Meine begeisterte Karl-May-Lektüre und die Figur des Winnetou waren der Beginn einer intensiven Auseinandersetzung mit der Geschichte Nordamerikas. Mein Interesse wurde intensiver und ich begann, James Fenimore Cooper in Jugendbuchausgaben zu lesen. In der Stadtbücherei der benachbarten Kreisstadt entdeckte ich Comics wie „Lieutnant Blueberry“ oder „Comanche Red Dust“, die schon eine andere Welt als May zeigten. Die erzählte Welt war rauer, die edlen Ureinwohner:Innen erhielten tiefere psychologische Züge, und ich begann, Sachbücher zu lesen. Zugleich merkte ich, dass es auch weitere spannende Geschichten über Rinderzüchter, Viehtriebe, Cowboys, aber auch Revolverhelden gab. Neben dem Unabhängigkeitskrieg erlebten die Vereinigten Staaten auch einen Bürgerkrieg, und auch aus diesen Konflikten gab es fiktive Geschichten.
In der Stadtbücherei entdeckte ich die Heyne-Westernreihe, im Zeitungskiosk die Heftchenromane von Kelter und Bastei Lübbe. Schon meinen Vater hatte diese fiktive Welt fasziniert und dieser gab mir auch immer wieder mal den Hinweis, dass dies keine Jugendlektüren waren. Jedoch ließ ich mich nicht lange davon abhalten.
Ergänzt wurde dies durch den begeisterten Konsum von Wildwestfilmen- oder -serien wie z.B. Bonanza. Ich wurde zu einem waschechten Genre-Fan. Mir gefielen die verhandelten Kämpfe um Freiheit, die Abenteuerlust der Menschen, aber auch der doch immer leicht zu erkennende Unterschied zwischen Gut und Böse. Je mehr ich mich mit dem Genre auseinandersetzte, desto mehr musste ich natürlich erkennen, dass der reale geschichtliche Hintergrund vielschichtiger war. Vielleicht gab es auch deshalb eine Pause bei meiner Genrefaszination, bevor ich mich doch wieder diesem zuwandte. Mittlerweile bin ich wieder begeisterter Sammler und sehe meine Leidenschaft für dieses Genre vor allem als meinen persönlichen Einstieg in die tolle Welt der Fiktion. In diesem Bereich des Blogs steht also ein Special Interest im Fokus.
