Roche/Hopman: George Lucas – Der lange Weg zu Star Wars

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„May the 4th be with you“ dem berühmten Filmzitat „May the force be with you“ nachempfunden gilt weltweit als Star-Wars-Feiertag. Auf meinem Blog möchte ich diesen Feiertag deshalb auch gebührend in meinem Star-Wars-Bereich feiern und stelle deshalb zum heutigen Tag zwei Star-Wars-Publikationen vor. Beginnen möchte ich mit einem besonderen Comic, auf den ich bei einer Veranstaltung der diesjährigen Buchmesse in Leipzig aufmerksam geworden bin. 

Szenarist Laurent Hopman und Zeichner Renaud Roche haben dort ihre George Lucas Comicbiografie vorgestellt. Hopman zeichnet sich für das narrative Storytelling verantwortlich und hat die biografischen Hintergründe recherchiert, und Roche hat hierfür die visuelle Sprache gefunden. Hopman strukturiert die komplexe Lebens- und Entstehungsgeschichte von George Lucas und den Star-Wars-Filmen, während Roche diese mit einem bewusst reduzierten, teilweise fast nüchternen Stil illustriert. Zwei Bände sind bisher erschienen. Ich stelle heute den Band „George Lucas – Der lange Weg zu Star Wars“ erschienen im Splitter Verlag, vor.

Der Comic zeichnet chronologisch den Lebensweg von George Lucas nach – von seiner Jugend bis zur Entstehung des ersten Star-Wars-Films. In seiner Jugend ist Lucas mehr an Autos und Science-Fiction wie der Serie Flash Gordon interessiert als an der Schule. Nach einem beinahe tödlichen Autounfall entdeckt er seine Filmleidenschaft und die kreative Energie neu. Er beginnt seine filmische Ausbildung und startet seine Hollywood-Karriere. Lucas gehört zu einer Gruppe von Filmemachern, die versuchen, mit traditionellen Kinoästhetiken zu brechen. Schon in seinen Filmen „THX 1138“ und „American Graffiti“ zeigt sich dies. Mit letzterem hat er erstmals kommerziellen Erfolg. Doch bei Lucas liegt der Fokus schon früh auf seiner Idee der Realisierung einer Weltraumsaga. Der Comic zeigt, wie Lucas über Jahre hinweg Ideen sammelt, verwirft und neu kombiniert. Einflüsse aus Mythologie, Science-Fiction, Samurai-Filmen und klassischen Abenteuer-Serials verschmelzen zu einem visionären Konzept, das zunächst von Studios skeptisch betrachtet wird. Als 20th Century Fox eine Chance bietet, zeigt sich, dass Lucas viele Steine in den Weg gelegt werden. Bis kurz vor der Veröffentlichung hat er keinen Vertrag, immer wieder wird das Budget gekürzt und Lucas muss technische Schwierigkeiten bei den Spezialeffekten meistern. Lange zweifelt er auch an der Besetzung und den Kompromissen bei der Umsetzung, hier ist seine Frau stabiler Rückhalt. Lucas bleibt Visionär bei seiner Idee und schafft es so, den ersten Film zum Ende zu bringen. Durch die Darstellung persönlicher Zweifel, und auch die Darstellung der Schwierigkeiten erhält der Comic eine wunderbare Tiefe. Das Autorenteam zeigt Lucas nicht nur als Filmemacher, sondern als Mensch im Spannungsfeld zwischen künstlerischem Anspruch und kommerziellem Druck.

Renaud Roches Zeichenstil ist eines der prägendsten Elemente des Comics. Die Bilder sind klar, reduziert und verzichten weitgehend auf übermäßige Detailfülle. Diese Stilistik stellt die spannende Geschichte in den Fokus, die Zeichnungen zeigen wenig Emotionen, aber dies stört nicht. Vielmehr sind Roche die bekannten Gesichter perfekt gelungen und auch die Star-Wars-Welt mit ihren bahnbrechenden Ideen wird greifbar. Der Kontrast zwischen Licht und Schatten im schwarz-weißen Zeichenstil wird gezielt genutzt, um emotionale Zustände zu transportieren. Gleichzeitig entsteht eine gewisse zeitlose Ästhetik, die gut zur historischen Thematik passt. 

Der Comic macht deutlich, dass der Erfolg von Star Wars keineswegs selbstverständlich war. Ich wusste, dass Lucas kämpfen musste, mir waren aber nicht alle Widrigkeiten bekannt, besonders das Verhalten von 20th Century Fox nicht. Der Comic basiert auf fundierter Recherche. Dies zeigt sich in der Detailtiefe der dargestellten Ereignisse, Dialoge und Produktionsabläufe.

Der Comic zeichnet ein differenziertes Bild von George Lucas. Er wird weder als unfehlbares Genie noch als exzentrischer Sonderling dargestellt. Er ist ein introvertierter Arbeiter, der aber auch an die eigenen kreativen Ideen glaubt und für diese bereit ist zu kämpfen. Gerade aus dem sich selbst auferlegten Druck erwachsen Zweifel, aber auch kreative Energie. Mich beeindruckt dieser Comic durch seine Detailtiefe und das wunderbare Gespür für die Person George Lucas. Hier wird ein Künstler erkennbar, dessen visionäre Welterschaffung mich seit meiner Kindheit begeistert. Die gewählte Zeichenstilistik ist aus meiner Sicht richtig gewählt. 

Fazit

„George Lucas – Der lange Weg zu Star Wars“ ist weit mehr als eine einfache Comicbiografie. Dem Werk gelingt es, die Entstehung eines der wichtigsten Filme der Popkultur zugleich spannend, informativ und reflektiert darzustellen. Für alle Star-Wars-Fans ist dieser Comic ein Muss, aber auch für all diejenigen, die sich für Filmgeschichte interessieren. Ich bin bisher kein großer Graphic-Novel-Leser gewesen, doch mit diesem Buch ist mir das hohe Potenzial aufgezeigt worden. Ich bin von George Lucas als Mensch nach dieser Lektüre noch mehr beeindruckt und meine Faszination für Star Wars wird nur größer. Ich freue mich jetzt schon auf den zweiten Teil dieses Projekts.

Werbung aus Liebe zum Buch

Wertung: 🐧🐧🐧🐧🐧🐧

Titel: George Lucas – Der lange Weg zu Star Wars

ISBN: 978-3-98721-382-3

https://www.splitter-verlag.de/george-lucas-star-wars.html

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