Avery, Sean E.: Franks rote Mütze

Sean E. Averys „Franks rote Mütze“ erzählt von einem Pinguin, der mit einer farbigen Idee für Unruhe sorgt. Nach einem Unglück ziehen die anderen Pinguine vorschnelle Schlüsse, während Frank an seiner Idee festhält.
Das Bilderbuch kombiniert minimalistische Illustrationen mit einer einfachen Handlung, bleibt in der Umsetzung jedoch wenig nachvollziehbar und in seiner Aussage uneinheitlich.

Ostrander/Duursema/Parsons: Dawn of the Jedi – Machtsturm

Ein früher Comic aus dem Star-Wars-Universum erzählt von den Ursprüngen des Jedi-Ordens auf Tython, rund 25.793 Jahre vor der bekannten Handlung.
Im Zentrum steht der Rakata-Krieger Xesh, der zwischen dunkler Seite und innerem Konflikt steht.
Der Band greift zentrale Motive wie das Gleichgewicht der Macht auf und überzeugt vor allem durch seine dichte Atmosphäre und detailreichen Illustrationen.

Johann, Petra: Wem du traust

Bei den Darmstädter Krimitagen: Wem du traust von Petra Johann. Der Psychothriller erzählt von zwei befreundeten Paaren, deren Leben durch das Verschwinden einer Jugendlichen aus den Fugen gerät. Verdächtigungen, Geheimnisse und Perspektivwechsel lassen die Beziehungen zunehmend eskalieren und stellen Vertrauen und Wahrnehmung infrage.

Bittrich, Dietmar: Grab tiefer!

Bei den Darmstädter Krimitagen 2026: Grab tiefer! von Dietmar Bittrich. Der Roman erzählt von Künstlern, die während der Corona-Pandemie ins Bestattergeschäft einsteigen und illegal Leichen verschwinden lassen. Im Zentrum stehen satirische Elemente, schwarzer Humor und überzeichnete Figuren, während die Handlung vor allem absurde und makabre Situationen entwickelt.

May, Karl: Durch die Wüste

Mit „Durch die Wüste“ beginne ich meine Auseinandersetzung mit Karl Mays Orientzyklus. Der Roman begleitet Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar durch Nordafrika und den Nahen Osten und ist episodisch strukturiert.
Neben landschaftlichen Beschreibungen prägen vor allem religiöse Gespräche den Text. Die Darstellung der arabischen Welt bewegt sich zwischen Anerkennung einzelner Werte und zeittypischen Stereotypen.
Besonders hervorzuheben sind die Schauplätze sowie die Figur Hadschi Halef Omar.

Smith, Ali: Frühling

„Frühling“ von Ali Smith verbindet Trauer, gesellschaftliche Konflikte und Hoffnung in einer experimentellen Erzählweise. Der Roman lebt von seiner starken Sprache und vielschichtigen Perspektiven, bleibt dabei aber bewusst fragmentarisch. Nicht alles fügt sich zu einem Ganzen – dennoch eine spannende, anspruchsvolle Lektüre für alle, die Literatur jenseits klassischer Handlung suchen.

Kracht, Christian: Faserland

„Faserland“ von Christian Kracht ist für mich ein Schlüsseltext der Popliteratur. Der Roman begleitet einen namenlosen Erzähler auf einer Reise durch Deutschland – geprägt von Konsum, Ironie und Oberflächlichkeit. Gerade diese Distanz macht das Buch so stark: Es zeigt Zeitgeist, ohne zu bewerten. Für mich bis heute ein prägendes Leseerlebnis und eine klare Empfehlung.

Kibler, Michael: Bunkermädchen

Michael Kibler legt mit Bunkermädchen den 17. Fall für Ermittler Steffen Horndeich vor: Ein 40 Jahre alter Mordfall rund um einen Bunker wird neu aufgerollt. Mit moderner Technik kommen verdrängte Geheimnisse ans Licht. Ein atmosphärischer Regionalkrimi mit starkem Lokalkolorit und vertrauten Figuren – solide, wenn auch etwas weniger spannend als gewohnt.