#germanbookstagram #instabooks #instafilm #kulturblog #culturelove #kulturerleben #karlmayverlag #kindheitshelden #winnetou #kinoliebe #filmliebe #cinemalover #oldshatterhand #blutsbrüder #rialtofilm #winnetou1 #pierrebrice #lexbarker #ralfwolter #marioadorf #marieversini #chrishowland #wilderwesten #kulturliebe #kulturtipps #kulturvernetzt #erzaehlwas
Mit dem erfolgreichen Start der Karl-May-Verfilmungen mit „Der Schatz im Silbersee“ wurden die Türen für eine Reihe von Filmen geöffnet. Schnell legte man ein Exposé zu einer Verfilmung von Winnetou I vor und startete 1963 mit den Dreharbeiten und konnte den Film noch im Dezember des gleichen Jahres zur Uraufführung bringen. Nun konnte man im Kino endlich erleben, wie sich die beiden Blutsbrüder kennenlernten und zu ihrer lebenslangen innigen Freundschaft kamen. Ich kann jetzt schon vorweg sagen, dass dies meine absolute Lieblingsverfilmung ist und ich keinen Film in meinem Leben häufiger gesehen habe.
Harald Reinls Verfilmung erzählt die Entstehung der Blutsbrüderschaft. Old Shatterhand (gespielt von Lex Barker) reist als Landvermesser in die USA und soll für die Great Western den Fortschritt des Eisenbahnbaus kontrollieren. Dabei fällt auf, dass die Linienführung verändert und die inzwischen gebaute Strecke mitten durch das Land der Apachen führen soll. Veranlasst hat dies Frederic Santer (Mario Adorf), welcher mit seiner Banditenbande das Sagen über den Eisenbahnbau übernommen hat. Das dadurch gesparte Geld soll direkt in seine Taschen fließen. Es kommt zu Konflikten mit den Apachen um Häuptling Intschu-Tschuna (Mavid Popovic) und seinen Sohn Winnetou (Pierre Brice). Bei diesen Auseinandersetzungen wird zudem noch der berühmte Lehrmeister Klekih-Petra (Hrvoje Svob) ermordet. Old Shatterhand und seine Gefährten rund um Sam Hawkens (Ralf Wolter) werden gefangen genommen. Schwer verletzt wird Old Shatterhand von Winnetous Schwester Ntscho-Tschi (Marie Versini) gepflegt, doch nach seiner Genesung soll der Marterpfahl warten.
Der Film nimmt sich im Vergleich zu seiner Romanvorlage deutliche Freiheiten und fokussiert die Handlung stärker auf einen Gut-Böse-Konflikt. Frederic Santer erhält eine ganz andere Rolle und ist über den gesamten Film hinweg entscheidender Gegenspieler. Gleichwohl atmet auch der Film den Geist seiner Romanvorlage. Es geht um Freundschaft, Mut und den Glauben an eine friedliche Völkerverständigung, wobei sich letzterer in den beiden Blutsbrüdern symbolisieren lässt. Pierre Brice kommt in dieser zweiten Verfilmung noch deutlicher zur Geltung. Mit seiner stoischen, aber immer würdevollen Darstellung ist er entscheidend für den popkulturellen Mythos um den edlen Häuptling. Natürlich sind die Darstellungen der indigenen Bevölkerungsgruppen fernab von Realität, fügen sich aber in den Märchenkosmos der Karl-May-Welt bestens ein. Brice steht Lex Barker zur Seite. Sein Old Shatterhand ist ein zupackender Held, dessen moralische Integrität durchgehend durch die Figurenanlage vorhanden ist. Die beiden Schauspieler harmonieren bestens und sind Garant für den kommerziellen Erfolg der Verfilmungen. Unter den Nebenfiguren ist auf jeden Fall Ralf Wolter hervorzuheben. Sein Sam Hawkens ist wunderbar getroffen und mit dem passenden Humor versehen. Unterstützung in Sachen Komik erhält er im Film noch durch Chris Howland, welcher den englischen Journalisten Tuff-Tuff spielt. Seine Figur ist in der Romanvorlage nicht zu finden und wurde nur für die Erhöhung des Humors hineingenommen. Deshalb wirkt die Figur an der ein oder anderen Stelle auch wie ein Fremdkörper. Überragend ist die Interpretation Mario Adorfs als Schurken. In den Verfilmungen ist er sicherlich der markanteste Bösewicht, da er Santer sowohl Charisma, als auch die entsprechende Brutalität verleiht. Marie Versini steht Brice in der Darstellung einer edlen Apachin in nichts nach.
Die Handlung des Films ist gut strukturiert und hat einen steigenden Spannungsverlauf. Es wird in wunderbaren Bildern inklusive der Landschaftsaufnahmen erzählt und die ikonische Musik von Martin Böttcher ist bestens in den Ablauf integriert. Ich kann wirklich nur festhalten, dass diese Verfilmung absolut gelungen ist. Winnetou I ist handwerklich gut gemacht und schafft eine wunderbare Atmosphäre für seine bedeutende Geschichte im May-Kosmos. Es wird genauso wie das Buch immer mein Lieblingsfilm bleiben.
Werbung aus Liebe zum Film
Wertung: 🐧🐧🐧🐧🐧🐧
