Smith, Ali: Frühling

„Frühling“ von Ali Smith verbindet Trauer, gesellschaftliche Konflikte und Hoffnung in einer experimentellen Erzählweise. Der Roman lebt von seiner starken Sprache und vielschichtigen Perspektiven, bleibt dabei aber bewusst fragmentarisch. Nicht alles fügt sich zu einem Ganzen – dennoch eine spannende, anspruchsvolle Lektüre für alle, die Literatur jenseits klassischer Handlung suchen.

Hedman, Johanna: Das Trio

Drei Freund:innen, zwei Sommer, viele unausgesprochene Gefühle: „Das Trio“ erzählt feinfühlig von Nähe, Begehren, sozialer Herkunft und der Suche nach Identität. Stilistisch stark und emotional dicht, aber ohne großen erzählerischen Knall. Ein ruhiger Roman über Freundschaft und das Unvermögen, sich wirklich festzulegen.

Gefangen in einer toxischen Beziehung – Mora, Terézia: Muna oder Die Hälfte des Lebens

Dieser Roman beeindruckt mich in seinem Sprachgebrauch. Öziri schreibt gekonnte Dialoge, gibt seinen Figuren die passende Sprache und verwebt in seinem Text poetische Sprachpassagen, die zugleich hohes Reflexionspotential haben. Der Roman gibt uns einen klaren Eindruck in das Leben einer alleinerziehenden Mutter, die daraus erwachsende Armut und die Belastung, als Migranten Teil der Gesellschaft zu sein.

Schirach, Ferdinand von: Gott – Rezension

„Gott“ ist ein von Ferdinand von Schirach verfasstes Theaterstück erschienen im Luchterhand Verlag. Es erzählt von Richard Gärtner, einem 78-jährigen körperlich gesunden Mann, der nach dem Tod seiner Frau nicht weiterleben möchte. Somit verlangt er nach einem Medikament, dass ihn tötet. Doch wer soll ihm dieses Medikament geben und ist dies richtig? Die Ethikkommission diskutiert den Fall.