Filmkritik: Für eine Handvoll Dollar

#kulturblog #cinemalover #filmkritik #füreinehandvolldollar #clinteastwood #sergioleone

Für meinen Blog sind Western ein wichtiger Bestandteil und ich möchte hier in diesem Jahr zunächst Filme vorstellen, die ich am Genre besonders schätze. Ein Schauspieler, der neben John Wayne für mich genreprägend ist, ist Clint Eastwood. 1964 schuf Regisseur Sergio Leone mit dem Film „Eine Handvoll Dollar“ ein Meisterwerk und brachte den bis dahin unbekannten Schauspieler Clint Eastwood auf die Filmlandkarte. Sergio Leone wurde von diesem Zeitpunkt an zum prägenden Regisseur des Untergenres „Italo-Western“ und ich mag diese Art von Filmen, da sie das Genre nochmals auf moralische Fragen fokussierte und das Bild des idealen Helden infrage stellte. 

„Eine Handvoll Dollar“ ist der erste Teil der Dollar-Trilogie und Geburtsstunde des Italo-Westerns. 
Der Revolverheld „Joe“ (gespielt von Clint Eastwood) reitet in das Grenzstädtchen San Miguel an der mexikanisch-amerikanischen Grenze ein. Dort tobt ein erbitterter Kampf zwischen zwei rivalisierenden Banden. Gegenüber stehen sich die Baxter-Bande und die Rojo-Brüder. Joe erkennt schnell, dass das Dorf unter dieser brutalen Herrschaft leidet und die normale Bürgerschaft vollkommen verdrängt wird. Joe entscheidet sich, die Banden gegeneinander auszuspielen. Er versucht, die Rojo-Bande zu infiltrieren, und löst damit einen brutalen und blutigen Krieg aus. Joe ist kein klassischer Held, da er weder moralisch zu greifen ist, noch Brutalität verweigert und nicht per se für die Allgemeinheit kämpft. Der Film lässt nämlich die Frage offen, ob Joe diesen Kampf nicht nur führt, um Kopfgeld für die Toten zu erhalten. 

Regisseur Leone adaptierte für seinen Film die Handlung von Akira Kurosawas Samurai-Meisterwerk Yojimbo (1961), in dem ein alleinstehender Krieger rivalisierende Banden gegeneinander ausspielt. Diese Nähe führte sogar zu einem Rechtsstreit. Leone fokussiert sich bei seiner Bearbeitung auf eine Darstellung eines Überlebenskampfes und stellt das Recht des schnelleren Colts in den Mittelpunkt. Dadurch wird eine klare Unterteilung in Gut und Böse vermieden, der Held Joe ist schwer zuzuordnen. Clint Eastwood ist das Zentrum des Films, spielt den einsamen Kämpfer betont minimalistisch. Die Figur ist durch körperliche Präsenz dominierend und braucht nur wenige Worte. Die minimalistische Mimik und das Augenspiel unterstreichen die Mystik der Rolle und zeigen doch, wie viel Gefahr von ihm ausgeht. Der Film spielt mit der Einschätzung, ob er seinen Plan im Griff hat, und zieht aus Rückschlägen sein Spannungsmomentum. Sein Gegenspieler Ramón Rojo wird von Gian Maria Volontè mit dem nötigen brutalen und skrupellosen Ausdruck versehen. Mich hat dieser Film wegen seines minimalistischen Plots beeindruckt. Ich habe es deshalb auch genossen, eine Westernstadt in Andalusien zu besuchen. Sergio Leone hat dort Filme gedreht und die Wüstenlandschaft umrahmt diese Filme entsprechend.

Fazit:

Eine Handvoll Dollar ist nicht nur ein Genrebeitrag, sondern Sergio Leone dreht das Genre. Das Bild des traditionell moralischen Helden wird verweigert und durch eine Figur ersetzt, die ebenso wie ihre Gegenspieler brutal und skrupellos handelt. Nie weiß man den tieferen Grund ihrer Handlungen, muss ihr stetig unterstellen, vor allem um des Kampfes wegen zu handeln. Dies macht diesen Film radikal ehrlich und die gewählten Bilder machen aus diesem fokussierten Plot ein prägendes Kunstwerk. Leone legt damit den Grundstein für ein ganzes Subgenre, zu dem er selbst weitere Klassiker liefert. Für mich ist dieser Western zurecht ein Genremeilenstein.

Werbung aus Liebe zum Film

Wertung: 🐧🐧🐧🐧🐧🐧

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert