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Auf der Frankfurter Buchmesse nehme ich kleinere Verlage immer genau unter die Lupe und freue mich über die Begegnungen mit unbekannten Autor:Innen. Eine solche Begegnung hat mir das heutige Buch auf die Leseliste gebracht. Die Eifeler Autorin Ute Mainz habe ich während der Buchmesse kennengelernt und ihre Werbung für ihre Krimireihe hat dazu geführt, dass ich mir ein Leseexemplar mitgeben lassen habe. Grundsätzlich freue ich mich immer über neue Lokalkrimis und war deshalb auf ihre Reihe gespannt. Namensgeber ihrer Reihe ist kein Kommissar, sondern die höchste Erhebung bei Aachen.
Um was geht es:
Nach einer eskalierten Bürgerversammlung wird ein Befürworter von Wolfansiedlungen in der Region tot aufgefunden. Kommissar Steffens übernimmt die Ermittlungen und vermutet den/die Täter:In zunächst unter den Gegnern der Ansiedlung. Allerdings deuten sich in den weiteren Ermittlungen komplexere Motive an. Dabei gerät auch er selbst und sein früheres Verhalten in Zweifel und erschwert seine Ermittlungen. Aber auch ein vermeintlich korrupter Lokalpolitiker gerät unter Verdacht…
Mein Leseeindruck:
Ute Mainz kennt die Region und hat ihre Reihe bewusst in der Nordeifel angesetzt. Dort treffen konservative Traditionen und Moderne sowie die Interessen von Naturschützern und ökonomische Ziele aufeinander. „Wolfsgeheul“ ist der vierte Band ihrer Reihe, aber man kann die Bücher unabhängig voneinander lesen. Kommissar Steffens stößt bei seinen Ermittlungen auf verschiedene mögliche Motive. Allerdings wird den jeweiligen Motiven nicht immer der nötige Raum gegeben. Die Nebenhandlung rund um einen vermeintlich korrupten Lokalpolitiker stört aus meiner Sicht immer wieder den Krimiplot, da sie sich in diesen nie passend einfügt. Der damit verbundene Humor funktioniert an bestimmten Stellen, zündet aber nicht durchgehend. Gut ist der Roman, wenn er sich auf das Thema der Wolfsansiedlung konzentriert. Das Spannungsfeld zwischen Naturschutz, Tradition und landwirtschaftlichen Zielen ist gut aufgebaut und gibt jeder Position Raum. Mainz verarbeitet dabei auch Vorurteile und schafft es, bestimmte pauschale Aussagen als nicht zutreffend zu entlarven. Aus meiner Sicht begeht die Plotstruktur dann den Fehler, noch ein weiteres ökologisches Thema zu integrieren. Heimische Inker greifen die Diskussion um die Ansiedlung des Wolfs auf und weisen darauf hin, dass es immer wieder zum Einschleppen von Insekten kommen kann. Nun geht es um eine asiatische Hornissenart, die nun ebenfalls zur Bedrohung wird. Mainz’ Romane sind quasi „Cosy Crime“-Storys und setzen deshalb nicht nur auf ihren Krimiplot. Das Tempo des Romans ist hoch und nimmt gegen Ende weitere Fahrt auf. Aus meiner Sicht ist dieses Tempo nicht immer angemessen und es fehlt die Balance in der Struktur. Trotzdem eine Lektüre über eine mir bis dahin unbekannte Region, die zumindest ein spannendes Thema aufgegriffen hat.
Fazit:
Dieser Regionalkrimi bietet einige gute Ansätze. Er weiß mit seinem Handlungsort und der Thematik der Wolfsansiedlung zu überzeugen. Die Autorin hat sich für ein aktuelles Thema entschieden, jedoch hätte dies ausdifferenzierter beschrieben sein können. Der Krimiplot ist spannend, wird von bestimmten Nebenhandlungen jedoch etwas überlagert. Für Krimiinteressierte ein interessanter regionaler Ausflug.
Autor:Inneninformation
Ute Mainz ist eingefleischter Krimifan. Sie hat schon immer gerne geschrieben und suchte sich dann Inspiration in ihrer Heimatregion. Daraus entstand ihre Regionalkrimireihe „Steling“.
Rezensionsexemplar erhalten
Wertung: 🐧🐧🐧
Titel: Steling – Wolfsgeheul
ISBN: 978-3-96123-091-4
