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Für einen Karl-May-Fan wie mich war es im Jahr 2011 eine Freude, den erfolgreichsten deutschen Film aller Zeiten zu sehen. Michael „Bully“ Herbig und sein bewährtes Team aus der Bullyparade hatten sich mit „Der Schuh des Manitu“ dem Stoff um die Blutsbrüder und den Verfilmungen gewidmet. Die Parodie beweist dabei nicht nur, dass sie sich gut mit den deutschen Verfilmungen auskennt, sondern auch, dass sie Anspielungen auf weite Teile des Wildwest-Genres beherrscht.
Ranger (gespielt von Christian Tramitz), ein Südstaatler und damit schon ein Unterschied zur Vorlage, rettete dem Apachen-Häuptling Abahachi (Michael „Bully“ Herbig) einst das Leben und daraus erwuchs eine Blutsbrüderschaft. Zu Beginn des Films möchte er ein Stammlokal vom zwielichtigen Geschäftsmann Santa Maria (Sky du Mont) erwerben und muss feststellen, dass er einem Betrüger aufgesessen ist. Zu allem Überfluss wird noch der Häuptlingssohn der Schoschonen getötet und den beiden Blutsbrüdern wird der Mord in die Schuhe geschoben. Abahachi hofft, seinen entgangenen Schaden und auch das geklaute Gold der Schoschonen mit einem alten Schatz zu kompensieren. Gemeinsam begeben sich die Blutsbrüder auf eine gefährliche Reise, bei der sie zunächst die Teile der Schatzkarte wieder zusammenbringen müssen. Zunächst müssen sie hierzu zu Abahachis homosexuellem Bruder Winnetouch (ebenfalls Bully), seinem besten Freund Dmitri (Rick Kavanian) und seiner Jugendliebe Uschi (Marie Bäumer) reisen, um dann den Schuh des Manitu zu finden. Die Bande von Santa Maria möchte diesen Schatz jedoch ebenfalls haben und auch die Schoschonen befinden sich auf dem Kriegspfad.
Natürlich ist der Film als Parodie an manchen Stellen auch eine Verballhornung der Kult-Verfilmungen. Trotzdem verstehe ich ihn vor allem als eine Hommage an Filme, mit denen auch diese Generation Schauspieler aufgewachsen ist. Ich kann gar nicht zählen, an wie vielen Stellen ich herzhaft lachen musste. Der Film hat sowohl Wortwitz, als auch Situationskomik und Comedy-Einlagen. Gekonnt werden Running Gags mit innovativem Humor verbunden, teilweise absurde Szenen, wie eine Musical-Darbietung der Verbrecher, wirken nicht störend und haben dazu beigetragen, dem Film Kultstatus zu verleihen. Bully Herbig ist mit diesem Film eine Komödie gelungen, die für mich in einer Liga mit Filmen wie „Hot Shots“ oder „Die nackte Kanone“ steht, ebenfalls Persiflagen, die ich schätze. Herbig wählt nicht nur einfache Gags, manche Szene beweist mehr Tiefgang und lässt eingefleischte May-Fans eine weitere Humorebene entdecken. Natürlich ist der Film Kind seiner Zeit und weist durchaus klischeehafte Darstellungen auf, hier ist vor allem die Figur Winnetouch zu nennen. Herbig hat jedoch das Figurenensemble Mays bewusst durchbrochen, wollte mit Anspielungen arbeiten, die jeder versteht. Trotzdem ist der Film voller Zitate, selbst Kamerafahrten erinnern an die berühmten Filmvorlagen. Herbig bildet mit seinen Kollegen der Bullyparade das Herzstück und alle drei zeigen neben ihrem Comedytalent auch die ernste Schauspielerei. Zum Erfolg des Films hat allerdings ebenfalls Sky du Mont beigetragen, der in vielem an den großartigen Mario Adorf als Santer erinnert, der Rolle aber auch genügend eigene Interpretation gibt. Die Story ist in weiten Teilen an „Der Schatz im Silbersee“ angelehnt, beweist aber auch, dass man die anderen Filme bestens kennt.
Gelacht habe ich unter anderem über den ausgegrabenen Klappstuhl der Schoschonen, viele Wortwitze und die ewigen Streitereien zwischen den beiden Blutsbrüdern, die dabei auch Mays bewährte Abenteuersystematik mit den wiederkehrenden Gefangennahmen auf die Schippe nehmen. Für mich ist dieser Film ein kleiner Klassiker und ich kann ihn immer wieder ansehen, weshalb er von mir eine Höchstwertung bekommt.
Werbung aus Liebe zum Film
Wertung: 🐧🐧🐧🐧🐧🐧
