Filmkritik: Der Ölprinz

„Der Ölprinz“ von 1965 entfernt sich deutlich von Karl Mays Roman und setzt stattdessen auf eine temporeiche Abenteuergeschichte. Pierre Brice überzeugt erneut als Winnetou, während Stewart Grangers Old Surehand für mich nicht ganz an Lex Barker heranreicht. Stark sind Harald Leipnitz als berechnender Ölprinz und Heinz Erhardt als humorvoller Kantor Hampel. Dazu kommen großartige Landschaften und Martin Böttchers Musik.

Karl May Festspiele Elspe 2026: Winnetou I

2026 zeigt Elspe mit „Winnetou I“ eine fast dreistündige Inszenierung voller Action, Pferde und spektakulärer Bühneneffekte. Besonders überzeugt mich Jean-Marc Birkholz, der Winnetous Entwicklung viel Tiefe verleiht und für mich aktuell der beste Winnetou-Darsteller ist. Nicht jede dramaturgische Schleife funktioniert, doch Bühnenbild, Kleeblatt und starke Actionszenen machen den Besuch erneut zu einem unterhaltsamen Festspielerlebnis.

Hörspiel Winnetou I (RBB+Radio Bremen 2011)

Karl May und Hörspiele begleiten mich seit meiner Jugend. Den Auftakt meiner Beschäftigung mit May-Hörspielen macht „Winnetou I“ von RBB und Radio Bremen aus dem Jahr 2011. Die rund 100-minütige Adaption bleibt erstaunlich nah am Roman und entwickelt dennoch viel Tempo. Reiner Schöne überzeugt als Erzähler, Max Hopp als Winnetou und Konstantin Graudus als Old Shatterhand. Eine atmosphärische und spannende Umsetzung.

Karl May Festspiele Bad Segeberg 2026: Im Tal des Todes

„Im Tal des Todes“ begeistert in Bad Segeberg mit einer temporeichen Inszenierung voller Action, Humor und Emotionen. Besonders Alexander Klaws und Bastian Semm überzeugen als Winnetou und Old Shatterhand, während Florian Fitz, Isabell Varell und Heinrich Schafmeister starke Gastauftritte liefern. Für mich gehört die Aufführung zu den besten Karl-May-Produktionen der vergangenen Jahre.

Karl May Festspiele Mörschied 2026: Winnetou II – Das Geheimnis des Scouts

Auch in diesem Jahr haben mich die Karl-May-Festspiele Mörschied überzeugt. „Winnetou II – Das Geheimnis des Scouts“ punktet mit starken Schauspielern, beeindruckenden Reiterszenen und gelungenen Kampfchoreografien. Das Textbuch wirkt zwar stellenweise etwas überladen, doch die Leidenschaft des ehrenamtlichen Ensembles macht den Besuch zu einem lohnenswerten Karl-May-Erlebnis.

Marheinecke, Reinhard: Der Goldschatz  der Badlands

Mit „Der Goldschatz der Badlands“ setzt Reinhard Marheinecke seine Karl-May-inspirierte „Rote Reihe“ fort. Die Schatzsuche zwischen Europa und Nordamerika bietet viel May-Atmosphäre und starke Landschaftsbeschreibungen. Für mich bleibt der Roman jedoch etwas vorhersehbar und erreicht nicht ganz die Qualität anderer Bände – dennoch ein gelungener Einstieg in Marheineckes May-Kosmos.

May, Karl: Von Bagdad nach Stambul

Mit „Von Bagdad nach Stambul“ habe ich den dritten Band von Karl Mays Orientzyklus gelesen. Besonders gelungen ist die Weiterentwicklung der Freundschaft zwischen Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar, die während einer dramatischen Pestepisode neue Tiefe erhält. Die Reisebeschreibungen überzeugen, doch die episodenhafte Handlung und das Fehlen eines zentralen Konflikts lassen den Roman für mich hinter seinem Vorgänger zurückbleiben.

May, Karl: Durchs wilde Kurdistan

„Durchs wilde Kurdistan“ führt Kara Ben Nemsi, Hadschi Halef Omar und Sir David Lindsay durch Stammeskonflikte, Intrigen und Befreiungsmissionen im Orient. Karl May verbindet Abenteuer, Reiseerzählung und kulturelle Reflexionen zu einem spannenden Roman. Trotz problematischer Stereotype des 19. Jahrhunderts bleibt das Buch wegen seiner Atmosphäre, Spannung und fantasievollen Schauplätze lesenswert.

May, Karl: Durch die Wüste

Mit „Durch die Wüste“ beginne ich meine Auseinandersetzung mit Karl Mays Orientzyklus. Der Roman begleitet Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar durch Nordafrika und den Nahen Osten und ist episodisch strukturiert.
Neben landschaftlichen Beschreibungen prägen vor allem religiöse Gespräche den Text. Die Darstellung der arabischen Welt bewegt sich zwischen Anerkennung einzelner Werte und zeittypischen Stereotypen.
Besonders hervorzuheben sind die Schauplätze sowie die Figur Hadschi Halef Omar.

Marheinecke, Reinhard: Der Eisenbahnbaron

Der Roman Der Eisenbahnbaron von Reinhard Marheinecke knüpft an die Welt von Karl May an und erzählt einen Konflikt um den Bau einer Eisenbahnlinie durch das Gebiet der Sioux. Mächtige Unternehmer brechen Verträge aus Profitgier, während Old Shatterhand und Winnetou versuchen, Gewalt zu verhindern und eine gerechte Lösung zu finden. Der Roman greift klassische Motive der Vorlage auf, zeichnet die Figuren jedoch menschlicher und weniger idealisiert. Trotz interessanter Ansätze wirkt die Handlung überladen und wird am Ende zu oberflächlich abgeschlossen.