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Alfred Wallon habe ich als Autor über Westernromanreihen bei Bastei Lübbe kennengelernt und er ist mir mit seinen historisch gut recherchierten Geschichten in der Reihe „Western-Legenden“ in Erinnerung geblieben. Deshalb habe ich mich gefreut, dass von diesem Autor in verschiedenen Verlagen Romane erscheinen, bei denen er sich historischen Themen aus der Geschichte des „Wilden Westens“ widmet. Für seinen Roman „Tod am Little Big Horn“ widmet er sich einer der wichtigsten Schlachten der Indianerkriege und einem amerikanischen Mythos. General George Armstrong Custer wird oftmals als Legende verehrt, auch wenn seine historische Niederlage durchaus selbst verschuldet war.
Um was geht es:
General George Armstrong Custer möchte unbedingt Teil des nächsten großen Feldzuges gegen die Sioux werden. Er ist fest davon überzeugt, dass er mit seiner siebenten Kavallerie für einen großen Sieg der US-Armee sorgen wird. Geblendet von der Sucht nach Erfolg, führt er seine Truppen in einen aussichtslosen Kampf. Tod am Little Big Horn zeichnet die letzten Wochen Custers und seiner Truppen nach.
Mein Leseeindruck:
Die Darstellung Alfred Wallons zeigt uns einen vielschichtigen Helden und reiht sich damit nicht in klassische Schwarz-Weiß-Malereien des berühmten Generals ein. Offensichtlich ist, dass wir es mit einer impulsiven Figur zu tun haben. Dies wird untermauert, da wir ihn auch aus der Perspektive des Reporters Mark Kellogg geschildert bekommen, der als Zivilist die siebente Kavallerie auf ihrem Zug gegen die Sioux begleitet. Custer sieht sich als einen guten Vertreter des Militärs und ist von seinen Qualitäten auch wegen vergangener Erfolge überzeugt. Gegenüber den indigenen Kontrahenten fühlt er sich überlegen und ist deshalb überzeugt, keinen langen Feldzug unternehmen zu müssen, um großen Erfolg zu vermelden. Custer ist besessen davon, zu glänzen, und zugleich legt er großen Wert auf die militärische Hierarchie. An seinen Entscheidungen dürfen Untergebene keine Kritik üben, was auch auf seinen Bruder zutrifft. Dessen Zweifel an den Fähigkeiten des Familienmitglieds sind durchaus zu spüren, und Wallon gelingt es bei dieser Figur, das Dilemma zwischen Familienliebe und sachlicher Auseinandersetzung spürbar zu machen. Schlussendlich bleibt er loyal seinem Bruder gegenüber, und damit unterstützt dieses familiäre Verhältnis die Fallhöhe der Entscheidungen Custers. An der ein oder anderen Stelle hätte man sich sogar einen Ausbau der Bruderperspektive vorstellen können. Custers Kontrahenten aufseiten der Sioux erhalten eine distanziertere Darstellung. Wallon ist allerdings um eine authentisch und realistisch anmutende Skizzierung bemüht. Sitting Bull ist spiritueller Anführer der Sioux und strategisch denkender Kopf. Crazy Horse ist der dynamische Vertreter, muss sich eher zügeln und weiß doch genau, wie man die amerikanischen Gruppen in eine Falle locken kann. Insgesamt folgt die Geschichte den historischen Abflüssen und bietet natürlich für Kenner der Geschichte keine Überraschungen. Man merkt dem Roman dabei an, dass er sich auf gut recherchierte historische Quellen stützen kann. Gut gelungen ist ihm dabei, dass auch die Querelen innerhalb des US-Militärs gut geschildert werden. Wallon schreibt mitreißend lesbar, verliert sich nicht in Details, arbeitet diese an den passenden Stellen ein. Dem Roman fehlen jedoch an bestimmten Stellen Figurenemotionen, welche die Geschichte lebendiger wirken lassen würden.
Fazit:
Mit diesem Roman ist Alfred Wallon mal wieder ein richtig spannender historischer Western gelungen. Die Tragik rund um die Ereignisse am Little Big Horn, die sich auch aus den Charakterzügen des Generals ergibt, wird sichtbar und lässt sich anhand der Reporterfigur und des Bruders gut nachspüren. An einigen Stellen wirkt der Roman zu protokollarisch, trotzdem ist er eine spannende und lehrreiche Darstellung der historischen Ereignisse. Für Fans des Genres und jene, die sich intensiv mit der Geschichte auseinandersetzen, gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung.
Autor:Inneninformation
Alfred Wallon (geboren 1957) ist ein deutscher Schriftsteller. Er verfasste u.a. Heftromane im Kelter Verlag und bei Bastei Lübbe. Zusätzlich verfasst er verschiedene Wildwestromane, die in vielen Fällen auf historischen Begebenheiten beruhen.
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Wertung: 🐧🐧🐧🐧🐧
Titel: Tod am Little Big Horn
Als E-Book lieferbar
