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Bei meiner Suche nach starken Serien blicke ich immer gerne auf die Serienstartberichterstattungen von www.serienjunkies.de, und auf diese Weise bin ich auf die dänische Thrillerserie „Die Legende“ gestoßen. Die sechsteilige Serie (Folgendauer 45–50 Minuten) begleitet einen Undercover-Einsatz einer Agentin des dänischen Geheimdienstes PET.
Die Serie startet mit einem missglückten Undercover-Einsatz. Drogenboss Miran (gespielt von Afshin Firouzi) soll durch den PET überwacht werden und entlarvt den Agenten. Sein Bruder sorgt für den Tod des Spitzels und nun wird ein/eine neue Agent:In gebraucht. Auch aufgrund der Unsicherheit, eine weitere Person verlieren zu können, entsteht die Idee, eine junge Polizistin, die sich noch in der Ausbildung befindet, für den Einsatz vorzuschlagen. Man kann dieses Vorgehen durchaus als perfide einstufen. Tea Lind (Clara Dessau) ist ambitioniert und lehnt deshalb ihren Auftrag nicht ab. Für ihre „Legendenbiografie“ eignet sie sich, da sie selbst aus schwierigen familiären Verhältnissen stammt. Als Zielperson wird die Freundin des Drogenbosses Ashley (Maria Cordsen) auserkoren. Tea erhält eine Einweisung in die Mission und soll sich als Juwelierin ausgeben und auf diese Weise das Vertrauen von Ashley gewinnen. Letztere ist eine vielschichtige Figur der Serie. Zunächst wird sie als Partygirl mit einem Hang zu Glamour etabliert, doch im späteren Serienverlauf wird deutlich, dass auch Aspekte des Zusammenlebens mit einem Kriminellen sie quälen. Teas Ziel ist es, in den inneren Kreis rund um Miran zu kommen. Bei einem Besuch Ashleys glänzt sie durch gute Beratung und versucht über eine nette Geste an ihre Tochter, einen intensiven Erstkontakt herzustellen. Dieser Plan gelingt und Ashley lädt sie zu einem privaten Treffen ein. Beim ersten Aufeinandertreffen mit Miran beginnt dieser, sie intensiv zu mustern, und scheint ihr zu misstrauen. Tea gelingt es allerdings, dem auf ihr lastenden Druck standzuhalten und damit das Misstrauen von Miran zu zerstreuen. Sie erhält somit Zugang zum innersten Kreis der Familie, und mit der Nähe zu Miran nimmt auch die Spannung der Serie zu. Wir zittern mit Tea, ob ihre eigentliche Identität entlarvt werden wird.
Clara Dessau liefert eine starke Leistung ab, ihre Mimik zeigt durchgehend die Anspannung, die auf der Agentin lastet, und doch schafft sie es, gegenüber Ashley zugleich eine freundschaftliche Wärme zu zeigen. Gut angelegt sind die Zweifel innerhalb der Figur und ihre widerspenstige Art gegenüber den Vorgesetzten. Sie möchte kein Spielball anderer erfahrener Agenten sein, sondern ihren Auftrag mit der nötigen Zielstrebigkeit und Intensität umsetzen. Maria Cordsen spielt Ashley mit einer Spur Naivität, und doch ist bei ihr immer wieder bestehende Angst zu spüren. Die Stärke der Serie sind die drei zentralen Figuren, deren Charaktere vielschichtig angelegt sind. Afshin Firouzi bleibt meist höflich, wirkt trotzdem in seiner Rolle durchgehend dominant. Firouzi gibt dem Drogenboss die angemessene Mischung aus kontrollierter Kälte und dann aufbrechender Aggression. Die Serie betont die Psychologie ihrer Figuren und bettet diese in eine düstere Atmosphäre und knüpft ein Netzwerk verschiedener emotionaler Konflikte. Ich empfinde es als positiv, dass die Serie ihren Fokus konzentriert setzt und sich nicht mit Nebenschauplätzen beschäftigt.
Fazit:
Diese Thrillerserie hat mir gut gefallen. Ich schätze die konzentrierte Darstellung des Plots und die darin auftretenden moralischen Konflikte. Der langsame Aufbau stützt den gewählten Fokus und sorgt doch für einen intensiven Spannungsanstieg. Die schauspielerischen Leistungen überzeugen durchgehend und sorgen für eine spannende Agententhrillerserie. Das gut komponierte Charakterstück ist ein erneuter Beweis für die hohe Qualität skandinavischer Serienproduktionen.
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Bewertung: 🐧🐧🐧🐧🐧
