Lebert, Benjamin: Im Zeichen der Acht – Rezension

Benjamin Leberts Roman „Im Zeichen der Acht“ ist eine mystische Geschichte, die in einem archaisch wirkenden Setting arrangiert ist. Acht Kämpfer müssen sich zwischen Gut und Böse entscheiden und damit die Zukunft beeinflussen. Das gesamte Setting wird durch eine beeindruckende sprachliche Metaphorik geschildert wobei die Story dieses Niveau nicht halten kann.

Jedes neue Buch von Benjamin Lebert schafft es eigentlich auf meinen heimischen Bücherstapel. Ich bin immer noch beeindruckt von seinem Debüt „Crazy“ und so habe ich mich auch auf den neuen Roman „Im Zeichen der Acht“ gefreut. Das Cover ist toll gestaltet. In den Rezensionen ist oft vom Gegenwartsbezug des Romans die Rede gewesen, was genügend Vorabinfos vor der Lektüre lieferte.

Um was geht es?

In einer mysteriösen Naturkulisse tauchen Martha und Tristan auf. Die Beiden werden später als Boten einer vergangenen Zeit präsentiert. Aus dieser Zeit heraus sind sie tief verfeindet und suchen nun nach Verbündeten für den alles entscheidenden Kampf. Acht Menschen müssen die Entscheidung suchen, welche auch den Weg der Zukunft weisen soll.

Mein Eindruck vom Buch

Die Lektüre des Buches hat mich angestrengt, Lebert entwirft ein tolles mythisches Setting mit Fantasyelementen, aber die Story ist komplex und schwer zu durchdringen. Durch das Setting werden wir aus unserer Realität entführt, was bei mir auch die Frage nach dem immer wieder genannten Gegenwartsbezug unklar werden lässt. Die Figuren des Romans werden mit kurzen biographischen Aspekten vorgestellt, sodass man verfolgen kann, für welche Seite sich entschieden wird. Mir persönlich ist jedoch die Tiefe der Figuren zu gering und damit wird die Geschichte auch nicht greifbar. Der alte Kampf zwischen Gut und Böse wird in den Mittelpunkt gestellt, jedoch mit sehr pauschal wirkenden Darstellungen. Lebert ist ein sprachlich versierter Autor und ich kann die Darstellungen der jungen Menschen auch einordnen, da viel Wert darauf gelegt wird, die Herausforderungen für junge Menschen auszustellen, aber auch dies bleibt an der Oberfläche. Die Sprache begeistert mich, kann mich aber nicht über die gesamte Handlung tragen.

Die geschilderte Welt lebt von ihrer Düsternis und Gewalt, die auch wunderbar präsentiert ist. Die Bilder erscheinen sofort vor meinen Augen und ziehen mich in den Text hinein Die Handlung lässt einen dann wieder ratlos zurück. Schlussendlich kann ich diesem Roman keine uneingeschränkte Empfehlung geben. Für einen Jugendroman ist mir der Text zu komplex und auch die Gewaltsequenzen sind mir für die Zielgruppe zu drastisch. Ich selbst hoffe auf das nächste Lebert-Buch. Für Leser, die sich an sprachlich hohem Niveau und mythischen Geschichten erfreuen, kann der Roman jedoch durchaus interessant sein.

Benjamin Lebert:

Im Zeichen der Acht

Arctis Verlag

ISBN:  978-3038800330

Preis: 19,00€

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