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In diesem Jahr standen insgesamt drei Karl-May-Festspielbesuche auf meinem Programm. Drei Wochenenden hintereinander hieß es für mich ab in den Sattel durch den Wilden Westen. Seit drei Jahren verbringen wir unseren Sommerurlaub an der Nordsee in Büsum, und dies bietet mir alljährlich die Gelegenheit, meinen Lieblingsfestspielen in Bad Segeberg einen Besuch abzustatten. Für mich war es nun sogar seit 2022 der vierte Besuch in Folge.
Bad Segeberg ist vor allem wegen des Antiquariats vor Ort (hier gibt es immer wieder Lesenachschub) und der beeindruckenden Naturbühne meine alljährliche Lieblingsstation, und solange sich dies für mich mit meinem Urlaub ergibt, mache ich dort Halt.
2025 stand „Halbblut“ auf dem Programm und erneut fungierte Nicolas König als Regisseur. Da ich in diesem Jahr drei Bühnenaufführungen sehen konnte, zieht man natürlich einen Vergleich. Grundsätzlich sind alle Bühnen einen Besuch wert, doch Bad Segeberg war dieses Jahr etwas schwächer, aus meiner Sicht. Dies kann allerdings auch immer meinen hohen Erwartungen an diese Bühne geschuldet sein.
Das Stück nimmt uns mit in die Jagdgebiete der Comanchen. Häuptling Tokvi-Kava (gespielt von Urgestein Joshy Peters) hat allen Weißen den Tod geschworen und plant einen Überfall auf die Siedlung Firewood Camp. Um die dortige Bewohnerschaft auszuspionieren, entsendet er seinen Stiefsohn, das Halbblut Ik Senanda (Sascha Hödl). Dieser zweifelt jedoch, schließlich ist er der Sohn einer Comanchin und eines Weißen und damit ein Kind zweier Welten. Firewood Camp steht unter der Kontrolle des Verbrecherpaares Leveret (gespielt von den Gaststars Francis Fulton-Smith und Sonja Kirchberger). Dieses Paar will eine sagenumwobene Bonanza im Comanche-Gebiet entdecken und ist dafür sogar bereit, das ganze Camp zu verraten. Auch in Gefahr gerät dadurch der Goldgräber Majestät (Bühnenlegende Harald P. Wieczorek). Es wartet somit viel Arbeit auf Winnetou (Alexander Klaws) und Old Shatterhand (Bastian Semm), die dabei noch Quacksalber Dr. Jefferson Hartley (überzeugendes Festspieldebüt von Alexis Kara) und Professor Timpe (Stephan A. Tölle) im Schlepptau haben. Letztere sorgen für die humorvollen Elemente im Stück und sind damit ein Highlight des Stücks. Schauspielerisch stark fällt mir in diesem Jahr Bastian Semm auf, dies liegt aber auch daran, dass ihm durch die Regie die Möglichkeit gegeben wird, als Old Shatterhand auch mal einen flotten Spruch zu machen. Für mich hat dies dem Stück gutgetan und ich hoffe, man hält an Semm in dieser Rolle fest.
Bad Segeberg weiß zudem wieder mit einem tollen Kulissenbau zu überzeugen, sogar mit Zuggleisen, welche beim Showdown nochmals eine entscheidende und spektakuläre Rolle spielten.
Gekonnt wird der Bühnenabschied von Harald P. Wieczorek mit Anspielungen auf vergangene Rollen inszeniert, doch die Rolle des Goldgräbers hätte es für die Stückhandlung nicht gebraucht. Überhaupt kann mich das Buch von Michael Stamp dieses Jahr nicht gänzlich überzeugen. Für mich ist die Motivation des Schurkenpärchens schwach und Sascha Hödl kann der Figur des Halbbluts in keiner Szene die Zerrissenheit geben. Aus der Vergangenheit weiß man, dass er schauspielerisch dazu auf jeden Fall in der Lage wäre. Enttäuscht haben mich die Schurkendarstellungen der Gaststars, und dies ist auch der schwachen Story geschuldet. Ich hatte mich auf Francis Fulton-Smith gefreut, doch er kann Leveret nicht als glaubwürdigen Schurken darstellen, überspielt die Rolle in bestimmten Szenen, und dies schwächt das Stück. Hier hätte ich mir ein besseres Buch und eine bessere Regiearbeit gewünscht.
Kompensiert werden diese Schwächen von tollen Actionszenen. In erster Linie sind dies Kampfsequenzen inklusive Karateeinflüssen und tolle Pferdestunts. Somit zeigt Bad Segeberg schauspielerische Highlights in bestimmten Rollen. Vor allem der Humor ist bärenstark, ebenso überzeugt Alexander Klaws als Actionheld, der beim Showdown wieder glänzt, und liefert damit insgesamt wieder tolle Unterhaltung. Ich kann somit den Bühnenbesuch erneut empfehlen. Gespielt wird in diesem Jahr noch bis zum 9. September, weitere Informationen gibt es unter https://www.karl-may-spiele.de/.
Im kommenden Jahr wird dann „Im Tal des Todes“ gespielt.
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Wertung: 🐧🐧🐧🐧🐧
