Musikkritik: Album „Belong“ von Jay Som

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Auf das Projekt „Jay Som“ bin ich durch eine Musikkritik aufmerksam geworden. Hinter diesem steht die US-Amerikanerin Melina Duterte, die schon seit Mitte der 2010er-Jahre als Musikerin tätig ist. Schon in ihrer bisherigen Musik konnte man einen gitarrengetriebenen Sound beobachten. Bekannt wurde Duterte mit ihren Alben „Turn Into“ und „Anak Ko“. 2025 kehrte sie nach einer rund sechsjährigen Pause mit dem Projekt „Jay Som“ und ihrem Album „Belong“ zurück. In der Zwischenzeit war sie vor allem als Produzentin für andere Künstler*Innen tätig. Auf dem neuen Album präsentiert sie ein hybrides Werk zwischen Indierock und Popmusik. Verschiedene musikalische Einflüsse wie Emo und Punk sind im Album erkennbar. Mich hat die ein oder andere Nummer unter anderem an „Jimmy Eat World“ erinnert. Duterte betont diese Einflüsse, zeigt aber, dass sie mit ihnen künstlerisch arbeitet. So entsteht ein vielfältiger Sound, der mir immer wieder vertraut erscheint.

Textlich kreist das Album um Fragen von Identität und Zugehörigkeit und wie man sich als Person weiterentwickelt. Auf diese Themen verweist auch der Albumtitel „Belong“. „Cards on the table“ ist ein Opener, der sogleich viel Schwung mitbringt, verzerrte Gitarren mit Elektrosounds treiben das Lied an. Textlich geht es um emotionale Ambivalenzen und die immer wieder bestehende Spannung zwischen Offenheit und Zurückhaltung. „Float“ ist dann vom Postpunk beeinflusst und ein Highlight dieses Albums, denn diesen Sound mag ich direkt. Jim Adkins, Leadsänger von „Jimmy Eat World“, hat hier einen Gastauftritt, den ich sofort herausgehört habe. Emotionale Bedürfnisse stehen im Song „What you need“ im Fokus, der dann mit einem deutlich ruhigen Popsound daherkommt und auf Melodik setzt. Der nächste Track „Appointments“ integriert Folkeinflüsse und behandelt mentale Belastung. „Drop A“ ist stilistisch vergleichbar. Wieder mehr Schwung hat dann „Past Lives“ mit Hayley Williams als Gaststar. Innere Konflikte sind hier textlich Thema und drücken sich in einem Zusammenspiel von Gitarren und verzerrtem Elektrosound aus. Ebenfalls wieder ein starker Indierock-Song ist „D. H.“, den ich inhaltlich gar nicht richtig einordnen kann. Die weiteren, ruhigeren Nummern gefallen mir dann wieder weniger, da ich dieses Album vor allem für die schwungvolleren Nummern mag. Textlich bewegt sich das Album zwischen Unsicherheit und Selbstzweifeln, verhandelt das Ende von Beziehungen und den trotzdem immer bestehenden Wunsch nach Nähe und Gemeinschaft. All die integrierten Gastauftritte dienen bei diesem Album der künstlerischen Erweiterung und sind nicht allein Marketingaspekten dienlich. Mir gefällt die Ausgewogenheit dieses Albums, auch wenn  die textliche Vielfalt etwas leidet. Insgesamt aber ein schönes Album.

Fazit:

Mit „Belong“ gelingt Melina Duterte ein reifes Comeback mit dem Projekt „Jay Som“. Sicherlich haben die Produzentenerfahrungen der vergangenen Jahre geholfen, sich musikalisch weiterzuentwickeln. Die Texte haben durchaus emotionale Tiefe, ich empfinde sie allerdings nicht immer als poetisch und etwas eindimensional. Besser gefällt mir der zwischen Indierock und Pop wechselnde Sound, und ich mag die Reminiszenzen an andere Gruppen wie „Jimmy Eat World“, weshalb ich dieses Album allen empfehlen kann, die einen mit Rock-Elementen spielenden Pop oder melodischen Indierock schätzen.

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Wertung: 🐧🐧🐧🐧

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