Filmkritik: Für ein paar Dollar mehr

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Im Januar habe ich auf meinem Blog bereits den ersten Teil der Dollar-Trilogie von Sergio Leone vorgestellt, die prägend für das Subgenre des Italo-Westerns ist. Der zweite Teil wurde 1965 gedreht und festigte den Durchbruch dieses Subgenres. Das mit dem ersten Teil etablierte Konzept wurde vom Meisterregisseur weiterentwickelt.

Im Zentrum der Handlung steht erneut ein wortkarger Revolverheld namens Monco (gespielt von Clint Eastwood), der sich als Kopfgeldjäger seinen Lebensunterhalt verdient. Sein Konkurrent ist Colonel Douglas Mortimer (Lee van Cleef), der allerdings zufällig die gleiche Banditenbande verfolgt. Angeführt wird diese Verbrechertruppe von „El Indio“, der einen Banküberfall in Santa Fé plant. Monco jagt den Banditen primär aufgrund monetären Interesses, während den Colonel eine persönliche Geschichte mit dem gefürchteten Verbrecher verbindet. Nach anfänglicher Rivalität bündeln die beiden Kopfgeldjäger ihre Kräfte, um die Bande zur Strecke zu bringen. Die Geschichte gipfelt dann in einem Showdown, der auch die Schatten der Vergangenheit offenbart.

Sergio Leone hat mit diesem Film das Genre konsequent weiterentwickelt. Der Spannungsbogen steigert sich langsamer als im ersten Teil und durch die Figur des Colonel gibt es eine psychologische Tiefe. Erneut wird sich einer klaren moralischen Linie verweigert. Leone entfernt sich von dem noch prägenden japanischen Vorbild des Trilogieauftakts und setzt auf eine Eigenständigkeit in Geschichte und Ästhetik. Zentral bleibt wieder, dass die von Eastwood gespielte Figur ruhig und ohne Hintergrundgeschichte fungiert. Die Bildsprache des Films setzt auf Nahaufnahmen und geht dann immer wieder in die Totale. Die kargen Landschaften sind ein Sinnbild für die moralische Trostlosigkeit der Handlung. Die Musik von Ennio Morricone ist im zweiten Teil noch prägender und zieht sich ebenfalls musterhaft bis zum Showdown durch. Clint Eastwood gibt seine Figur erneut stoisch und mit minimalistischem Spiel. Lee van Cleef setzt dieser Figur einen kontrolliert agierenden Colonel entgegen, der berechnender wirkt, während Monco das Risikospiel liebt. Leone arbeitet mit feiner Situationskomik, welche zur Annäherung der Kopfgeldjäger beiträgt. Das Zusammenspiel der beiden Schauspieler ist glänzend und wird von Indio-Darsteller Gian Maria Volonté qualitativ hochwertig ergänzt. Seine Bösewichtfigur hat ebenfalls eine ganz andere Tiefe, als wir dies aus dem ersten Film kennen. Der Film verweigert sich den klassischen Heldenfiguren, sondern eigennützige Motive treiben die entscheidenden Personen an. Der Bösewicht erscheint als irre, fast traumatisierte Figur, die beiden Kopfgeldjäger sind durchgehend von einer Ambivalenz gekennzeichnet. Daraus ergibt sich ein spannender und ästhetisch gelungener Film.

Fazit:

Für mich ist dies einer der besten Filme aller Zeiten, den ich immer wieder gerne schaue. Sergio Leone hat einen meisterhaften Western mit interessanten Figuren und einer Story geschaffen, die ihren Figuren Tiefe und Zeit für Beziehungsentwicklung lässt. Die Bildästhetik und die Musik sind auf Geschichte und Figuren abgestimmt, sodass hier wirklich alles sitzt. Ich kann diesen Western immer wieder schauen und begeistere mich jedes Mal. Lee van Cleefs Mimik bleibt mir immer im Gedächtnis und ihn habe ich als Schauspieler durch diesen Film entdeckt.

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Wertung: 🐧🐧🐧🐧🐧🐧

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