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Western sind eine Leidenschaft von mir und deshalb werde ich zukünftig regelmäßig Bücher und Filme auf dem Blog vorstellen. An meinem heutigen Westerntag stelle ich einen Film mit einem meiner Lieblingsdarsteller des Genres vor. „The Duke“ John Wayne ist eine wahre Genrelegende. Er war insgesamt in über 160 Filmen zu sehen und viele davon sind Western. Heute stelle ich eines der Genremeisterwerke vor, in welchem John Wayne die Hauptrolle spielt und mit Starregisseur und Genremeister John Ford zusammenarbeitete. 1956 schuf dieses Dreamteam mit „Der schwarze Falke“ einen der wichtigsten Genrefilme. Dieser Film ist wegen seiner tiefgründigen Auseinandersetzung mit den Themen Rache, Obsession und Rassismus ein Meilenstein im Westernsegment. Die Geschichte setzt einige Jahre nach dem Bürgerkrieg ein, als der ehemalige Soldat der Südstaaten Ethan Edwards (gespielt von John Wayne) nach langjähriger Abwesenheit auf die Farm seines Bruders in Texas zurückkehrt. Schon die Rückkehrszenen zeigen, dass er sich nur schwer in diese Gemeinschaft wieder wird einfügen können. Die Geschehnisse des Krieges haben diesen Mann gezeichnet. Eine Bürgermiliz taucht an einem Morgen auf und bittet die Männer des Hauses um Mithilfe. Comanchen haben Vieh gestohlen und sollen deshalb verfolgt werden. Dies erweist sich jedoch als Finte, um die Männer von den Farmen zu locken. Die Farm von Ethans Bruder wird überfallen. Dieser und seine Frau, sowie der minderjährige Sohn sterben. Die beiden Nichten werden hingegen von den Comanchen entführt. Für mich machen diese Sequenzen schon eine Qualität des Films aus. John Ford findet Bilder, welche die grausamen Geschehnisse versinnbildlichen, ohne all das Grauen zu zeigen.
Ethan ist sofort vom Gedanken getragen, die Verfolgung aufzunehmen und die beiden Mädchen zu befreien. Widerwillig lässt er sich bei seiner Suche vom jungen Halbblut Martin (Jeffrey Hunter) begleiten. Vor einigen Jahren hatte Ethan ihn als Findelkind gefunden und Martin ist dann auf der Farm des Bruders aufgewachsen. Nun stört sich Ethan auch daran, dass er indigenes Blut in seinen Adern hat. Erstmals wird somit ein tief sitzender Hass gegen die amerikanischen Ureinwohner:Innen sichtbar. Die Suche wird zu einer jahrelangen Odyssee, bei der sie zunächst auf die Leiche der ältesten Nichte stoßen und somit nur noch das Schicksal des jüngsten Mädchens beeinflussen können. Ethan beginnt irgendwann nicht mehr an eine Rettung zu glauben und befürchtet, dass seine Nichte zur Squaw geworden ist. Für Ethan ist das Mädchen dadurch entehrt und nicht mehr Teil der „weißen Bevölkerung“. Mit dieser Story setzt Ford auf einen Western ohne permanente Action. Seine Spannung zieht der Film aus der psychologischen Entwicklung der Figuren. Mit jeder Enttäuschung während der Suche werden die Ausweglosigkeit und die ansteigende Verzweiflung der beiden Figuren deutlich. Auch deren Verhältnis ist von tief sitzenden Spannungen und an vielen Stellen mangelndem Vertrauen gekennzeichnet. Über ihre lange Suche hinweg nähern sie sich jedoch an, obwohl man nie von einem gegenseitigen Verständnis sprechen kann. Vielmehr haben sie Respekt voreinander, weil keiner der beiden die ausweglose Suche aufgibt.
Ford unterläuft ein weiteres genretypisches Merkmal, denn seine Hauptfigur ist kein Held, den man in all seinen Charaktereigenschaften schätzt, sondern er ist ein zerrissener Charakter, dessen Rassenhass offen zutage tritt. Mit diesem Film hat John Ford dem Genre einen Film geschenkt, der vielen anderen als Inspiration diente. Mit Ethan Edwards wird ein Antiheld geschaffen, der aufgrund seiner zum Scheitern verurteilten Obsession zur tragischen Figur wird. John Wayne liefert in diesem Film wohl eine seiner besten schauspielerischen Leistungen ab. Seine Mimik passt zum verbitterten Mann, der mit seiner rohen Art durchgehend bedrohend wirkt. In seinen knappen Dialogen wird deutlich, dass er keinen Weg zu seinem Inneren öffnen möchte. Ihm wird der junge Martin als Figur gegenübergestellt, dessen Mut beeindruckt. Martin ist aber vor allem eine Figur, die schon aufgrund ihrer Herkunft für Versöhnung und Moral steht.
Fazit:
Dieses Meisterwerk ist eine feine Charakterstudie, die zugleich die Härte des Lebens im Wilden Westen aufzeigt. Der Film fokussiert sich aber vor allem auf eine Perspektive der Grenzer und geht auf die Situation der indigenen Bevölkerung wenig ein. Trotzdem ist der präsente Rassismus zu greifen. Die Spannung zwischen den beiden männlichen Hauptfiguren trägt den gesamten Film und dies ist ein besonderes Qualitätsmerkmal. Ethan Edwards wird nie richtig heimkehren können, und dies zeichnet sich schon vor der Entführung seiner Nichte ab. Mit dem Fokus auf die Hauptfigur ist Ford ein zeitloses Werk gelungen, welches symbolgleich für diese historische Zeit stehen kann. Die ruhige Erzählweise des Films verliert nie an Faszination. Mich haben die ikonischen Bilder und die herausragende schauspielerische Leistung von John Wayne überzeugt. Dies alles macht diesen Film zu einem meiner Genrelieblinge.
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Wertung: 🐧🐧🐧🐧🐧🐧
