Vorstellung Literaturzeitschrift „BELLA triste“

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In diesem und dem sich anschließenden Monat widme ich mich Büchern, die während meines Germanistikstudiums bei meiner Lesesozialisation eine größere Rolle gespielt haben. Es sind allesamt Texte, die man literaturwissenschaftlich gerne zur „Popliteratur“ zählt oder zumindest in deren Nähe verortet. Etwa zum gleichen Zeitpunkt meines Studiums habe ich durch die Beschäftigung mit Gegenwartsliteratur meinen Blick auf in Deutschland erscheinende Literaturzeitschriften geworfen. So bin ich auf die Literaturzeitschrift „BELLA triste“ aus Hildesheim aufmerksam geworden und war einige Zeit ein treuer Leser. Irgendwann habe ich das Interesse verloren, doch für meinen Blog habe ich die Zeitschrift nun wiederentdeckt. Bewusst habe ich mich in diesem Monat für die Vorstellung der Hildesheimer Zeitschrift entschieden, denn durch diese bin ich auch auf die Autoren Thomas Klupp und Leif Randt aufmerksam geworden, deren Bücher ich in den kommenden Tagen auf meinem Blog ebenfalls vorstellen werde.

„BELLA triste“ wurde 2001 in Hildesheim gegründet und ist eine Plattform für Nachwuchsautor:Innen und dabei mit dem Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft an der Uni in Hildesheim verbunden. Dieses Institut ist neben dem Deutschen Literaturinstitut in Leipzig die wichtigste Schreibschule hierzulande. Die Zeitschrift ist zugleich ein Werkstattmedium für Studierende und soll trotzdem als eine relevante Literaturpublikation auf dem deutschsprachigen Markt gesehen werden. Letzteres ist sicherlich bis ins heutige Jahr gelungen. Das Herausgeberteam wechselt regelmäßig und besteht aus Studierenden. Seit 2023 hat die Zeitschrift einen Trägerverein, der neben verschiedenen Kulturinstitutionen für die Finanzierung Sorge trägt.

In ihren dreimal im Jahr erscheinenden Ausgaben bietet die Zeitschrift Platz für „junge Literatur“. Mit letzterem hat sich die Zeitschrift in einer Ausgabe auseinandergesetzt und in jener die Publikation für minderjährige Autor:Innen in Kooperation mit Schulen ermöglicht. Grundsätzlich geht es aber um neue Autor:Innen, vornehmlich jüngere, die mit ihren Einsendungen ihren Platz auf dem Literaturmarkt suchen. In jeder Ausgabe gibt es Platz für Prosa, und Lyrik, aber auch für dramatische Texte. Zudem können die Ausgaben Essays und poetologische Reflexionen umfassen, oder Interviews und Beiträge zur Literaturkritik. Zur Vorbereitung auf den heutigen Blogbeitrag habe ich mir einige der letzten Ausgaben angesehen. Neben dem Herausgeberteam wechselt auch jenes des begleitenden Layouts, und so gibt es auch hier farbenfrohe und kreative Wechsel. Manch eine Aussage erhält ein Schwerpunktthema, auch in den Formaten der Zeitschrift gab es zuletzt spannende Wechsel. Allerdings erinnere ich mich an frühere Ausgaben, in denen die Literatur teilweise weniger experimentell in ihrer Ästhetik war, was mir persönlich besser gefallen hat. Trotzdem waren auch in den letzten Ausgaben Schreibende zu entdecken, bei denen ich darauf hoffe, von ihnen weitere und längere Texte zu lesen. Die Herausforderung beim Lesen einer Literaturzeitschrift liegt immer darin, dass man die Kürze der Werke und damit oft den Verzicht auf einen Plot zu akzeptieren hat. In den vergangenen Jahren haben bei „BELLA triste“ unter anderem Mariana Leky, Leif Randt, Ronja von Rönne, Philipp Winkler und Shida Bayzar veröffentlicht. Allesamt sind diese mittlerweile mit ihren Büchern fester Bestandteil der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Da viele Autor:Innen aus dem Umfeld des Instituts in Hildesheim kommen und die Zeitschrift zum dortigen Festival Prosanova immer eine Sonderausgabe herausgibt, sind Trends dieser Schreibschule in der Zeitschrift ablesbar. Mir fällt auf jeden Fall der Bezug zu popkulturellen Aspekten immer wieder in den abgedruckten Texten auf. Sei es in der Stilistik, der verarbeiteten Plotgrundlagen oder weil die Zeitschrift selbst einen solchen Schwerpunkt in einer Ausgabe setzt. Daneben finden sich viele Texte, die sich mit Körperlichkeit auseinandersetzen. Letzteren Trend habe ich auch bei meinem Besuch der Leipziger Buchmesse in diesem Jahr wahrgenommen.

Ich möchte in meiner Vorstellung keine Texte aus den letzten Ausgaben hervorheben, denn jede Ausgabe hat den ein oder anderen Aspekt zu bieten. Insgesamt ist es eine Zeitschrift, in der ich eine experimentellere Art des Schreibens ausgemacht habe, und dies muss man sicherlich mögen. In den kleinen Formen zeigt sich aber schon das Talent, und sicherlich wird man von dem/der ein oder anderen noch einmal etwas lesen. Ich kann die Zeitschrift allen empfehlen, die sich für die Spielformen junger zeitgenössischer Literatur interessieren, denn mit „BELLA triste“ erhält man einen intensiven Einblick in den aktuellen Nachwuchsmarkt deutschsprachiger Texte.

Mehr Informationen unter: https://www.bellatriste.de/

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