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„Zobeljäger und Kosak“ ist der Abschluss der Trilogie rund um das Schicksal der Familie Adlerhorst. Zum ersten Mal entführt mich ein Abenteuer des Maysters dabei nach Sibirien und damit weit weg von mir bisher bekannten Handlungsorten. In dieser Konstellation sorgt May jedoch dafür, dass zumindest mir drei bekannte Heldenfiguren aktiv sind. Er lässt das Kleeblatt um Sam Hawkens dafür aus dem amerikanischen Westen nach Sibirien reisen.
Um was geht es:
Noch sind nicht alle Mitglieder der Familie Adlerhorst aufgespürt worden, und so begibt sich das Kleeblatt gemeinsam mit Martin Adlerhorst nach Sibirien, um dort die letzte Spur zu verfolgen. Ein weiterer Bruder soll dort leben und von einem Adligen adoptiert worden sein. Vor Ort erfahren sie, dass der Bruder mit seinem Adoptivvater Opfer eines Betrugs geworden ist und deshalb ausgestoßen wurde. Zwielichtige Offiziere im vermeintlichen Dienst des Zaren, sowie ein Graf haben dabei ihre Finger im Spiel und auch der schon bekannte Gegenspieler, der „Derwisch“, ist mit dabei. Bei ihrem Kampf um Gerechtigkeit stoßen sie noch auf weitere Familiengeheimnisse.
Mein Leseeindruck:
Karl May gelingt es, mich schnell in diese fremde Welt hineinzuziehen. Hauptgrund ist, dass er die örtlichen Begebenheiten ähnlich dem amerikanischen Westen oder dem afrikanischen Kontinent beschreibt. Er verfremdet sicherlich von ihm in Büchern recherchierte Aspekte und bettet darin seine Geschichte ein. Ebenso bleibe ich dabei, dass es toll ist, dass dem Kleeblatt eine dominierende Heldenrolle verliehen wird, für diese tollen Figuren absolut verdient. Leider verliert sich meine Faszination, da die Geschichte unnötige Längen verzeichnet. Für mich bleiben alle Bösewichte und weitere Nebenfiguren reine Schablonen, und genau dies entspricht nicht der Qualität Mays in anderen Werken. Dies wiederholt sich in der gesamten Trilogie anschaulich bei allen Frauenfiguren. Diese geringe Figurentiefe kann natürlich auch Resultat davon sein, dass die Trilogie eine Bearbeitung von Karl Mays Fortsetzungsroman „Deutsche Herzen – Deutsche Helden“ ist. Mit diesem Wissen kann ich jedoch meine Enttäuschung nicht verschweigen, die dann in einem äußerst gestückelten Ende gipfelt. Hier wird krampfhaft versucht, den Beginn der Trilogie mit ihrem Ende zu verknüpfen. Dies zeigt sich für mich in der Integration der Figur des „Derwisch“. Dessen Auftreten im zweiten Band der Trilogie wirkte durchaus noch sinnhaft, hier fehlt mir jegliche Figurenmotivation. Durch die abrupten Schilderungen und Zusammenführungen verliert das Buch leider an packender Spannung.
Fazit:
Der letzte Band der Trilogie kann mich leider am geringsten überzeugen. Interessant finde ich den Heldenschwerpunkt auf dem Kleeblatt rund um Sam Hawkens und wie die Familiengeschichte fortgeführt wird. Bedauerlicherweise bietet dieser abschließende Band zu wenig Überraschungen und wirkt an einigen Stellen langatmig. Die Verbrecherfiguren verlieren weiter an Tiefe und der Handlungsverlauf bleibt nicht stringent. Zudem fremdelt die Konfrontation amerikanischer Westmänner mit der ihnen unbekannten russischen Kultur und zieht zu wenig Energie aus den Gegensätzen. Das Ende, bei dem nun alle Fäden nochmals miteinander verknüpft werden, ist äußerst konstruiert und deshalb weniger spannend. Insgesamt ist diese Trilogie ein Muss für May‑Fans, jedoch nicht das stärkste Werk.
Autor:Inneninformation
Karl May (geboren 1842 und gestorben 1912) war ein deutscher Schriftsteller und äußerst produktiver Verfasser von Abenteuerromanen. Er ist einer der meistgelesenen deutschen Schriftsteller mit einer weltweiten Auflage von rund 200 Millionen. Bekannt wurde er vor allem mit seinen fiktiven Reiseerzählungen um die Blutsbrüder Old Shatterhand und Winnetou.
Werbung aus Liebe zum Buch
Wertung: 🐧🐧🐧
Titel: Zobeljäger und Kosak
ISBN: 978-3-7802-0063-1
https://www.karl-may.de/Buecher/Gesammelte-Werke_Zobelj%C3%A4ger-und-Kosak
