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Die letzte Station meiner Kulturtour führte mich nach Düsseldorf. Als Abschluss ist Düsseldorf aber nicht nur wegen seiner Bedeutung als Kunststadt auf meiner Tour gelandet. Als Abschluss war uns auch der Besuch der Düsseldorfer Altstadt und etwas Feiern wichtig. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Kultur bei dieser Station zu kurz kommen wird, denn es warteten wieder Kunstmuseen und ein Theaterbesuch. Zunächst beginnen wir jedoch mit einem kurzen Stadtspaziergang. Bei meinen bisherigen Aufenthalten in Düsseldorf war nie Zeit für eine ausführlichere Stadtbetrachtung und so habe ich dies nun gut nachholen können. Begonnen haben wir unseren Stadtrundgang mit der Königsallee und haben uns etwas von der Shoppinglust anstecken lassen, aber vor allem auch Eindrücke aufgenommen. Weiter ging es dann zum Rathaus nach Düsseldorf, welches den Marktplatz prägt. Hier ist es gelungen den neuen Rathausbau architektonisch an das Alte Rathaus anzupassen. Das Alte Rathaus wurde im Stil der Renaissance gebaut. Vor dem Bau befindet sich noch das „Jan-Wellem-Reiterdenkmal“, der einst als Pfalzgraf von Düsseldorf aus regierte. Weiter sind wir dann Richtung Rhein, am Schlossturm vorbeigelaufen. Das Wetter hatte in Bonn schon einen Umschwung genommen und in Düsseldorf war es dann wirklich alles andere als ideal. Aus diesem Grund konnten wir unseren Spaziergang auch nicht gänzlich genießen, denn es war furchtbar kalt und nass. Highlights des Stadtrundgangs waren jedoch noch zwei Kirchen. Zum einen St. Lambertus, welche mit ihrem schiefen Turm die Altstadt überragt. Höchstwahrscheinlich ist die Kirche das älteste Gebäude der Stadt, wobei der schiefe Turm erst nach einem Brand und den damit verbundenen Renovierungsarbeiten entstand. Im Inneren hat die Kirche dann weniger beeindruckt, dies hat aber die zweite Kirche definitiv geschafft. St. Andreas wirkt von außen etwas unscheinbar, aber die ehemalige Klosterkirche bietet im Inneren wunderbare Eindrücke. Die Stuckarbeiten sind eindrucksvolle Zeugen von Handwerksarbeit. Die Barockarbeiten passend zu den Gemälden bilden ein gekonntes Ganzes und somit ist dies eine der schönsten Kirchen, die ich in den letzten Jahren bewundern durfte.

Unsere Spaziergänge haben uns dann noch zur Oper und der Mendelssohn Statue geführt und wir haben auch einen Blick auf die Frank Gehry Bauten geworfen. Abschluss unserer beiden Tage bildete jeweils die Altstadt, mit gutem Essen in den Brauhäusern. Für uns war die Altstadt allerdings etwas zu sehr „Mallorca“ und damit nicht ganz so passend für unsere Kulturreise. Trotzdem haben wir zwei schöne Tage in Düsseldorf verbracht.

Mein erster Kunstbesuch in Düsseldorf führte mich in die Kunstsammlung Düsseldorf, mit den Sammlungsteilen K20 und K21. Wir haben für beide Ausstellungsgebäude Karten gekauft und zunächst im Sammlungsteil K20 begonnen. Hier wartete zunächst die Ausstellung „The Skin of All“ von Lygia Pape auf uns. Die brasilianische Avantgarde-Künstlerin erhält in Düsseldorf ihre erste große Einzelausstellung in Deutschland. Erneut muss ich gestehen, dass ich mit der geometrischen Formsprache, die mir hier präsentiert wird, nicht viel anfangen kann. Nicht immer wird einem klar, inwieweit in dieser konkreten handwerklichen geometrischen Kunst gesellschaftspolitische Fragestellungen ihren Ausdruck finden. Im Anschluss geht es dann in die Sammlung mit dem Schwerpunkt der Klassischen Moderne. Ich nehme vorweg, diese Sammlung hat mir von allen Kunstmuseen, die ich auf meiner Reise in Augenschein genommen habe, am besten gefallen. Die Werke der Kunst vor 1945 präsentieren Expressionismus, Kubismus, Dadaismus oder auch Surrealismus. Sehr viel ist von der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ zu sehen und ich gebe zu es fällt mir äußerst schwer, dass ich hier bestimmte Kunstwerke herausgreife. Doch zu nennen ist auf jeden Fall die große Paul Klee Sammlung. In Erinnerung bleiben mir die „Federpflanze“, die trotz ihrer nicht zu hellen Farben, aus dem Bild heraus zu schimmern scheint und das Gemälde „Gezeichneter“. Letzteres zeigt ein Gesicht, das durch die schwarze Gesichtszeichnung einen trostlosen Blick freigibt, einen der Leid zeigt, deutlich macht, dass hier jemand von Ereignissen gezeichnet ist. Die Struktur des Bildes wirkt fast, als zeichnen sich Narben im Bild ab. Ebenfalls in Erinnerung bleibt das Porträt Max Jacob von Amedeo Modigliani. Zudem sind die Picasso Gemälde mit ihrem Formspiel, die darin aufscheinenden Perspektiven und das Collagenhafte da diese direkt auf mich als Betrachter einwirken. Toll finde ich die Zitate, welche die Ausstellung an den Wänden begleiten, da hieraus ein gelungener Gesamteindruck entsteht und Raum für das Wirken der Gemälde geschaffen wird. Schön fand ich auch die Werke von Oskar Schlemmer, da mir der Bauhausstil gut gefällt und ich nun endlich die Möglichkeit hatte, mich präsent mit Gemälden auseinanderzusetzen. Wirkmächtig ist auch das Gemälde Joseph Beuys von Andy Warhol, aus dem heraus sowohl die Person Beuys, fotografische Kunst, aber auch die Pop Art Stilistik sichtbar werden. Jonathan Meese ist ebenfalls mit einem Werk vertreten, doch hier zeigt sich wieder, dass ich bei meinem Umgang mit Zeitgenössischer Kunst noch etwas Lernzeit benötige. Doch auch wenn ich nicht alles gleich mit einer Interpretation verbinden konnte, habe ich richtig viele Gemälde gesehen, die mich ästhetisch angesprochen haben. Kurzerläuterungen meiner Begleitung haben dann zudem noch geholfen, das Gesehene etwas besser einzuordnen.

Im Anschluss stand dann die Sammlung K21 an, die sich an einer anderen Stelle und zwar im Ständehaus befindet und sich der zeitgenössischen Kunst widmet. Zu sehen war hier Gerhard Richters Birkenau Zyklus. Dem Zyklus liegen vier Fotografien zugrunde, welche von Häftlingen des KZ Birkenau-Auschwitz gemacht wurden. Richter übermalt diese, wie auch andere Fotografien in dieser Ausstellung. Es zeigt sich, dass die eigentlichen Bildausschnitte nie wirklich verschwinden können. Somit ist auch Schuld aus meiner Sicht nicht zu tilgen. Gleichzeitig eröffnen die Bearbeitungen einen Diskussionsraum darüber, was Kunst abbilden kann. Das Grauen des Nationalsozialismus ist auf jeden Fall nie so zu verarbeiten, dass es für uns spürbar sein wird. Einige Installationen nutzen den Raum und sprechen verschiedene Sinne an. Ai Weiwei beeindruckt mich mit einer Tapete, die historische Fluchtbewegungen klassischer Zeichnung mit modernen Flüchtlingsbildern verknüpft. Für mich zeigt sich darin, dass Flucht, genannt seien hier auch die Fluchtbewegungen der Bibel, unsere menschliche Geschichte schon immer prägt und sie nicht nur mit Angst verbunden sein sollte. Hoch oben thront dann die Installation in orbit“ des Künstlers Tomás Saraceno. Das Kunstwerk ist begehbar und man ist mit den eigenen körperlichen Erfahrungen Teil dieses Werkes.

Alles in allem haben mir beide Sammlungsteile gefallen und es war der schönste Besuch auf meiner Kulturreise.

Weitere Informationen zu Öffnungszeiten und Sonderausstellungen erhaltet ihr unter:

https://www.kunstsammlung.de/de/

Nach längerer Pause geht es heute mit Bloginhalten weiter und ich muss vor allem noch meine Kulturtour mit letzter Station in Düsseldorf abschließen. In den kommenden Tagen werden meine Erlebnisse der letzten Wochen aufgearbeitet, bevor der Blog sich nochmals vorstellen möchte. Meine Kulturtour schließe ich mit meinem Besuch der Max Liebermann Ausstellung im Kunstpalast Düsseldorf und den damit verbundenen Abstecher in die Elektro Ausstellung. Die Ausstellung zu Max Beckmann umfasst 120 Gemälde und stellt sein Werk in Bezug zu vielen seiner Malerkolleg*Innen, was die Internationalität des Kunstnetzwerkes von Max Liebermann betont. Er war eine treibende Kraft und verknüpfte Einflüsse aus Frankreich oder Holland mit jenen aus Deutschland. Die Ausstellung betont dies, in dem u.a.  Werke von van Gogh, Millet oder Monet zu sehen sind. Meinen Faible für Impressionismus habe ich schon einige Male betont und so verwundert es sicherlich nicht, wenn ich auch durch diese Ausstellung gerne gegangen bin. Die Ausstellung war in neun Kapitel unterteilt und macht somit den Blick auf die Werkentwicklung frei. Man erkennt die naturalistischen Einflüsse, der sich auch in der Wahl bestimmter Motive zeigt, die eben keine glorifizierenden schönen Bilder lieferten. In seinen Selbstbildnissen meint man sein Nachdenken zu sehen und die Bilder wirken trotz der beigen und braunen Töne hell. In anderen Darstellungen erkennt man den impressionistischen Stil stärker, da Farbverläufe ineinander gehen und auf diese Weise Gefühlswelten sichtbar machen. Gerade die Darstellungen von Straßenleben zeigen vielschichtige Töne und symbolisieren die Lebendigkeit des Treibens. Am „Stevenstift in Leiden“ sieht man linkerhand die Frauen sitzen, die vielleicht auch einer Tätigkeit nachgehen und ihnen gegenüber beginnt ein parkähnlicher Bereich, womit auch einladende farbliche Kontraste gesetzt werden. In der Stilistik Liebermann zeigen sich Unterschiede zu Werken, wie jenen von Monet. Letzterer malt mit helleren Farben, zudem wirken die Farben tupfend nebeneinander gesetzt, was man bei Liebermann weniger erkennt. Wunderbar finde ich die Bilder von Pferderennen, wo die Hintergründe verschwimmen, aber die Reiterfiguren kontrastierend stärker erscheinen. Ein wunderschönes Gemälde ist zudem der Papageienmann. Abgebildet wird der Amsterdamer Zoo. Licht durchbricht die Szenerie, im Hintergrund sieht man das Treiben der Zoogäste und im Vordergrund den Papageienwärter, dessen Kleidung dunkel im Vergleich zu den Papageienfarben ist. Ich finde die Kuratierung der Ausstellung gelungen, da man durch die Werkvergleiche und die Struktur der Kapitel, die Internationalität der Kunst und die Werkentwicklung von Liebermann greifen kann.

Im Anschluss ging es noch in die Ausstellung „Elektro“. Mehr als 500 Ausstellungsstücke geben einen Einblick in die technischen Entwicklungen elektronischer Musik, oder inszenieren ein Club Feeling. Man erhält Informationen zu den verschiedensten Musikströmungen der Electronic Music. Ich bin selbst kein Clubgänger und somit auch kein Experte für diese Musik. Trotzdem sorgt die Gestaltung der Ausstellung auch bei mir für ein Clubfeeling und einige der gehörten Tracks habe ich mir dann für den Musikmix zu Hause notiert. Bilder aus vergangenen Jahren geben einen Einblick in die mit der Musik verbundene Jugendkultur. Zentrum der Ausstellung ist jedoch ein Blick auf das Gesamtwerk der Elektroband Kraftwerk. Mit einer 3D Brille ausgestattet wird man in einem Raum Zeuge der multimedialen Inszenierung dieser Band. Für mich war dies auf jeden Fall ein spannender Einblick und solche Ausstellungen über elektronische Musik haben auf jeden Fall das Potential mir zu gefallen. Der Kunstpalast ist mit seinen Ausstellungen auf jeden Fall eine schöne Adresse für Kunstbegeisterte. Insgesamt war dies ein wunderbarer Abschluss für meine Kulturreise durch Nordrhein-Westfalen.

https://www.kunstpalast.de/

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