Johann, Petra: Wem du traust

Bei den Darmstädter Krimitagen: Wem du traust von Petra Johann. Der Psychothriller erzählt von zwei befreundeten Paaren, deren Leben durch das Verschwinden einer Jugendlichen aus den Fugen gerät. Verdächtigungen, Geheimnisse und Perspektivwechsel lassen die Beziehungen zunehmend eskalieren und stellen Vertrauen und Wahrnehmung infrage.

Bittrich, Dietmar: Grab tiefer!

Bei den Darmstädter Krimitagen 2026: Grab tiefer! von Dietmar Bittrich. Der Roman erzählt von Künstlern, die während der Corona-Pandemie ins Bestattergeschäft einsteigen und illegal Leichen verschwinden lassen. Im Zentrum stehen satirische Elemente, schwarzer Humor und überzeichnete Figuren, während die Handlung vor allem absurde und makabre Situationen entwickelt.

Musikkritik: Album „Orange“ von 01099

01099 verbinden auf ihrem Album Orange Melancholie, Sommer-Vibes und Alltagsbeobachtungen. Ihr Sound bewegt sich zwischen Rap und Pop, bewusst fern von typischen Genre-Klischees. Highlights wie der Track mit CRO zeigen die Leichtigkeit des Albums. Kein Meisterwerk, aber ein starker, stimmungsvoller Begleiter für warme Tage.

Musikkritik: Album „Alles auf Anfang“ von Kaffkiez

Kaffkiez habe ich erstmals live entdeckt – ihr Debüt Alles auf Anfang verbindet Indierock und Pop mit eingängigen Melodien und treibenden Gitarren.
Die Songs greifen persönliche und gesellschaftliche Themen auf und verbinden Energie mit nachdenklichen Momenten. Zwischen dynamischen und ruhigeren Titeln entsteht ein abwechslungsreiches Gesamtbild.
Charakteristisch bleibt die Mischung aus zugänglichem Sound und inhaltlicher Tiefe.

May, Karl: Durch die Wüste

Mit „Durch die Wüste“ beginne ich meine Auseinandersetzung mit Karl Mays Orientzyklus. Der Roman begleitet Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar durch Nordafrika und den Nahen Osten und ist episodisch strukturiert.
Neben landschaftlichen Beschreibungen prägen vor allem religiöse Gespräche den Text. Die Darstellung der arabischen Welt bewegt sich zwischen Anerkennung einzelner Werte und zeittypischen Stereotypen.
Besonders hervorzuheben sind die Schauplätze sowie die Figur Hadschi Halef Omar.

Smith, Ali: Frühling

„Frühling“ von Ali Smith verbindet Trauer, gesellschaftliche Konflikte und Hoffnung in einer experimentellen Erzählweise. Der Roman lebt von seiner starken Sprache und vielschichtigen Perspektiven, bleibt dabei aber bewusst fragmentarisch. Nicht alles fügt sich zu einem Ganzen – dennoch eine spannende, anspruchsvolle Lektüre für alle, die Literatur jenseits klassischer Handlung suchen.

Kracht, Christian: Faserland

„Faserland“ von Christian Kracht ist für mich ein Schlüsseltext der Popliteratur. Der Roman begleitet einen namenlosen Erzähler auf einer Reise durch Deutschland – geprägt von Konsum, Ironie und Oberflächlichkeit. Gerade diese Distanz macht das Buch so stark: Es zeigt Zeitgeist, ohne zu bewerten. Für mich bis heute ein prägendes Leseerlebnis und eine klare Empfehlung.