt zum finalen Showdown am Silbersee, wo der Schatz zu finden sein soll. Die Schatzjagd, die Utah als Kontrahenten, Westmann Gunstick Uncle und der für Humor sorgende Lord Castlepool (herzhaft schrullig Eddie Arent) werden dem Buch entnommen. Ansonsten ist die Romanze zwischen Fred und Ellen filmspezifisch und statt Old Shatterhand, ist im Buch Old Firehand Gefährte. Mich stören diese Anpassungen nicht, denn die Handlung muss auf einen Film mit einer Laufzeit von 110 Minuten angepasst werden.
Für Pierre Brice ist der Kinoerfolg der Verfilmung der schauspielerische Durchbruch. Er gibt dem Apachenhäuptling ein edles und heldenhaftes Auftreten. Allerdings wird das Potenzial in dieser Verfilmung noch nicht gänzlich abgerufen. Jedoch auch mit wenig Text zeigt sich wie diese Figur wirken kann. Lex Barker spielt Old Shatterhand als mutigen und zielorientierten Helden, Ralf Wolters gelingt eine passende Darstellung zur Figur des Sam Hawkens. Die Blutsbrüder agieren mutig und mit List, sodass es ihnen gelingt ihre Kontrahenten immer wieder zu besiegen. Die Schatzjagd ist treibender Handlungsanker und es geht nicht wie im Buch noch um eine Silbermine. Das Ende des Films ist dann etwas abenteuerlich und kein klassischer Showdown. Trotzdem ist dieser Film eine wunderbare Umsetzung des Stoffs und zurecht ein Publikumsmagnet gewesen. Die Landschaft des heutigen Kroatien bietet eine traumhafte Kulisse und der Film transportiert zentrale Botschaften seiner Vorlage. Ebenso zeichnet sich ab, dass die Filmmusik von Martin Böttcher prägend für die Verfilmungen wird.
Die beiden Blutsbrüder agieren respektvoll und mit List. Götz George kann seine Figur mit viel Mut versehen und steht doch klar im Schatten der schauspielerischen Darstellung der Blutsbrüder. Die Darstellung der amerikanischen Ureinwohner ist wie in den Büchern durchaus klischeebehaftet aber passend für die entworfene Märchenwelt Karl Mays. Der Erfolg der Verfilmungen basiert auf der sich hier abzeichnenden Faszination für diese Märchenwelt mit spannender Handlung, Zweikämpfen, mutigen Helden und der richtigen Portion Humor. Dieser Filmklassiker begeistert zurecht bis heute die ganze Familie und bekommt von mir deshalb Höchstwertung.
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Wertung: 🐧🐧🐧🐧🐧🐧
