Berg, Mathias: Die Kriminalistinnen – Der stumme Zeuge

In Die Kriminalistinnen – Der stumme Zeuge von Mathias Berg ermittelt Polizistin Lucia Specht im Jahr 1970 gleich in zwei Fällen: dem Verschwinden eines kleinen Mädchens in Düsseldorf und einer Diebstahlserie in Köln, bei der sie undercover arbeitet. Der Krimi verbindet spannende Ermittlungen mit einem starken Blick auf gesellschaftliche Veränderungen der 70er Jahre – ein gelungener Abschluss der Trilogie.

Siebold, Henrik: Inspektor Takeda und der schöne Schein

In Inspektor Takeda und der schöne Schein von Henrik Siebold wird Inspektor Kenjiro Takeda zu einem Wochenende auf ein Herrenhaus eingeladen – doch die Gastgeberin wird tot aufgefunden. Während Takeda die Gäste befragt, ermittelt Kollegin Claudia Harms in einem zweiten Todesfall. Ein klassischer Whodunit-Krimi mit guter Figurenentwicklung, auch wenn er stärker auf bekannte Genre-Motive setzt.

Schimmelbusch, Alexander: Karma

In Karma von Alexander Schimmelbusch führt die Handlung ins Jahr 2033: Ein mächtiger Tech-Konzern prägt Gesellschaft und Alltag. Nach dem Ruhestand suchen ehemalige Manager nach Sinn und Identität in einer hochvernetzten Welt. Der Roman verbindet Zukunftsvision mit Gesellschaftskritik – sprachlich stark, in Struktur und Figuren jedoch nicht immer vollständig überzeugend.

Menger, Ivar Leon: Finster

In Finster von Ivar Leon Menger verschwindet 1986 im Odenwald-Dorf Katzenbrunn erneut ein Jugendlicher. Der pensionierte Kommissar Hans Stahl kehrt zurück, um den „Greifer“ zu stellen. Dichte Atmosphäre, ein misstrauisches Dorf und wechselnde Ich-Perspektiven machen den Psychothriller zu einem intensiven, subtil spannenden Leseerlebnis.

Marheinecke, Reinhard: Der Eisenbahnbaron

Der Roman Der Eisenbahnbaron von Reinhard Marheinecke knüpft an die Welt von Karl May an und erzählt einen Konflikt um den Bau einer Eisenbahnlinie durch das Gebiet der Sioux. Mächtige Unternehmer brechen Verträge aus Profitgier, während Old Shatterhand und Winnetou versuchen, Gewalt zu verhindern und eine gerechte Lösung zu finden. Der Roman greift klassische Motive der Vorlage auf, zeichnet die Figuren jedoch menschlicher und weniger idealisiert. Trotz interessanter Ansätze wirkt die Handlung überladen und wird am Ende zu oberflächlich abgeschlossen.