Auf den folgenden Seiten steht mein Lieblingsautor Karl May im Fokus. Die Begeisterung für diesen Autor stammt aus meinen Kindheits- und Jugendtagen. Karl May hat mir mit seinen Abenteuerromanen fremde Welten zugänglich gemacht und aufgezeigt, welche Kraft in der Fantasie von Geschichten liegt. Mein erster Lesekontakt war dabei eine für Kinder angepasste Geschichtensammlung. Hinzu kamen Hörspiele und ein erstes Sichten der Filme.
Später habe ich dann bei meinen Großeltern die Buchausgaben meines Vaters und meines Onkels entdeckt und diese begonnen zu lesen. Winnetou I wurde zu meinem absoluten Lieblingsbuch, welches ich bis heute unzählige Male gelesen habe. Die Idee einer Abenteuerfreundschaft, das Schildern fremder Länder und die Heldentaten der Blutsbrüder Old Shatterhand und Winnetou zogen mich in ihren Bann. Ich bin mir bewusst, dass es in den vergangenen Jahren mehrfach Auseinandersetzungen und Debatten um die Rezeption von Karl May gab. Für mich waren diese Diskussionen doch vor allem von Oberflächlichkeit und geringer Werkkenntnis geprägt. Ich finde insgesamt, dass wir bei unseren Diskussionen über literarische Texte nie ihren zeithistorischen Entstehungskontext vergessen dürfen. Natürlich haben sich bestimmte Darstellungen verändert, Diskriminierungen vergangener Tage und Kolonialismus sind aufzuarbeiten, aber wenn wir diese Verfehlungen tilgen, dann machen wir unsichtbar, was als wichtige menschliche Entwicklung gezeigt werden sollte. Karl May ist ein Kind seiner Zeit, jedoch sind deshalb seine Geschichten nicht gänzlich zu verteufeln. In diesen Geschichten stecken viel Hoffnung und Frieden. Zudem halte ich es für wichtig, dass auch bei uns als Leserschaft eine Verantwortung liegt. Jedem sollte bewusst sein, dass es sich hier um Märchengeschichten handelt und bestimmte Darstellungen den Ureinwohnern Nordamerikas nicht gerecht werden, sie sogar diskriminieren. Doch wir müssen dies auch erkennen lernen und sollten nicht vor der eigenen Verantwortung geschützt werden. Aus meiner Sicht bieten die Geschichten Karl Mays immer noch eine vielversprechende Chance, dass man jungen Menschen fremde Kulturen zeigt und ihr Interesse für die wahren Geschichten hinter diesen Märchen weckt. So war es ebenfalls bei mir, denn ich habe mich ausgehend von diesen Geschichten mit der Geschichte der Ureinwohner Nordamerikas beschäftigt.
Karl May bleibt Fixpunkt und zentral für diesen Blog, da er meine Leseleidenschaft entscheidend beeinflusst hat. Auf den nachfolgenden Unterseiten möchte ich diese Leidenschaft darstellen. Ich bin Mitglied der Karl-May-Gesellschaft und Abonnent des Magazins Karl May und Co., besuche regelmäßig Festspiele und bin gespannt auf jede neue Entwicklung rund um meinen Lieblingsautor. Highlight war in diesem Zusammenhang mein Besuch des Karl May Hauses in Radebeul im Jahr 2024. Einen Bericht zu diesem Besuch findet ihr auf dem Blog an dieser Stelle: Besuch des Karl May Museums in Radebeul – erzaehlwas.de.
