Borge, Oistein: Bogart Bull Reihe – Rezension

Die Bogart Bull Reihe von Øistein Borge begeistert mit spannenden Krimihandlungen, einem interessanten Protagonisten und wechselnden europäischen Handlungsorten. Die Ermittlungen dringen tief in Wunden der Vergangenheit und folgen deren Spur bis in die Gegenwart. Auf diese Weise wird auch die Frage nach Schuld zu einem zentralen Thema der Bücher.

Eine neue skandinavische Krimireihe wird bei mir trotz der Fülle an Auswahl immer in die engere Auswahl kommen, mich begeistert die Art wie in Skandinavien Kriminalhandlungen geschrieben werden einfach. Bei der Bogart Bull Reihe war es auch der norwegische Kommissar mit irischen Wurzeln, der mich gereizt hat. Somit habe ich mir dann auch gleich alle drei Romane zugelegt und am Stück gelesen.

Um was geht es?

Kommissar Bogart Bull hat seine Familie auf tragische Wiese verloren und muss versuchen damit klarzukommen. Dies gelingt nicht immer besonders gut und zu allem Übel wird er auch noch zu Europol versetzt. Dort wartet sogleich ein mysteriöser Fall in Frankreich auf ihn. Die Ermittlungen führen bis in die norwegische Wirtschaftselite und Motive und Alibis sind nur schwer zu durchbrechen. Die Fälle zwei und drei führen nach Irland, mit Einbindung des Irland-Konflikts, und Amsterdam. Immer scheint auch die eigene Vergangenheit nicht ruhen zu wollen, sodass bei den Ermittlungen auch nicht nur die Gegenwart zu betrachten ist. Wird es dem norwegischen Kommissar mit der irischen Spürnase trotzdem gelingen die Fälle zu lösen?

Mein Eindruck der Reihe

Natürlich ist Bogart Bull nicht der erste skandinavische Kommissar mit privaten Schicksalsschlägen und Alkoholproblemen, trotzdem finde ich diesen persönlichen Hintergrund in dieser Reihe besonders gut in den Plot integriert. Die Reihe beschäftigt sich nämlich auf spannende Art und Wiese mit der Frage nach Schuld und dazu passt der private Hintergrund und das Kämpfen um die Rückkehr ins normale Leben sehr gut. Ein passendes Zitat liefert die Reihe dabei selbst:

„Die Wunden am Körper sind verheilt, aber ihre Seele blutet weiterhin. Es stimmt nicht, was immer alle sagen, dass die Zeit alle Wunden heilt.“ (Borge, Irrfahrt, Droemer 2020, S.35)

Dieses Zitat greift das Kernthema der Reihe auf denn immer wieder geht es um die Vergangenheit und wie diese heutige Handlungen prägt. Alle drei Kriminalermittlungen führen in die Vergangenheit und Bogart Bull muss versuchen die Hintergründe der Taten aufzudecken. Bogart Bull als Ermittler passt in diese Art der Fälle und so kombiniert im Borge im zweiten Roman einen Fall mit der irischen Herkunft seines Kommissars. Bull fügt sich in Ermittlerteams, ohne jedoch seine Eigenständigkeit abzugeben. Trotz seiner irischen Härte ist er jedoch auch in der Lage der Situation angemessen, feinfühlig zu sein.

Die wechselnden Orte der drei Romane sorgen für Abwechslung in der Reihe und Øistein Borge verknüpft die Fälle gut mit der jeweiligen landestypischen Kultur. Bull steht zunächst mysteriösen Fällen gegenüber, die ihn herausfordern und zu scharfsinnigen Kombinationen zwingen. Teilweise glaubt man als Leser Fäden zusammenführen zu können, bis wieder abwegige Fäden näher zu liegen scheinen. Dies macht Spaß beim Lesen und so werden die Figuren schnell nach Motiven sortiert und man würde ihnen gerne selbst die ein oder andere Frage stellen. Hinzu kommt ein angemessenes Actionpotenzial, dass nicht nur der Zurschaustellung von Gewalt dient. Ein flüssiger Schreibstil und kurze Kapitel befördern das Gefühl weiterlesen zu wollen. Mich haben alle drei Bücher richtig gut unterhalten und ich würde zu einem weiteren Bogart Bull Roman gewiss nicht nein sagen.

Øistein Borge:

Band 1: Kreuzschnitt

ISBN: 978-3426306048

Preis: 9,99€

Band 2: Hinterhalt

ISBN: 978-3426306055

Preis: 9,99€

Band 3: Irrfahrt

ISBN: 978-3426307489

Preis: 9,99€

Droemer Knaur

https://www.droemer-knaur.de/buch/oeistein-borge-kreuzschnitt-9783426306048