Ostrander/Duursema/Parsons: Dawn of the Jedi – Machtsturm

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Auf meinem Blog gibt es wiederkehrende Reihen oder Autoren, die mir persönlich besonders gut gefallen und einen hohen Anteil an meiner Lesebegeisterung und -sozialisation haben. Das gesamte Star-Wars-Universum gehört ebenfalls dazu, und deshalb möchte ich diesem regelmäßig einen Platz einräumen. Hierzu möchte ich mich Abenteuern aus dem gesamten Kosmos der durch George Lucas angestoßenen Welt widmen und orientiere mich an verschiedenen Timelines, um mir das gesamte Universum zu erschließen. In meinem heutigen Post stelle ich einen Comic vor, der zu den frühesten erzählten Geschichten im Star-Wars-Universum gehört – die Handlung spielt etwa 25.793 Jahre vor der Schlacht von Yavin und zählt damit zur prä-republikanischen Ära. Zu dieser Zeit gab es noch keine Galaktische Republik. Das Comic ist der Auftakt einer Comic-Trilogie, welche den Ursprüngen der Jedi nachspürt. Das kreative Team hinter der Reihe bietet zum einen mit John Ostrander einen der prägendsten Autoren für den amerikanischen Dark-Horse-Verlag, der über viele Jahre Comics veröffentlichte. Ostrander ist bekannt für komplexere Figurenzeichnungen und hat viel Input für die politische Ausgestaltung des Star-Wars-Universums geliefert. Jan Duursema ist nicht nur Zeichnerin, sondern Co-Autorin und prägt ebenfalls das Universum schon seit einigen Jahren. Dan Parsons unterstützt bei den Zeichnungen und als Trio ist dieses Team eingespielt.

Die Geschichte beginnt damit, dass sich auf dem Planeten Tython eine Gemeinschaft aus Kriegern, Philosophen und Wissenschaftlern ansiedelt und den Je’daii-Orden gründet. Ihre Aufgabe ist es, die Machtströme im Gleichgewicht zu halten. Diese werden jedoch durch die Rakata bedroht, welche die dunkle Seite nutzen und mithilfe von machtsensitiven Wesen ihren Expansionsdrang zufriedenstellen wollen. Der junge Rakata-Krieger Xesh landet auf Tython und trifft dort auf die Jed’aii Shae Koda, Tasha Ryo und Sek’nos Rath. Letztere versuchen dem sich aufziehenden Machtsturm und der dunklen Seite zu widerstehen. Zugleich möchten sie wissen, was den jungen Krieger umtreibt. Sie alle spüren in ihm nicht nur die dunkle Seite und verfolgen ihn bis in die Tiefen des Planeten. Xesh hingegen entwickelt einen inneren Konflikt, da ihn die dunkle Seite verunsichert. All dies wird seitens der Meister des Ordens beobachtet und zugleich mit Besorgnis aufgrund der Machterschütterungen gesehen. Es geht darum, dass der Rakata mit seiner Machtbeeinflussung die Welt Tython nicht aus dem Gleichgewicht bringen soll.

Die Zeichnungen des Comics sind von großer Detailreiche, die Bildsprache eher düster, die verschiedenen Wesen sind aber treffend und passen in die mir bekannte Star-Wars-Welt. Die Welt Tython als exotische Landschaft mit archaischen Tempelanlagen ist gelungen und erzeugt eine mystisch-urzeitliche Atmosphäre. Dies passt zu einer Geschichte, die sich mit den Ursprüngen des Jedi-Ordens auseinandersetzt. Allerdings lernen wir einen Orden kennen, in dem schon vieles angelegt zu sein scheint, was die Jedi später traditionell weitertransportieren. Konkret sind dies die angestrebte Balance der Macht und die bestehende Gefahr durch die Verführung von der dunklen Seite. Zudem gibt es im Orden ein Lehrer*Innen-Schüler*Innen-Verhältnis, was sich über die verschiedenen Jahrtausende im Orden halten wird. Typisch für die Abenteuer im Universum ist das Aufeinandertreffen von Chaos und Ordnung. Interessant an dieser Geschichte ist die bisher nicht deutlich sichtbare Abwertung der dunklen Seite. Die Prämissen einer späteren von Machtströmen geprägten Welt werden sichtbar, die einzelnen Figuren werden in ihrer jugendlichen Unbekümmertheit und Zerrissenheit greifbar, was mir insgesamt gut gefällt. Die Zeichnungen sind äußerst gelungen und lassen die geschilderte Welt lebendig wirken. Nicht besonders gut gelungen ist die Einführung des Comics. Es gibt einen langen Vorspann, der die Grundlagen der Welt auf Tython erläutern soll. Für mich ist dies nicht richtig nachvollziehbar, was den Einstieg sperrig macht und erschwert. Positiv hervorzuheben ist in Abgrenzung der sachliche Nachklapp, der das Buch beendet. Hier erfahren wir nochmal alles Wissenswerte über diesen Teil des Universums und die entscheidenden Charaktere. In den verschiedenen Figuren sehe ich Potenzial für weitere Abenteuer.

Fazit

Ich bin kein begeisterter Comicleser, aber greife in letzter Zeit mit einer größer werdenden Faszination nach diesem Medium. Für die von mir geschätzte Star-Wars-Welt ist der Griff zum Comic notwendig, um in unbekannte Welten und Geschichten vorzustoßen. Mit diesem Auftaktband lerne ich die Je’daii und ihren Orden kennen und die Schilderung der Machtströme gibt Erläuterungen zu dieser Art der körperlichen Beeinflussung. Die Zeichnungen und die Szenenstruktur sind gelungen, und sorgen für ein spannendes Abenteuer. Die immer wieder auftretenden Rückblenden strengen an, sind aber wichtiger Handlungsbestandteil. Ich würde diesen Comic auf jeden Fall all jenen empfehlen, die tiefer ins Star-Wars-Universum einsteigen möchten und sich für die Entstehung der Jedi interessieren.

Werbung aus Liebe zum Buch

Wertung: 🐧🐧🐧🐧

Titel: Dawn of the Jedi – Machtsturm

Nur noch als E-Book erhältlich

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