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Lerchbaum, Gudrun: Das giftige Glück

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„Das giftige Glück“ von Gudrun Lerchbaum beim Haymon Verlag, ist eine Kriminalgeschichte, die sich keinen Genregrenzen unterwerfen möchte. Wir befinden uns in Wien und ein Pilzbefall sorgt dafür, dass Bärlauch zu einem giftigen Lebensmittel wird. Schnell verbreitet sich diese Nachricht und es finden sich Menschen, die darin eine suizidale Lösung sehen. Zwei derjenigen, die nach den Pflanzen suchen, sind Kiki und die dreizehnjährige Jasse. Sie werden zu einem ungleich anmutenden Paar und zudem noch in einen Mordfall verstrickt. Daraus geht eine Geschichte um den Sinn des Lebens hervor. Es geht um die Bedeutung von Familie, Liebe und Freundschaft. Gepaart wird dies mit der Frage nach der Kontrolle über das eigene Leben und damit verbunden den Tod und darüber, ob man in diese Kontrolle von Menschen eingreifen soll. Damit greift Lerchbaum auch Aspekte auf, die sich in der aktuellen Pandemie als mögliche Fragen stellen.

(Sporenwelt.de) Eine erstaunliche Entsprechung zwischen der Welt der Pilze und unserer eigenen Spezies findet sich im Streben nach Entgrenzung.

Lerchbaum, Gudrun: Das giftige Glück, 2022, Haymon Verlag, S.5.

Es ist mein erstes Buch von Gudrun Lerchbaum und ich nehme vorweg, dass es sicherlich nicht mein letztes bleiben wird. Mich beeindruckt wie der Roman sich jeglichen Genreregeln entzieht und damit den klaren Beweis erbringt, dass gute Kriminalgeschichten auch Gesellschaftsliteratur sind. Es gibt drei spannende Frauenfiguren mit Olga, Kiki und der dreizehnjährigen Jasse. Letztere lebt alleine mit ihrem Vater und sucht nach der nun abwesenden Mutterfigur. Ihr Leben wirkt orientierungslos und so ist das aufkommende Gerücht über den seltsamen Pilz ein eskapistisch daherkommender Ruf in ihr Leben. Olga hat MS und denkt darüber nach ihr Leben zu beenden. Gepflegt wird sie von Kiki, die nach einem Gefängnisaufenthalt, weiß, dass sie von Olga abhängig ist. Die aufkommenden Suizidgedanken bringen das bestehende Gebilde durcheinander. Gekonnt verwebt der Roman die Fragen über das Ausmaß menschlicher Kontrolle über die Natur, sowie der Wunsch der Macht über das eigene Leben, mit der im Roman beendeten Corona-Pandemie. So wirft der Roman die Frage in den Raum, was diese Pandemie schlussendlich mit uns als Gesellschaft machen wird? Die drei Frauenfiguren sind auf ihre ganz eigene Art spannend, faszinieren mich als Leser. Der entstehende Mord ist in seiner ganzen Beiläufigkeit absurd und doch reiht er sich gekonnt erzählt in den aufkommenden Hype um diesen Pilzbefall ein. Kombiniert wird dies mit einem jungen Blogger, der den Rausch, den der Pilz vor dem Tod auslöst untersuchen möchte. Es gelingt dem Roman nicht nur das Bedrohliche, sondern auch das Erlösende aus dieser Naturentwicklung zu zeigen, ohne zu entscheiden, oder ins Absurde abzukippen.

Die Figurenentwürfe sind gelungen. Das Buch versinkt nicht im Dramatischen, sondern nutzt das Ereignis des Pilzbefalles für eine Geschichte, die sich gegen Einsamkeit wehrt und auch nach dem Reiz des Lebens sucht. Die Sprache ist pointiert, unterhaltsam und den Perspektivwechseln ist gut zu folgen. Nicht alle Figuren werden mit absoluter Ernsthaftigkeit dargestellt und so speist sich auch Leichtigkeit in den Roman ein. Die Lektüre ist anspruchsvoll, da sie durchaus philosophische Fragen thematisiert, aber genauso unterhaltsam, da sie uns die Figuren und deren Beziehungen mit Frische und Humor präsentiert. Von mir gibt es somit eine klare Leseempfehlung.

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Wertung: 🐧🐧🐧🐧

Gudrun Lerchbaum:

Das giftige Glück

ISBN: 978-3709981498

Preis: 19,90€

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