Serienkritik: Jenseits der Spree

„Jenseits der Spree“ hat sich über fünf Staffeln zu einer festen Größe im ZDF-Krimi entwickelt. Die Serie verbindet abgeschlossene Mordfälle mit einem starken Seriennarrativ rund um Ermittler Robert Heffler (Jürgen Vogel) und sein Familienleben. Authentische Figuren, gute Kameraarbeit und starke schauspielerische Leistungen machen die Reihe zu hochwertiger Freitagabendunterhaltung.

Pohl/Opheys: Mama braucht ‘ne Eiszeit

„Mama braucht ’ne Eiszeit“ von Romy Pohl erzählt vom turbulenten Alltag einer Pinguin-Familie und dem Wunsch der Mama nach Ruhe. Der Grundkonflikt ist kindgerecht, bleibt aber oberflächlich und stark auf die Mutter fokussiert. Figuren entwickeln sich kaum. Überzeugen können vor allem die farbenfrohen, ausdrucksstarken Illustrationen von Caroline Orpheys.

Siebold, Henrik: Inspektor Takeda und die stille Schuld

„Inspektor Takeda und die stille Schuld“ von Henrik Siebold verbindet einen spannenden Kriminalfall mit dem hochaktuellen Thema Pflege und Technik. Nach tödlichen Bränden geraten Pflegeroboter ins Zentrum der Ermittlungen. Der Roman stellt ethische Fragen, bleibt differenziert und überzeugt mit kluger Ermittlungsarbeit sowie einer starken Beziehungsebene. Ein Highlight der Reihe.

Musikkritik: Album „Planet Punk“ von Die Ärzte

„Planet Punk“ von Die Ärzte ist für mich ein prägendes Album meiner Jugend. Mit Humor, Tempo und klarer gesellschaftlicher Haltung verbindet die Band klassischen Punk mit Melodie und Ironie. Songs wie „Schunder-Song“ oder „Hurra“ zeigen, wie ernsthafte Themen spielerisch verarbeitet werden können. Für mich eines der besten Alben der Bandgeschichte.

Hedman, Johanna: Das Trio

Drei Freund:innen, zwei Sommer, viele unausgesprochene Gefühle: „Das Trio“ erzählt feinfühlig von Nähe, Begehren, sozialer Herkunft und der Suche nach Identität. Stilistisch stark und emotional dicht, aber ohne großen erzählerischen Knall. Ein ruhiger Roman über Freundschaft und das Unvermögen, sich wirklich festzulegen.

Siebold, Henrik: Inspektor Takeda und das doppelte Spiel

„Inspektor Takeda und das doppelte Spiel“ von Henrik Siebold verbindet einen Mordfall im Profifußball mit kulturellen Fragen zwischen Deutschland und Japan. Zen-Buddhismus, Yakuza und politische Interessen verdichten sich zu einem spannenden Krimi. Der Japan-Ausflug bringt Action und Beziehungsdynamik, schwächt aber etwas die sonst so ausgewogene Reihe. Trotzdem bleibt der Band klug, spannend und lesenswert.

Schneider, Anna: Grenzfall – In der Stille des Waldes

Mit „Grenzfall – In der Stille des Waldes“ überzeugt Anna Schneider erneut: Zwei parallel erzählte Kriminalfälle, ein bizarrer Fund in Tirol und eine Ermittlerin, die sich ihrer eigenen Vergangenheit stellen muss. Psychodrama und klassische Ermittlungsarbeit greifen perfekt ineinander. Spannend, emotional dicht und atmosphärisch stark – eine klare Empfehlung für Krimifans.