Musikkritik: Album „Futique“ von Biffy Clyro

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Heute blicke ich auf ein Rockalbum einer Band, deren Namen ich zwar kannte, mit der ich mich bisher noch nicht intensiver auseinandergesetzt habe. Biffy Clyro sind seit über zwei Jahrzehnten aktiv und damit eine langlebige Combo der britischen Alternative-Rockszene. Die Schotten um Frontmann Simon Neil und die Johnston-Zwillingsbrüder James (Bass) und  Ben (Schlagzeug) haben sich seit ihrem Debüt „Blackened Sky“ von 2002 stetig weiterentwickelt und einen eigenen Stil herausgearbeitet. Mit ihrem Album „Only Revolutions“ im Jahr 2009 haben sie auch ihre Tauglichkeit für eingängigen Stadionrock bewiesen. Immer wieder kombinieren sie harte Riffs mit ungewöhnlichen Melodien und gefühlvollen Texten. Dies führt dazu, dass sie nicht nur über eine breite Fanbasis verfügen, sondern ebenfalls von der Kritik gut besprochen werden. Eine solche Kritik des Rolling Stone hat die Band dann auf meinen Zettel gebracht. „Futique“ ist ihr zehntes Studioalbum und bewegt sich im bekannten Kosmos der Band. Energiegeladene Gitarrenbeats prägen stadiontaugliche Songs, ebenso wie gefühlvolle Balladen. In ihren Songtexten widmet sich die Band Beziehungsthemen und den Herausforderungen von Veränderungen im Leben.

Der erste Song wirft einen direkt in den Albumsound. “A Little Love“ erinnert vom Sound an mancher Stelle sogar an Glamrock, setzt auf einen eingängigen Refrain und steigert sein Tempo über den Song. „True Believer“ setzt auf starke Drums und hat einen Refrain, der einem schnell ins Ohr geht. Mir hat dieser Song gut gefallen und damit bin ich, wenn man den Musikforen Glauben schenken darf, nicht alleine. „Goodbye“ ist ein langsamer Track, der textlich einen Beziehungsbruch verarbeitet und die kraftvolle und vor allem mit Tonlagen spielende Stimme von Simon Neil gut in Szene setzt. Gerade der Kontrast zu den Stadionrocknummern zeigt die Vielseitigkeit des Albums. An manchen Stellen merkt man Elemente des Metal oder es geht in Richtung Shouting, dies sind dann nicht wirklich meine liebsten Songs. „It’s Chemical“ zeigt dann eine Nähe zum Pop, denn hier scheinen tanzbare Beats durch. Den Abschluss des Albums bildet „Two People in Love“, wo nicht nur der Text eine Tiefe aufweist, sondern die Melodie ebenso intensiv scheint.

Insgesamt ist dieses Album eines, welches wieder emotionale Texte bietet und mit seinen eingängigen Hymnen und Balladen ein starkes Popalbum ist. Manche Kritik bemängelt, das Album habe einen zu glatten Sound. Ich kann solchen Kritiken nicht allzu viel abgewinnen, weil man auch immer das Zeichen hat, dass populäre und massentaugliche Musik nicht die nötige Qualität aufweist. Mir gefällt gerade der eingängige Sound.

Fazit:

Futique führt die Stärken der Band zusammen. Eingängige Melodien und energiegeladene Gitarrenriffs durchströmen Stadionhymnen und Balladen – alles, was die bisherigen Alben der Band schon gekennzeichnet hat. Die Texte bieten durchaus emotionale Tiefe und haben trotzdem pointierte und nicht zu schwere Refrains. Sicherlich fehlt manchmal der Überraschungseffekt, aber ein solides musikalisches Werk wird deshalb nicht schlecht. Die Band wird reifer, feilt ihren Sound aus und wagt eben weniger, als sie dies noch am Beginn ihrer Karriere getan hat. Mir hat dieses zehnte Album eine Band nahegebracht, die ich bisher nur vom Namen her kannte. Für Fans von gutem Alternative Rock ist dieses Album jedenfalls empfehlenswert.

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Wertung: 🐧🐧🐧🐧🐧

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