#kulturblog #musiclove #deutschemusik #indiemusik #kaffkiez #allesaufanfang #lieblingsalben
Kaffkiez habe ich erstmals auf einem Festival gehört und die Band hat mich mit ihrem Sound sofort überzeugen können. Die Band stammt aus Rosenheim und macht seit den frühen 2010er Jahren gemeinsam Musik. Mit ihrem Namen machen sie deutlich, dass sie die ländliche Provinz mit urbanen Lebenswelten verbinden und diese Lebensgefühle in ihren Texten transportieren. Bereits vor ihrem ersten Album „Alles auf Anfang“ konnten sie Streaming-Erfolge verzeichnen und ebneten damit ihren Weg. Mit ihrem Debüt aus 2022 machen sie deutlich, dass sie mit ihrem Sound Indierock und Pop verbinden. Nachdem ich die Band auf dem Festival live erlebt hatte, musste dieses Album auf jeden Fall den Weg zu mir finden und wurde zu einem meiner Lieblingsalben. Charakteristisch für Kaffkiez sind ein rauer Gitarrensound, der mit seinem Tempo auf eingängige Melodien setzt. Ernste Themen werden in zugängliche Songs verpackt, und so sorgt diese Band bei mir immer wieder für gute Laune, aber auch nachdenkliche Momente. Kritik wird bei Kaffkiez immer mit einem Gefühl der Hoffnung kombiniert.
Insgesamt umfasst das Album zehn Songs mit einer Gesamtlänge von etwas mehr als 30 Minuten. Eröffnet wird dynamisch mit „Du bist schuld“ mit treibenden Gitarren und mit ironischem Blick auf eine beendete Beziehung, die in einer Selbstreflexion mündet. Im Song „Falsch“ geht es um Widersprüche unserer Welt und darin zeigt die Band ihre Stärke, komplexere Inhalte zugänglich zu machen. Mit mehr Ruhe kommt „Ohne Euch“ daher und weist Folkelemente auf. Das Ich verabschiedet sich in diesem Lied von seiner Heimat, den alten Freunden, unsicher, ob dieser Schritt neue Chancen bieten wird. Indierock bietet dann „Alles, was wir wollten“ und im Lied „Rette mich“ wird die verletzliche Seite des Albums offenbart. Ebenfalls ruhiger ist der Titel „Vielleicht“, der aus meiner Sicht eher zu den schwächeren Nummern gehört. Ein persönliches Highlight des Albums ist „Du sagst“, in welchem ebenfalls eine Trennung verarbeitet wird. Der Text wechselt zwischen anprangerndem und in Erinnerung schwelgendem Dialog und verdeutlicht, wie schwer das Verarbeiten ist. Die Stimme von Johannes Eisner passt zu dieser Ambivalenz und drückt zugleich viel Kraft aus. Grundsätzlich empfinde ich alle Lieder des Albums als gelungen und habe viele Highlights. Letzteres umfasst ebenfalls den Song „Scheissegal“, mit dem die Band gesellschaftliche Intoleranz kritisiert. Hier gefallen mir viele Textelemente, da in diesen auch Fragen an die Gesellschaft gestellt werden und dadurch Intoleranz als sinnentleert gezeigt wird. Im Lied „Frei“ spüre ich wieder die Energie dieser Band und kann mich an eine starke Liveperformance erinnern. Den Abschluss bildet „Alles ist vorbei“, in dem nochmals Hoffnung transportiert und aus meiner Sicht das Album passend abgerundet wird.
Kaffkiez haben einen eingängigen Sound, transportieren Energie und bleiben im Ohr. Die Texte versprühen Authentizität, können Balladen, aber auch schnellere Nummern. Ich mag am Album, dass alle Songs mich zum Tanzen einladen und trotzdem in den Texten ernste Themen zur Sprache kommen.
Fazit:
Dieses Album ist das passende Debüt für eine Band, die mit Ohrwurmsound und einem interessanten Lebensgefühl in den Texten punkten kann. Ich freue mich, die Jungs aus Rosenheim in diesem Monat live im Schlachthof in Wiesbaden zu erleben. Sicherlich ist dieses Album keine musikalische Revolution, aber dies erwarte ich auch nicht. Vielmehr ist es die Frische dieses Sounds, den man auch ähnlich bei Annenmaykantereit finden kann, die mich bei Indiebands immer wieder abholen kann. Kaffkiez haben mich live und mit ihrem Debütalbum überzeugt und sind deshalb fester Bestandteil meines persönlichen Musikkanons.
Werbung aus Liebe zur Musik
Wertung: 🐧🐧🐧🐧🐧🐧
