Kracht, Christian: Eurotrash

Mit „Eurotrash“ denkt Christian Kracht seinen Debütroman „Faserland“ konsequent weiter. Eine Reise mit der psychisch angeschlagenen Mutter wird zur Auseinandersetzung mit familiärer Schuld, verdrängter NS-Vergangenheit und persönlicher Orientierungslosigkeit. Kracht verbindet erneut Ironie, Melancholie und sprachliche Eleganz. Für mich geht der Roman emotional sogar tiefer als „Faserland“ und ist ein kluger Abschluss meiner Popliteratur-Reihe.

Conroy, Al: Der Mann in Schwarz

Mit „Der Mann in Schwarz“ von Al Conroy legt der Apex-Verlag einen klassischen Western um den geheimnisvollen Revolvermann Clayburn neu auf. In der von Gewalt beherrschten Stadt Glory Hole stellt er sich dem brutalen Cole Wheelock entgegen. Der Roman überzeugt mit geradliniger Handlung, schnörkelloser Sprache und einem spannenden Showdown. Psychologische Tiefe und Überraschungen fehlen allerdings weitgehend. Solide Westernunterhaltung.

Musikkritik: Album „Cruel World“ von Holly Humberstone

Holly Humberstone war meine größte Entdeckung beim Golden Leaves Festival in Darmstadt. Ihr zweites Album „Cruel World“ verbindet melancholische Texte mit euphorischem Indie- und Synth-Pop. Besonders „To Love Somebody“, „Cruel World“ und „Red Chevy“ begeistern mich. Ihre ausdrucksstarke Stimme und die Mischung aus intimen Balladen und treibenden Popsongs machen das Album für mich zu einem musikalischen Highlight des Jahres.

Die Ernährungs-Docs. Unsere 100 besten Anti-Bauchfett Rezepte

„Unsere 100 besten Anti-Bauchfett-Rezepte“ der Ernährungs-Docs verbindet verständliches Wissen über Bauchfett und Stoffwechsel mit einer langfristigen Ernährungsumstellung. Gemüse, Ballaststoffe, Eiweiß und hochwertige Fette stehen im Mittelpunkt. Besonders gefällt mir, dass die 100 Rezepte abwechslungsreich und alltagstauglich sind. Mein Highlight: gefüllte Paprika mit Pilz-Spinat-Hirse. Gesunde Küche ohne Diätgefühl.

Musikkritik: Album „Auf die Fresse Pop Vol.1“ von Paulinko

Paulinko waren für mich eine der Entdeckungen beim diesjährigen Schlossgrabenfest. Auf „Auf die Fresse Pop, Vol. 1“ treffen NDW, Elektro-Pop und Punk auf direkte Texte über Feminismus, Sexismus, Selbstbestimmung und persönliche Erfahrungen. Besonders „Für ein Mädchen“, „2014“ und „Skandal im Patriarchat“ überzeugen mich. Sieben Songs mit klarer Haltung, viel Energie und einem Sound, der tatsächlich im Ohr bleibt.

Morvan/Macutay: Die wahre Geschichte des Wilden Westens: OK Corral

„O.K. Corral“ aus der Splitter-Reihe „Die wahre Geschichte des Wilden Westens“ hinterfragt den Mythos um Wyatt Earp und die berühmte Schießerei von Tombstone. Statt klarer Helden und Schurken zeigt der Comic wirtschaftliche Interessen, Machtkämpfe und historische Ambivalenzen. Das ist spannend und differenziert, doch Figuren und Handlung bleiben mir zu distanziert. Für Western-Einsteiger trotzdem ein interessanter Zugang.

Musikkritik: Album „Schlagschatten“ von Annenmaykantereit

Mit „Schlagschatten“ entwickelten AnnenMayKantereit 2018 ihren Debütsound konsequent weiter. Folk und Blues treffen auf Pop, Chanson, Jazz und elektronische Einflüsse. Besonders „Marie“, „Weiße Wand“, „Jenny Jenny“ und „Vielleicht Vielleicht“ überzeugen mich. Alltagssprache verbindet sich mit poetischen Bildern, während Henning Mays Stimme erneut herausragt. Etwas schwächer als das Debüt, aber ein Album, das mit jedem Hören wächst.

Filmkritik: Der Ölprinz

„Der Ölprinz“ von 1965 entfernt sich deutlich von Karl Mays Roman und setzt stattdessen auf eine temporeiche Abenteuergeschichte. Pierre Brice überzeugt erneut als Winnetou, während Stewart Grangers Old Surehand für mich nicht ganz an Lex Barker heranreicht. Stark sind Harald Leipnitz als berechnender Ölprinz und Heinz Erhardt als humorvoller Kantor Hampel. Dazu kommen großartige Landschaften und Martin Böttchers Musik.

Kittlitz, Alard von: Sonder

Mit „Sonder“ führt Alard von Kittlitz die Popliteratur ins digitale Zeitalter. Produktdesigner Peter bewegt sich zwischen globaler Kreativbranche, Selbstoptimierung, künstlicher Intelligenz und der Suche nach Identität. Besonders spannend ist die Darstellung einer Arbeitswelt, in der Kreativität zur Ware wird. Sprachlich präzise und gedankenreich, bleibt mir der Roman emotional jedoch etwas zu distanziert.

Musikkritik: Album „Es ist Abend und wir sitzen bei mir“ von AnnenMayKantereit

„Es ist Abend und wir sitzen bei mir“ zeigt für mich perfekt, warum AnnenMayKantereit zu meinen Lieblingsbands gehören. Statt die Welt zu erklären, erzählen sie von kleinen Momenten: vom Meer, Verliebtsein, Erdbeerkuchen, Erinnerungen und Köln. Musikalisch wird der vertraute Indie-Pop um Latin, Flamenco, Jazz und Bossa Nova erweitert. Dazu kommt Henning Mays unverwechselbare Stimme – ein Album voller Atmosphäre und Nähe.