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Christine Gräns und Marianne von Waldenfels sind mit ihrem Roman „Das Fräulein muss sterben“ auf meine Leseliste gekommen, da ich auf der Suche nach Krimis mit einem emanzipatorischen Bezug war. Ihre Zusammenarbeit ist der erste Band einer geplanten Reihe und entführt uns in die deutsche Bundeshauptstadt Bonn in den 70er Jahren. Damit ist diesem Roman in seinem Setting zugleich gelungen, meine Vorliebe für historische Kriminalromane abzudecken.
Um was geht es:
Die niederländische Journalistin Nelie Hendriks genießt in Bonn die Nähe zur politischen Bühne mit den hochrangigen Beamten. Die Gerüchteküche besagt, dass die Journalistin, um an Informationen zu kommen, bereit ist, Liebesaffären einzugehen. Dabei gelingt es ihr sicherlich auch, an das ein oder andere schmutzige Detail zu kommen. Als die Journalistin tot aufgefunden wird, soll Kommissarin Clara Frings den Todesfall bearbeiten. Allerdings wird ihr schnell signalisiert, dass der Fall als Suizid abgeschlossen werden soll. Doch Clara Frings hat Zweifel an dieser Darstellung und beginnt zu ermitteln…
Mein Leseeindruck:
Der Roman ist eine gelungene Komposition aus gut recherchiertem zeithistorischem Hintergrund und interessant komponiertem Krimiplot. Clara Frings ist eine spannende Figur, da sie sich als emanzipierte Frau in einem von Männern dominierten Berufsfeld behaupten muss. Doch nicht nur im Berufsleben muss sie sich mit einer männlich dominierten Weltsicht auseinandersetzen. Ihre Ehe ist ebenfalls keine glückliche und hat nur die Funktion, den Erwartungen der Gesellschaft zu entsprechen. Spannend finde ich, dass seitens des Autorinnenduos hier nicht nur die Frauenperspektive beleuchtet, sondern mit einem Kniff auch die Situation des Mannes zum Thema wird. Beruflich zeigt Clara, dass sie über eine gute Auffassungsgabe verfügt und sich von ihren Zielsetzungen nicht leicht abbringen lässt. Dadurch ist sie als Polizistin ihren männlichen Kollegen ebenfalls unangenehm. Frauenrollen präsentiert der Roman jedoch auf verschiedenen Ebenen. Die Recherche zur Journalistin Nelie Hendricks legt viele Stereotype frei, welche man Frauen dieser Zeit bei bestimmten Verhaltensweisen zugeschrieben hat. Viele sehen in Hendricks nur eine billige Prostituierte und möchten sie als solche abgestempelt sehen. Die Lebensgeschichte hinter ihrem Todesfall wird dabei nicht herangezogen. Nur Clara durchdringt die Männerwelt, welche die Hintergründe des Todes verdecken möchte. Unterstützt wird Clara von ihrer Freundin Elfi, die ebenfalls journalistisch aktiv ist. Das Autorinnenduo nutzt seine starken Frauenfiguren, um die gesellschaftlichen Herausforderungen für Frauen dieser Zeit anschaulich zu zeigen. Gelungen sind zudem die Einarbeitung der politischen Ereignisse dieser Zeit, und so ist dieser Roman nicht nur eine spannende Unterhaltung, sondern zugleich Geschichtsunterricht. Etwas schwächelnd fällt manche Männerfigur aus, aber mit dieser Einschränkung wird der Roman nicht zwingend geschwächt, sondern unterstreicht den Fokus auf die Polizeiarbeit und die gesellschaftlichen Herausforderungen für die Geschlechter.
Fazit:
Mir hat dieser Reihenauftakt gut gefallen. Die Frauenfiguren sind toll geschildert und dem Autorenteam gelingt es, die historischen Begebenheiten in einen spannenden Kriminalfall einzubinden. Ebenfalls positiv zu erwähnen ist, dass es dem schreibenden Team gelingt, einen durchweg konsistenten Ton zu halten. Clara ist eine resolute Person, deren Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und das damit verbundene Durchhaltevermögen zum Lösen des Falles führen. Die angelegte private Hintergrundgeschichte bietet für nachfolgende Bücher Reihenpotential.
Autor:Inneninformation
Christine Grän schrieb in den 70er-Jahren für den Bonner General Anzeiger, um danach in Botswana und Hongkong, Frankfurt, Bonn und München als Journalistin und Autorin zu arbeiten. Sie veröffentlichte zahlreiche Romane, unter anderem die Anna Marx-Krimis.
Marianne von Waldenfels ist Journalistin und Autorin. Nach ihrem Volontariat an der Axel-Springer-Akademie und Stationen bei Gruner & Jahr und ProSieben war sie viele Jahre stellvertretende Chefredakteurin der Zeitschrift InStyle. Sie schrieb Sach- und Reisebücher und lebt und arbeitet in München.
„Das Fräulein muss sterben“ ist Auftakt ihrer Krimireihe um Ermittlerin Clara Frings.
Werbung aus Liebe zum Buch
Wertung: 🐧🐧🐧🐧🐧
Titel: Das Fräulein muss sterben
ISBN: 978-3-426-44688-1
