Johann, Petra: Der Steg

„Der Steg“ von Petra Johann erzählt von einer scheinbar perfekten Familie, deren Idylle durch einen Todesfall am Plöner See zerbricht. Misstrauen, Geheimnisse und widersprüchliche Wahrheiten treiben die Handlung voran. Ein atmosphärischer Psychothriller mit starkem Setting und fokussierter psychologischer Spannung.

Geiger, Arno: Reise nach Laredo

Auf der Frankfurter Buchmesse 2024 entdeckte ich Arno Geigers „Reise nach Laredo“. Der Roman zeigt Kaiser Karl V. nach seiner Abdankung als kranken, zweifelnden Menschen auf einer existenziellen Reise zu sich selbst. Sprachlich eindrucksvoll und philosophisch tiefgehend, aber sehr ruhig erzählt. Trotz literarischer Qualität konnte mich die Handlung nicht ganz fesseln – insgesamt eine durchschnittliche Leseerfahrung.

Müllensiefen, Domenico: Schnall dich an, es geht los

Schnall dich an, es geht los von Domenico Müllensiefen erzählt eindringlich vom Leben eines jungen Mannes in einem ostdeutschen Dorf zwischen Stillstand, Verlust und Hoffnung. Aus der Ich-Perspektive entsteht ein schonungsloses Bild von Perspektivlosigkeit und Heimatverbundenheit. Sprachlich stark, emotional nah und gesellschaftlich relevant – ein beeindruckender Roman über Gegenwart und Herkunft.

Menger, Ivar Leon: Angst

Im psychologischen Thriller Angst von Ivar Leon Menger gerät das Leben der Schauspielerin Mia nach einem Date zunehmend außer Kontrolle. Ist Viktor eine reale Bedrohung oder nur Teil ihrer Wahrnehmung? Mit subtiler Spannung, klaustrophobischer Atmosphäre und ständigem Zweifel an der Wahrheit entsteht ein intensives Psychospiel über Manipulation, Kontrolle und die Macht der Angst.

Berg, Mathias: Die Kriminalistinnen – Acht Schüsse im Schnee

Mit „Acht Schüsse im Schnee“ von Mathias Berg verbindet sich ein klassischer Kriminalfall mit einem starken historischen Blick auf die ersten Kriminalkommissarinnen in Düsseldorf. Der Roman zeigt eindrucksvoll die Herausforderungen von Frauen im Polizeidienst der 1970er Jahre und erzählt zugleich eine spannende, emotionale Ermittlergeschichte. Atmosphärisch, gut recherchiert und absolut lesenswert.

Christie, Agatha: Mord im Pfarrhaus

„Mord im Pfarrhaus“ ist der erste Roman mit Miss Marple und ein Klassiker des Kriminalromans. In der scheinbaren Dorfidylle von St. Mary Mead wird ein unbeliebter Colonel ermordet – Verdächtige gibt es viele. Während Scotland Yard ermittelt, beobachtet Miss Marple scharfsinnig das Geschehen. Mit feiner Figurenzeichnung, subtiler Spannung und kluger Konstruktion lädt der Roman zum Miträtseln ein.