Grebe, Stefan: Die Übermacht

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Mit Stefan Grebes Roman „Die Übermacht“ widme ich mich heute einem weiteren Roman, der für einen Krimipreis nominiert war. Grebe war mit seinem Roman über die Macht des chinesischen Staatsapparates für den Friedrich-Glauser-Debütpreis nominiert. Der Roman ist ein Agententhriller und liefert geopolitische Machtspiele und actionreiche Elemente.

Um was geht es:

Offiziell steht Robert Forster nicht mehr in Diensten des BND, doch für spezielle Aufträge greift man gerne auf ihn zurück und holt ihn aus seinem ruhigen Leben heraus. Die Chinesin Jun Ji Bao will in der Sendung von Mark Kopp eine Sensation öffentlich machen. Doch dann stirbt sie vor laufenden Kameras. In China erhält Maria eine Nachricht ihrer Tante Jun Ji Bao, die sie auffordert, einen USB-Stick nach Europa zu bringen. Forster soll herausfinden, warum Ji Bao sterben musste, und seine Spuren führen ihn in die Nähe von Maria. Die beiden müssen dabei versuchen, ihren Gegnern zu entkommen, denn diese scheinen ihnen immer einen Schritt voraus zu sein, im Kampf darum, die Wahrheit nicht ans Licht kommen zu lassen.

Mein Leseeindruck:

Stefan Grebe hat einen aktuellen und hochspannenden Roman geschrieben, der uns die geopolitischen Veränderungen unserer Welt und daraus entstehenden Machtstrukturen vor Augen führt. Er wählt für die spannende Darstellung seines Thrillers kurze Kapitel, die immer wieder gelungene Teaser umfassen. Forster ist kein James-Bond-Typ, überzeugt aber durch zielstrebiges Handeln und mit Analysefähigkeiten. Schnelle Handlungsmuster sind für ihn bei seinem Job elementar. Maria ist eine Figur, die mit den an sie herangetragenen Herausforderungen wächst. Die Story hinter den spannenden Actionszenen ist hochaktuell. Der Einfluss von Tech-Konzernen auf die globale Entwicklung, ebenso wie der von großen Chemiefirmen und die daraus entstehenden Abhängigkeiten, sind real. Für uns Europäer ist dabei nicht immer sogleich spürbar, dass es in anderen Ländern eben nicht die bei uns bekannten Kontrollinstanzen gibt. Robert Forster und Marie geraten in einen Sog von Ereignissen. Marie muss erkennen, dass hinter den für alle erkennbaren Strukturen sowohl seitens des Staates, als auch seitens seiner Gegner weitere Strukturen geschaffen wurden, die im Verborgenen agieren. Stefan Grebes Recherche ist positiv hervorzuheben, der dargestellte Überwachungs- und Kontrollapparat wirkt realistisch, ebenso die dagegen ansteuernde Arbeitsweise des BND. Die geopolitischen Strukturen werden über die Handlung und die Figuren vermittelt. Nie wird Grebe in Erläuterungen zu trocken, sondern es bleibt immer eine faszinierende Geschichte. Natürlich bleibt es insgesamt eine fiktive Erzählung, der man aber mit der gebotenen Spannung und Neugier folgt. Dabei gibt es durchaus Momente, in denen die Bedrohung überzeichnet wirkt. Zudem ist Robert Forster an manchen Stellen eine zu funktionale Figur, was der Geschichte eine Spur Lebendigkeit nimmt.

Fazit:

Dieser Thriller ist fundiert recherchiert und allein deshalb beweist er eine starke Qualität gegenüber vielen Genrethrillern, die ein Agentenleben schildern, welches mehr an Populärkultur als an die Wahrheit erinnert. Stefan Grebe erreicht an einigen Stellen durchaus die Qualität eines Andreas Pflüger, auch wenn es sprachlich noch Potenzial gibt. Mich konnten die beiden Hauptfiguren in ihrem Kampf gegen ein schier übermächtiges System begeistern und vor allem mitnehmen. Man ist somit neugieriger Leser und dies ist wesentlich für einen Thriller. Sofern Fortsetzungen mit Robert Forster angedacht sind, würde sich jedoch etwas mehr Charaktertiefe lohnen.

Autor:Inneninformation

Nach einem Filmstudium in Rom und London, Tätigkeiten als Regisseur in Musikvideos und Werbefilmen sowie als TV — Formatentwickler ist Stefan Grebe inzwischen im Filmbereich ausschließlich als Regisseur und Autor von Musikdokumentationen tätig. „Die Übermacht“ ist sein erster Roman.

Werbung aus Liebe zum Buch

Wertung: 🐧🐧🐧🐧

Titel: Die Übermacht

ISBN: 978-3-7577-0078-2

https://bastei-luebbe.de/Buecher/Krimis-Thriller/Die-UEbermacht.-Nominiert-fuer-den-GLAUSER-2025-in-der-Kategorie-bestes-Debuet/9783757700782

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