Fisher, Clay: Gelbhaar

#bookstagram #lesen #jugendlitertaur #literatur #buchliebe #buchempfehlung #buchblog #bookstagramgermany #buchliebe #romane #lesenmachtglücklich #clayfisher #willhenry #gelbhaar #westernliebe #apexverlag #booklover #books #instabooks #kulturblog #supportyourlocalbookstore #buchtipp #leseliebe

Clay Fisher (vielen auch unter dem Pseudonym Will Henry bekannt) hat sich ebenfalls der historischen Figur des General Custer gewidmet. Anders als viele andere Romane nimmt er jedoch nicht die Ereignisse am Little Big Horn als Zentrum, sondern wählt den Zug gegen die Cheyenne am Washita River aus dem Jahr 1868 aus. Custer wird diesen Schlag im Nachhinein als großen Erfolg bezeichnen und begründet seinen von ihm verbreiteten militärischen Ruhm. Mit der Lektüre des Romans wird einem jedoch ebenfalls die Brutalität der Ereignisse bewusst.

Um was geht es:

Zentrale Figur des Romans ist der Scout Josh Kelso, der in Diensten des US-Militärs vor allem mit seinen Kenntnissen zu den Stämmen in den Plains punkten kann. Gegenüber Custer tritt Kelso durchaus als Gegenspieler auf, bei dem gewählten Vorgehen ein. Kelso ist eine Figur, die durchaus zwischen den beiden Völkern steht. Zuerst möchte er dem Cheyenne-Häuptling Black Kettler zur Seite stehen, doch nachdem er sich in eine Cheyenne verliebt hat, vergisst er sowohl seine militärischen Pflichten und möchte vor allem seine Geliebte retten. Dies alles ist eingebunden in die historischen Ereignisse des Jahres 1868 am Washita River.

Mein Leseeindruck:

Ich war durchaus etwas überrascht, dass sich Fisher für einen Roman über General Custer nicht die Schlacht am Little Big Horn ausgesucht hat. Schon der Titel des Romans zeigt aber auch, dass er sich kritisch mit der historischen Figur auseinandersetzen möchte. Der Name „Gelbhaar“ wurde Custer von den indigenen Stämmen aufgrund seiner blonden, lockigen Haare verliehen, und der Roman schaut ebenfalls aus einer kritischen Perspektive auf Custer. Josh Kelso ist eine spannende Figur. Er ist Vermittler zwischen den Völkern und zugleich militärisch gesehen ein wichtiger Ratgeber. Der Roman gibt seinen inneren Konflikten Raum, denn er kennt die Cheyenne gut und hat deshalb Verständnis für deren Häuptling Black Kettle und sein Agieren. Er und sein Volk müssen Hunger leiden, da ihnen die versprochenen Lebensmittelrationen nicht von der Regierung geliefert werden. Deshalb gibt es Unruhe unter den Männern und man möchte sich Nahrung durch Überfälle besorgen. General Sheridan möchte dieses Verhalten sanktionieren und trifft in General Custer einen bereiten Befehlsempfänger. Die siebente Kavallerie macht sich deshalb auf den Weg. Custers Zielsetzung ist von Beginn an ein Militärschlag. Für ihn ist es nicht relevant, ob man den Cheyenne versprochen hatte, sie nicht anzugreifen, sofern sie sich ruhig verhalten. Josh Kelso spürt diesen Drang, militärisch aktiv zu werden, und würde dies gerne verhindern oder die Cheyenne warnen. Allerdings ist er sich bewusst, fürs Militär zu arbeiten, und ist natürlich Teil der Eindringlinge, die nach weiterem Lebensraum streben. Clay Fisher macht aus Kelso keinen moralisch überlegenen Helden, und dies ist eine Stärke des Buchs. Kelso wird schlussendlich zu einem Einzelkämpfer, der seiner Liebe zu einer Cheyenne folgt und somit vor allem eines versuchen wird, nämlich zu überleben. Damit wird diese Figur als Held nicht überhöht, sondern in all ihren Facetten sichtbar. General Custer wird als jemand geschildert, dem es ebenfalls vor allem um den eigenen Erfolg geht. Er behandelt Kelos unterwürfig, da er in ihm nur einen militärischen Handlanger sieht und ihm vor allem vorwirft, zu viel Verständnis für die Ureinwohner:Innen zu haben. Insgesamt zeichnet sich der Roman durch realistische Beschreibungen aus, welche die Brutalität des Vorgehens sichtbar machen und dies mit einer fiktiven Geschichte rund um den Scout verknüpfen. Die Distanz zur Figur Custer hilft bei der Beurteilung der Geschehnisse und macht diesen Roman zu einer guten Verarbeitung historischer Begebenheiten.

Fazit:

Clay Fisher alias Will Henry ist ein bekannter Autor von Wildwestromanen und hat mich schon in meiner Jugend in der Reihe Heyne Western begeistert. Mit seinem Roman „Gelbhaar“ beweist er, dass er zu den besten Westernautoren gehört. Seine Romane sind nicht umsonst Filmvorlagen geworden. Seine Qualität unterstreicht, dass er fundierte Recherchen in tolle fiktive Geschichten verarbeitet.

Autor:Inneninformation

Henry „Heck“ Allen (1912-1991) war ein US-amerikanischer Autor. Allen wurde unter den Pseudonymen „Will Henry“ und „Clay Fisher“ bekannt für Romane, Erzählungen und Kurzgeschichten, die sich mit der Thematik des sog. „Wilden Westens“ befassten. 

Werbung aus Liebe zum Buch

Wertung: 🐧🐧🐧🐧🐧

Titel: Gelbhaar

ISBN: 978-3-7485-1771-9

https://www.apex-verlag.de/apex-western-b%C3%A4nde-1-bis-30-roman-und-anothologien-reihe/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert