Lebbon, Tim: Der Aufstieg der Jedi-Ritter – Ins Nichts

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Auf meinem Blog finden sich verschiedene wiederkehrende Bezüge. Dominierend ist dabei der Western, doch ich habe in meinen Jugendjahren ebenfalls Star-Wars-Romane und Comics verschlungen. Ausgehend von den zwei Trilogien haben mich auch daran anknüpfende Bücher begeistern können. Diese Vorliebe möchte ich auch heute noch zeigen und greife deshalb gerne zu Star-Wars-Romanen. Der heute präsentierte Roman ist dabei in der zeitlichen Einordnung im Star-Wars-Universum weit vor den bekannten Filmen einzuordnen. Ich möchte in meinem Star-Wars-Bereich versuchen, der Timeline von Star Wars zu folgen und damit aufzeigen, was für eine gigantische Welt hier, ausgehend von George Lucas, entworfen wurde. Der Roman ist Teil der „Dawn-of-the-Jedi-Reihe“ und spielt in der sogenannten prä-republikanischen Ära und damit 26.793 Jahre vor der Schlacht von Yavin, welche immer als Orientierungspunkt genommen wird. In dieser Zeit existiert der Je’daii-Orden auf dem Planeten Tython. Es handelt sich um eine Vorläufergruppierung der uns allen bekannten Jedi. Sie sind von der Macht als Kraft beseelt und versuchen, die Balance zwischen heller und dunkler Seite der Macht zu finden, ein Kampf, welcher Kern des gesamten Star-Wars-Universums ist.

„Im Gleichgewicht mit der Macht zu sein ist von grundlegender Bedeutung, um ein großer Je’daii zu werden, und um dies zu erreichen, muss man auch seine eigenen Fähigkeiten und Talente ins Gleichgewicht bringen.“

Lebbon, Tim: Der Aufstieg der Jedi-Ritter – Ins Nichts, Blanvalet Verlag 2014.

Die Geschichte erzählt von der Je’daii-Rangerin Lanoree Brock, die von den Meistern ihres Ordens mit einem heiklen Auftrag losgeschickt wird. Sie soll sich einer gefährlichen Bedrohung der Galaxis durch die Sekte der Sternseher annehmen. Prädestiniert erschien sie hierfür nicht nur wegen ihrer guten Kontrolle der Macht, sondern auch, weil es sich beim Anführer der Sekte um ihren tot geglaubten Bruder Dalien handeln soll. Dieser möchte mithilfe alter Technologie den Gerüchten um ein Hypertor nachspüren und versuchen, mit dunkler Materie die Welt aus den Angeln zu heben. Lanoree nimmt die Mission trotz der familiären Verstrickungen an. Ihr zur Seite wird der zwielichtige Twi’lek Tre Sana gestellt, der wohl in einer persönlichen Verpflichtung zu einer der Je’daii-Meisterinnen zu stehen scheint. Bei ihrer Reise müssen sie verschiedene Planeten besuchen, um die Spur von den Sternsehern aufzunehmen. Erzählt wird die Geschichte jedoch in einem parallelen Blick. In Erinnerungen wird erzählt, wie Lanoree und Dalien sich in ihren Kinder- und Jugendtagen auf den Weg gemacht haben, den Umgang mit der Macht zu lernen. Schnell zeigt sich bei dieser Reise, dass Dalien keinen Zugang zur Macht zu finden scheint. Die sich in ihm aufstauende Wut entlädt sich in einer Schulungseinheit und führt zu einer Gefährdung der Mitschüler:Innen. Diese Erinnerungen gipfeln dann im Verschwinden Dals und dem Glauben, dass dieser verstorben ist. Von der Plotstruktur her doppelt Lebbon seinen Text, denn die gemeinsame Reise ist ebenfalls eine Jagd. Für Dalien endet diese im Zugang zum Wahnsinn.

Lanoree ist die zentrale Protagonistin, deren talentierter Umgang mit der Macht sie zur geeigneten Person für diese Mission macht. Allerdings durchzieht sie durchgehend die Frage, ob sie in der Lage wäre, ihren Bruder, falls nötig, auch zu töten. Diese emotionale Ebene ist für den Roman wichtig und aus meiner Sicht typisch für das Star-Wars-Universum. Ebenso gilt dies für die Geschichte der Figur Dalien, denn die von der Macht abgestoßene oder dem Dunklen zugewandte Figur ist ebenfalls typisch. Tre Sana ist eine Figur, die über den Roman hinweg immer mehr Tiefe erhält. Die Verbindungen zu kriminellen Vereinigungen sind hilfreich, um der Sekte nachzuspüren. Doch durch die Gespräche mit Lanoree erkennen wir beim Lesen, dass es sich um eine Figur handelt, die sich auch moralisch weiterentwickelt hat.

„Er hasst es, wenn sie seinen Verstand berührt, wenn sie die Macht nutzt, um in seine Gedanken einzudringen. Darüber haben sie sich schon mehr als einmal gestritten.“

Lebbon, Tim: Der Aufstieg der Jedi-Ritter – Ins Nichts, Blanvalet Verlag 2014.

In diesem Zitat wird der zentrale Konflikt nochmals betont. Tim Lebbon erzählt diese Geschichte mit einem guten Gespür für Figurenrede. Entscheidend für die Qualität eines Star-Wars-Romans ist aus meiner Sicht, wie die Welt geschildert wird. Lebbon ist für seine bildhafte Sprache zu loben, erzeugt wunderbare fremde Welten und man hat in jeder Szenerie die passenden Bilder im Kopf. Das Ende der Geschichte ist aus meiner Sicht etwas abgehackt und der Showdown hätte eine bessere Ausgestaltung gebraucht.

Fazit:

Mit diesem Buch ist mir eine andere Episode aus dem Star-Wars-Universum nähergebracht worden. Der Roman schildert ein Volk, in welchem wir wohl die Urform der Macht vermuten können. Tim Lebbon wählt hierfür klassische Muster der mir bekannten Star-Wars-Geschichten und diese sorgen für einen kontinuierlichen Spannungsaufbau. Die drei Protagonisten sind richtig gut geschildert, haben die entsprechende Tiefe, die geschilderten Welten sind lebendig und bildhaft. Für mich hat der Roman Schwächen, wenn er sich in den Rückblenden und der gegenwärtigen Story in Formulierungen doppelt. Es bleibt aber ein solider und unterhaltsamer Roman und ich freue mich auf weitere Geschichten aus dieser Zeit des Star-Wars-Universums.

Werbung aus Liebe zum Buch

Wertung: 🐧🐧🐧🐧🐧

Titel: Der Aufstieg der Jedi-Ritter – Ins Nichts

ISBN: 978-3-641-12949-1 E-Book

https://www.penguin.de/buecher/tim-lebbon-star-wars-der-aufstieg-der-jedi-ritter/ebook/9783641129491

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