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Bei den Darmstädter Krimitagen ist Lokalautor Michael Kibler seit Jahren fester Bestandteil bei den Gästen und im Moderationsteam. Ich kenne ihn als Autor schon seit einigen Jahren und zähle ihn mit seinen in Darmstadt spielenden Krimis zu den in meinen Augen besseren Autoren von Regionalkrimis. Mittlerweile schickt er seinen Ermittler Steffen Horndeich mit dem Roman „Bunkermädchen“ in seinen 17. Einsatz. Die Krimis zeichnen sich allesamt durch eine Mischung aus spannender Handlung und lokalem Hintergrund, gepaart mit persönlichen Geschichten der Ermittler:Innen aus.
„Wer auch immer in diesem Bunker gelebt hat – ich bitte Sie eindringlich: Wenn Sie etwas gesehen oder gehört haben, melden Sie sich! Nur mit ihrer Hilfe kann die Polizei endlich herausfinden, wer meine Tochter ermordet hat.“
Kibler, Michael: Bunkermädchen, Societätsverlag 2025, S.28.
In diesem Band muss Privatermittler Steffen Horndeich mit seiner Kollegin Jana Welzer einen Fall aufklären, der schon Jahre zurückliegt. Es geht um die ermordete 24-jährige Charlotte Fries, deren Tod vor vierzig Jahren Rätsel aufgab und bis heute nicht gelöst werden konnte. Sie wurde damals neben einem Weltkriegsbunker gefunden. Damals lebten fünf Menschen in diesem Bunker, jedoch konnten die Obdachlosen nicht per Namen ermittelt werden. Nun hat ein Klassentreffen den alten Fall bei einem Schulkameraden wieder in den Fokus gerückt und er ist bereit, Horndeich zu beauftragen. Zuerst bedeutet dies, dass er mit seinem Team die Identitäten der vermeintlichen Zeugen ermitteln muss. Bei den Ermittlungen entdecken sie, dass die Motive für den Mord in zwischenmenschlichen Beziehungen liegen. Kibler wählt für den Aufbau seines spannenden Krimis eine klassische Cold-Case-Struktur. Der Mord liegt Jahrzehnte zurück und so nutzt das Ermittlungsteam moderne Technik, die neue Erkenntnisse bringen kann, weil diese Technologie damals noch nicht zur Verfügung stand. Schrittweise kommen neue Informationen ans Tageslicht und sorgen dafür, dass bei den ermittelten Zeugen ebenfalls Geheimnisse der Vergangenheit drohen, ans Licht zu kommen.
Erneut stehen Jana Welzer und Steffen Horndeich im Fokus und wir erfahren auch wieder die neuesten Entwicklungen aus der Familie Horndeich. Die Kinder sind älter geworden und Sohn Alexander ist weiterhin ein großes musikalisches Talent. In diesem Buch steht er in der Schule vor einem Problem mit einem Mitschüler. Gekonnt schildert Kibler diese familiären Hintergründe, ohne dass dies den eigentlichen Kriminalfall überlagert. Mir gefällt an diesem Band, dass Assistentin Katharina eine dominantere Rolle erhält. Weiterer Bestandteil der Reihe ist der lokale Hintergrund. Man lernt etwas über das historische Darmstadt, in diesem Fall die Bunker als Schutzort im Zweiten Weltkrieg. Der Bunker ist jedoch nicht nur Handlungsort, sondern kann als Symbol für die verdrängte, beziehungsweise versteckte Vergangenheit gelesen werden. Kiblers Schreibstil ist erneut klar und fokussiert, man folgt dem Text gerne und kann ihn flüssig lesen. Als lokale Leserschaft kann man sich mit den genannten Orten identifizieren und durch die genaue Beschreibung entsteht eine besondere Authentizität.
Fazit:
Michael Kibler hat erneut einen interessanten Roman aus Darmstadt geschrieben und vermittelt wieder spannende historische Hintergründe. Allerdings fokussiert sich der Roman vor allem auf die Ermittlung der Zeugen aus dem Bunker. Die Aufklärung des Mordes wird erst zum Ende erfolgen, und doch ist dieses Mal der Spannungsbogen nicht ganz so hoch gesetzt. Wie immer sind die Figuren mit einer schönen Tiefe ausgestattet, aber es kommt zu geringen Überraschungen. Die Verarbeitung des Handlungsortes sorgt wieder für Authentizität, und Fans der Reihe sollten auch diesen Roman nicht ausfallen lassen. Wir dürfen uns auf jeden Fall darüber freuen, dass es mit der Figur Steffen Horndeich und dieser qualitativ guten lokalen Krimireihe weitergehen wird.
Werbung aus Liebe zum Buch
Wertung: 🐧🐧🐧🐧
Titel: Bunkermädchen
ISBN: 978-3-95542-533-3
