May, Karl: Der Derwisch

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Karl May spielt mit seinen Figuren eine bedeutende Rolle auf dem Blog, schließlich sind die Romane dieses Autors meine liebste Jugendlektüre gewesen und ein Motor meiner Lesebegeisterung. Vor allem haben mich die Wildwest-Abenteuer begeistert von denen ich schon viele auf dem Blog vorgestellt habe. Eine Trilogie, die ich bisher nicht ganz gelesen hatte, möchte ich nun auf dem Blog vorstellen. Mittelband der Trilogie ist der Roman „Im Tal des Todes“, dessen Handlung sich auch oft auf den Festspielbühnen Deutschlands findet. Die Trilogie stellt eine deutsche Familiengeschichte in den Mittelpunkt und verrät auch über den ein oder anderen bekannten Helden neue Informationen. „Der Derwisch“ ist Auftaktband dieser Trilogie.

Um was geht es:

In Tunesien wartet der Engländer Sir David Lindsay darauf, ein neues Abenteuer zu erleben. Jedoch muss er dieses Mal ohne seinen bekannten Reisepartner Kara Ben Nemsi auskommen. Erfreulicherweise stößt er auf zwei junge deutsche Reisende, die sich vor Ort in zwei wunderschöne Damen verliebt haben. Das Problem ist jedoch, dass die beiden jungen Frauen als Sklavinnen gehalten werden. Ein neues Abenteuer scheint sich anzubahnen. Lindsay erkennt in einem der jungen deutschen Männer einen von ihm gesuchten Verwandten und sagt den beiden Männern seine Hilfe zu. Allerdings vermutet der Sklavenhändler eine Befreiungsaktion, und deshalb flüchtet er mit den beiden Frauen. Es beginnt eine wilde Verfolgungsjagd, und bei dieser stößt man auch noch auf einen mysteriösen Derwisch und muss erkennen, dass dieses Abenteuer das ein oder andere Familiengeheimnis lüften kann.

Mein Leseeindruck:

An diesem Roman wird einen zunächst überraschen, dass der Roman Figuren aus dem Kosmos von Old Shatterhand/Kara Ben Nemsi nutzt, den berühmtesten Helden aber nicht auftreten lässt. Grundsätzlich ist der erzählende Karl May mit seinen Aliasfiguren in der gesamten Trilogie abwesend. Im Roman „Der Derwisch“ erhält der englische Adelige Sir David Lindsay die Heldenhauptrolle. Tritt er in anderen Abenteuern zwar als mutiger und doch skurriler Reisegefährte auf, ist er in diesem Roman die voranschreitende Heldenfigur. Seine Motivation für seine abenteuerlichen Reisen ist das Lüften eines Familiengeheimnisses und die Suche nach verschwundenen Verwandten. Der englische Adelige ist nämlich ein Verwandter der deutschen Familie von Adlerhorst. Diese Familie ist durch unglückliche Umstände entzweit worden und nun trifft Lindsay in Tunis auf einen der Vermissten. Die gesamte Trilogie widmet sich der Familiengeschichte der Adlerhorsts. Hierfür entwirft er eine komplexe Handlungsstruktur über drei Romane und verschiedene Kontinente. Der Auftaktband überrascht mich, da er auch ohne die bekannten Haupthelden bei mir für eine Identifikation mit den Hauptfiguren und ihrem Kampf für das Gute sorgt. Wir erleben Jagd auf Kamelen, gefährliche Schifffahrten auf dem Nil und dass auch Sir David Lindsay durchaus listig gegen seine Gegner vorgehen kann. Sofern alle List nicht hilft, hofft der englische Adelige, den Rest mit seiner Geldbörse lösen zu können.

Schwäche des Abenteuers ist für mich vornehmlich, dass die Handlung Frauen ausschließlich zu Nebenfiguren erklärt und ihnen nur die Rolle zuweist, für die beiden jungen Männer die Gefährtinnen des restlichen Lebens zu werden. Dadurch verschenkt May bei diesen beiden jungen Frauen Potenzial, denn sie zeigen durchaus in der ein oder anderen Szene, dass sie mehr sein können als nur Staffage. Dieses Problem entsteht durchaus auch bei anderen Romanen des Maysters, doch hier wird es mir erstmals so richtig deutlich. Es fehlt der Handlung zudem daran, dass man neben den Frauenentführungen noch ein weiteres Mysterium aufdecken muss, die Herausforderungen sind zu wenig komplex. Der Roman wechselt gegen Ende den Kontinent und setzt seine Geschichte im Westen Nordamerikas fort. Es wird deutlich, dass es weiterhin um die Familie Adlerhorst geht, doch der Wechsel ist zu abrupt. Dies kann allerdings auch der Verarbeitung in den Gesammelten Werken als Trilogie geschuldet sein. Für mich endet die Geschichte auf dem afrikanischen Kontinent jedoch mit einigen Fragezeichen, und diese werden mit dem Wechsel des Kontinents nicht kleiner.

Fazit:

Der erste Band dieser mir unbekannten Trilogie schafft es zunächst, mich für das geschilderte Abenteuer zu begeistern. Ich finde es spannend, dass Karl May auf seinen Helden Old Shatterhand/Kara Ben Nemis verzichtet und stattdessen eine Nebenfigur wie Sir David Lindsay zu einer Hauptfigur macht. Die verschiedenen Handlungssequenzen bieten durchaus actionreiche Momente und man fiebert mit den Helden mit. Allerdings finde ich, die Frauenfiguren werden zu stark auf ihre Handlungsfunktion reduziert und bleiben deshalb blass. Hier hätte man den Figuren durchaus mehr Tiefe verleihen können. Etwas abrupt wechselt das Abenteuer in den Westen Nordamerikas, macht damit jedoch deutlich, dass die geschilderte Familiengeschichte eine äußerst komplexe Grundstruktur hat. Insgesamt ist auch dieses Abenteuer spannend und unterhaltsam und für mich ein Beweis dafür, dass auch schwächere Romane dieses Reiseschriftstellers ihre Faszination ausüben können.

Autor:Inneninformation

Karl May (geboren 1842 und gestorben 1912) war ein deutscher Schriftsteller und äußerst produktiver Verfasser von Abenteuerromanen. Er ist einer der meistgelesenen deutschen Schriftsteller mit einer weltweiten Auflage von rund 200 Millionen. Bekannt wurde er vor allem mit seinen fiktiven Reiseerzählungen um die Blutsbrüder Old Shatterhand und Winnetou.

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Wertung: 🐧🐧🐧🐧

Titel: Der Derwisch

ISBN: 978-3-7802-0061-7

https://www.karl-may.de/Buecher/Gesammelte-Werke_Der-Derwisch

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