Nickel, Eckhart: Punk

Eckhart Nickels Roman „Punk“ (Piper Verlag, 2024) erzählt von einer Punkband als kulturellem Widerstand gegen den mysteriösen „weißen Lärm“. Satirisch, popkulturell und gesellschaftskritisch zeigt Nickel, wie Musik, Rebellion und kulturelle Tiefe bedroht werden. Ideenreich und ästhetisch spannend, bleibt die Figurenentwicklung jedoch etwas flach.

Fahnert, Mark: Im Visier des Wolfs

„Im Visier des Wolfs“ von Mark Fahnert (Piper Verlag, 2023) ist ein spannender Mafiathriller mit der fiktiven European Crime Unit. Ermittler Lafdan Sadiku und Katrin Lesage müssen internationale Mafia-Netzwerke aufklären, während politische und diplomatische Ebenen ihre Arbeit erschweren. Hoher Actiongehalt trifft auf komplexe Verbindungen – ein Debüt für Fans von Agententhrillern.

Serienkritik: Jenseits der Spree

„Jenseits der Spree“ hat sich über fünf Staffeln zu einer festen Größe im ZDF-Krimi entwickelt. Die Serie verbindet abgeschlossene Mordfälle mit einem starken Seriennarrativ rund um Ermittler Robert Heffler (Jürgen Vogel) und sein Familienleben. Authentische Figuren, gute Kameraarbeit und starke schauspielerische Leistungen machen die Reihe zu hochwertiger Freitagabendunterhaltung.

Pohl/Opheys: Mama braucht ‘ne Eiszeit

„Mama braucht ’ne Eiszeit“ von Romy Pohl erzählt vom turbulenten Alltag einer Pinguin-Familie und dem Wunsch der Mama nach Ruhe. Der Grundkonflikt ist kindgerecht, bleibt aber oberflächlich und stark auf die Mutter fokussiert. Figuren entwickeln sich kaum. Überzeugen können vor allem die farbenfrohen, ausdrucksstarken Illustrationen von Caroline Orpheys.

Siebold, Henrik: Inspektor Takeda und die stille Schuld

„Inspektor Takeda und die stille Schuld“ von Henrik Siebold verbindet einen spannenden Kriminalfall mit dem hochaktuellen Thema Pflege und Technik. Nach tödlichen Bränden geraten Pflegeroboter ins Zentrum der Ermittlungen. Der Roman stellt ethische Fragen, bleibt differenziert und überzeugt mit kluger Ermittlungsarbeit sowie einer starken Beziehungsebene. Ein Highlight der Reihe.

Musikkritik: Album „Planet Punk“ von Die Ärzte

„Planet Punk“ von Die Ärzte ist für mich ein prägendes Album meiner Jugend. Mit Humor, Tempo und klarer gesellschaftlicher Haltung verbindet die Band klassischen Punk mit Melodie und Ironie. Songs wie „Schunder-Song“ oder „Hurra“ zeigen, wie ernsthafte Themen spielerisch verarbeitet werden können. Für mich eines der besten Alben der Bandgeschichte.

Hedman, Johanna: Das Trio

Drei Freund:innen, zwei Sommer, viele unausgesprochene Gefühle: „Das Trio“ erzählt feinfühlig von Nähe, Begehren, sozialer Herkunft und der Suche nach Identität. Stilistisch stark und emotional dicht, aber ohne großen erzählerischen Knall. Ein ruhiger Roman über Freundschaft und das Unvermögen, sich wirklich festzulegen.