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„Freischwimmen“ von Caleb Azumah Nelson erschienen im Kampa Verlag, ist ein schmaler Roman, der eine Liebesgeschichte einer jungen Tänzerin mit einem jungen Fotografen erzählt. Die Liebe zueinander stellt sie immer wieder vor Herausforderungen, ebenso wie ihre Suche nach Identität und die Auseinandersetzung mit ihrer schwarzen Hautfarbe. Erzählt wird ihr Durchstreifen von London mit Ausflügen in die afroamerikanische Kultur in der zweiten Person. Es ist somit die stetige Ansprache, welche den Text prägt, das Lesen zwar etwas befremdet, aber dadurch auch eine Figurennähe schafft.

Beim Friseur war es seltsam still.

Nelson, Caleb Azumah: Freischwimmen, 2021, Kampa Verlag, S.9.

Dieser Roman ist in seiner Sprache eine Feier der poetischen Kraft und doch schwächt ihn aus meiner Sicht, dass er neben der Sprachdichte durch die Erzählung aus der zweiten Person ästhetisch zu viel wagt. Es ist wirklich anstrengend diesem Text über seine Länge zu folgen, wenn er doch auch so viele schöne sprachliche Momente bietet. Auch die erzählte Geschichte ist voller Emotionen und transportiert viel an die Leserschaft heran. Die männliche Hauptfigur leidet, da er sich in die Freundin eines Freundes verliebt hat. Sie freunden sich an, können sich alles erzählen und gleichzeitig müssen sie sich der zwischen ihnen aufkeimenden Liebe stellen. Es ist die Unsicherheit, beim Versuch etwas neues zu wagen, etwas bewährtes und funktionierendes zu zerstören, dass in diesem Buch keine kleine Rolle spielt. Immer wieder wechseln sich Nähe und Distanz zwischen den beiden Figuren ab und gleichzeitig ist dies auch Spiegel zur Rolle des jungen Mannes in der britischen Gesellschaft. Für ihn ist sein Schwarzsein auch immer wieder der Grund in alltäglichen Situationen ausgeschlossen zu sein. Die Verschränkung dieser Ebenen findet sich in der Gedankenwelt wieder und wird mit afroamerikanischen Kulturbezügen angereichert. Sprache ist in dieser komplexen Struktur ein Ausdrucksmittel, das sich an manchen Stellen in experimentelle Beschreibungen wagen muss, um das richtige Momentum zu schaffen. All dies zeigt auf, welches ästhetische Wagnis dieser Roman darstellt, es aber aus meiner Sicht nicht gewinnbringend zu Ende bringen kann.

Die Stärke des Buches ist gleichzeitig auch Teil seiner Schwäche. Die lyrische Sprache des Textes sorgt für einige besondere Lesemomente, ebenso liefert die Schilderung der Liebesgeschichte ein anderes ästhetisches Momentum. Allerdings möchte der Roman auf der Handlungsebene zu viel miteinander in Bezug setzen. Dies überfordert den Text aus meiner Sicht und erfordert ein konzentriertes Lesen. Der Roman ist für all diejenigen interessant, die nochmals andere ästhetische Bearbeitungen zum Thema Rassismus lesen möchten.

Werbung aus Liebe zum Buch

Wertung: 🐧🐧🐧

Caleb Azumah Nelson:

Freischwimmen

ISBN: 978-3311100768

Preis: 20,00€

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