Steuben, Fritz: Tecumseh

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In der Jugendbüchersammlung meines Vaters fand ich den Geschichtensammelband „Tecumseh“ und begann, diesen fleißig zu lesen. Später sah ich mir dann noch den DEFA-Film mit Gojko Mitic an und erkannte, dass hier eine historische Figur in eine fiktionale Erzählung verarbeitet wird. Zum ersten Mal spürte ich, dass die von mir geschätzten Geschichten reale Hintergründe haben und man diese auch literarisch verarbeiten kann. Steuben verbindet historische Ereignisse mit literarisch-fiktionaler Ausschmückung und lässt auf diese Weise das Porträt eines charismatischen indigenen Anführers entstehen. Ich blicke in meiner Rezension auf den Sammelband, der verschiedene Erzählungen bündelt und im Tosa Verlag erschienen ist.

Um was geht es:

Der Sammelband verfolgt Tecumsehs Lebensweg von seinen jungen Jahren bis zu seinem Aufstieg zu einem der bedeutendsten Anführer der Shawnee. Mit seinem Stamm stellt er sich Anfang des 19. Jahrhunderts gegen die Expansion der Siedler und gerät dabei auch inmitten des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges. Tecumseh erlebt seine Jugend in einem durch Konflikte geprägten Grenzland. Er erlebt, wie verschiedene Anführer versuchen, im Einklang mit den Siedlern zu leben, erfährt aber auch immer wieder Momente des Verrats. Schon als junger Krieger kann er sich auszeichnen und erkennt früh, dass für den Widerstandskampf entscheidend ist, dass die indigenen Völker geeint agieren. Für Tecumseh bedeutet dies, dass er sich auch mit seinem Bruder Tenskwatawa auseinandersetzen muss. Schlussendlich zeigt sich, dass der Kampf der Ureinwohner gnadenlos geführt werden muss…

Mein Leseeindruck:

Diese Geschichtensammlung nähert sich der Biografie ihrer Hauptfigur durch episodenhafte Schilderungen und wirft immer wieder Spotlights auf bestimmte Lebensabschnitte. Steuben gelingt es dabei, nicht nur die Perspektive der indigenen Bevölkerung, sondern auch jene der Siedler einzunehmen. Es wird deutlich, dass es hier um einen entscheidenden Umbruch der amerikanischen Geschichte geht. Steubens Texte sind in den 20er und 30er Jahren entstanden und sind auch in ihrem Bezug zur herrschenden NS-Diktatur betrachtet worden, da er Tecumseh als charismatischen Führer schildert. Ich möchte dies in meiner Rezension nicht unerwähnt lassen, empfinde die Geschichten jedoch nicht als von Ideologie durchzogen. Die Sprache ist deshalb natürlich an bestimmten Stellen altmodisch, trotzdem entsteht eine lebhafte Szenerie. Steuben hat historische Fakten recherchiert und verwebt diese mit erzählerischen Elementen. Natürlich dienen manche Darstellungen der Heroisierung oder Romantisierung des Grenzerlebens oder dem Charisma von Tecumseh. Ich finde es allerdings gut, dass Steuben nicht nur verschiedene Shawnee-Figuren ausführlich schildert, sondern auch Daniel Boone und weitere Siedler mit Charakterzügen ausstattet. Er legt seine Figuren dabei grundsätzlich nicht eindimensional an.

Im Fokus steht jedoch der Abenteuercharakter der Geschichten, wie dies für Jugendliteratur passend ist. Tecumseh ist zwar charismatisch, doch Steuben offenbart auch Zweifel bei seinen strategischen Entscheidungen. Zudem wird deutlich, dass auch das Verhältnis zu den Siedlern wechselhaft ist, jedoch bis zu brutalen Handlungen reicht. Es ist nicht immer einfach, den Geschichten zu folgen und  sie in ihren historischen Kontext einzuordnen. Dies ergibt sich durch das episodenhafte Erzählen. Trotzdem ist dieser Sammelband mit der dargestellten Biografie des berühmten Häuptlings ein anschauliches Beispiel dafür, wie es trotz der klugen Anführer nur schwer möglich gewesen wäre, als indigene Bevölkerung siegreich zu werden.

Fazit:

Fritz Steubens „Tecumseh“ ist ein spannender Sammelband, welcher die Biografie eines der wichtigsten historischen Anführer der indigenen Bevölkerung anschaulich macht. Abenteuer und historische Fakten bündeln sich zu einer Gesamterzählung, der es gelingt, die Atmosphäre der damaligen Zeit zu transportieren. Für mich als begeisterten Leser solcher Romane ist dieses Werk ein Muss, ohne dass man die Entstehungszeit dabei unbeachtet lässt

Autor:Inneninformation

Fritz Steuben, eigentlich Erhard Wittek (1898-1981), war ein deutscher Schriftsteller. Bekannt ist er heute vor allem durch seine Indianerroman-Reihe um den Shawnee-Führer Tecumseh. Während des Nationalsozialismus schrieb er allerdings auch Romane im Sinne der herrschenden Ideologie.

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Wertung: 🐧🐧🐧🐧🐧

Titel: Tecumseh Sammelband, erschienen im Tosa Verlag

Nur noch antiquarisch erhältlich

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