Christie, Agatha: Mord auf dem Golfplatz

Mit „Mord auf dem Golfplatz“ präsentiert Agatha Christie einen weiteren raffiniert konstruierten Fall für Hercule Poirot. Besonders gelungen ist das Zusammenspiel zwischen Poirot und dem erzählenden Hastings, der die Leserschaft immer wieder auf falsche Fährten führt. Die komplexe Fallkonstruktion überzeugt, auch wenn die zahlreichen Wendungen zum Ende hin etwas überladen wirken. Ein starker früher Poirot-Roman mit viel Rätselspaß.

Pieper, Tim: Die Mündung

Mit „Die Mündung“ verbindet Tim Pieper einen Serienkillerthriller mit psychologischer Spannung und einer atmosphärischen Nordseekulisse. Die traumatisierte Ermittlerin Lena Funk gerät bei ihren Nachforschungen immer tiefer in ein Netz aus Erinnerungen, Geheimnissen und Zweifeln. Trotz einiger überladener Passagen und blasser Nebenfiguren überzeugt der Roman vor allem durch seine düstere Stimmung und die starke Hauptfigur.

van der Horst, Lutz: Konfetti-Blues

Mit „Konfetti-Blues“ legt Lutz van der Horst sein Romandebüt vor. Die Geschichte um den orientierungslosen Comedyautor Max behandelt Identität, Beziehungen und den Druck der Unterhaltungsbranche. Positiv hervorzuheben ist der selbstverständliche Umgang mit Queerness und Bisexualität. Insgesamt blieben mir Figuren, Handlung und Humor jedoch zu oberflächlich, um wirklich zu überzeugen.

Kroon, Oskar: Wir zwei gegen die Pissratten

„Wir zwei gegen die Pissratten“ von Oskar Kroon erzählt von den Brüdern Kaj und Krister und dem Thema Mobbing aus Opfer- und Beobachterperspektive.
Während Krister unter Gewalt und Ausgrenzung leidet, kämpft Kaj mit seiner Hilflosigkeit.
Ein sensibles Kinderbuch, das zeigt, wie stark Mobbing das gesamte Umfeld belastet.

May, Karl: Von Bagdad nach Stambul

Mit „Von Bagdad nach Stambul“ habe ich den dritten Band von Karl Mays Orientzyklus gelesen. Besonders gelungen ist die Weiterentwicklung der Freundschaft zwischen Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar, die während einer dramatischen Pestepisode neue Tiefe erhält. Die Reisebeschreibungen überzeugen, doch die episodenhafte Handlung und das Fehlen eines zentralen Konflikts lassen den Roman für mich hinter seinem Vorgänger zurückbleiben.

Menger, Ivar Leon: Der Tower

In „Der Tower“ verbindet Ivar Leon Menger einen packenden Thriller mit aktuellen Fragen zu Künstlicher Intelligenz und Überwachung. Die junge Nova zieht in einen voll digitalisierten Wohnturm, in dem ein intelligentes System alle Lebensbereiche kontrolliert. Was als Komfort beginnt, entwickelt sich zu einem beklemmenden Kampf um Freiheit und Selbstbestimmung. Spannend, atmosphärisch und erschreckend nah an heutigen Entwicklungen.

Schröder, Steffen : Der ewige Tanz

Steffen Schröders „Der ewige Tanz“ erzählt das Leben der Tänzerin Anita Berber als poetisches Porträt einer schillernden und zugleich zerbrechlichen Künstlerin der Weimarer Republik. In fragmentarischen Rückblicken entsteht das Bild einer Frau zwischen Freiheit, Selbstinszenierung und Selbstzerstörung. Sprachlich eindrucksvoll, atmosphärisch dicht und mit großem Sog erzählt – für mich eine klare Leseempfehlung.

#ShotbyAdams im Hessischen Landesmuseum in Darmstadt vom 20.03.2026  bis zum 21.06.2026

Die Ausstellung „#ShotbyAdams“ zeigt Bryan Adams als beeindruckenden Fotografen. Neben Porträts prominenter Persönlichkeiten stehen vor allem die Menschen hinter ihren öffentlichen Rollen im Mittelpunkt. Besonders die Serien über Obdachlose und kriegsversehrte Soldaten verbinden Verletzlichkeit, Würde und Stärke. Eine bewegende Ausstellung, die weit über klassische Prominentenfotografie hinausgeht.