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Grevet, Yves: Vront – Rezension

Wir sind keine gefährlichen Hunde, wir wollen nur spielen.

Grevet, Yves: Vront, S.251 Mixtvision 2020.

Mit diesem Spruch drückt eine jugendliche Gruppierung ihren Drang nach Freiheit in einem Überwachungsstaat aus. Yves Grevets Roman „Vront“ nimmt uns mit in einen Überwachungsstaat, der darauf aus ist seine Bevölkerung durch stetige Überwachung zu beschützen. Die Jugendlichen streben jedoch nach Freiheit und widersetzen sich dem System. Ich bin großer Fan von Yves Grevet und auch der neue Roman überzeugt als hochkomplexe Dystopie für jugendliche Leser*Innen. Der gesellschaftliche Entwurf und die damit verbundenen Einschränkungen sind natürlich ein spannendes Thema, gerade auch im Bezug zu der aktuellen Corona-Pandemie. Dies wird in eine spannende Story gepackt, die aus jugendlicher Perspektive erzählt wird. Zudem ist eine Stärke des Buches, dass es nicht zu klaren Botschaften kommt, sondern es werden auch die Vorteile der geschilderten Sicherheitssysteme dargestellt. Das Buch ist eine wunderbar spannende und komplexe Dystopie für Leseratten ab 14.

Um was geht es?

Es geht um das Brüderpaar Stan und Scott. Letzterer hat die Widerstandsgruppe Vront gegründet, mit der sie illegale Partys im Überwachungsstaat organisieren. Hierfür wird Scott verhaftet und muss im Gefängnis Bekanntschaft mit Kriminellen machen. Stan will verstehen, warum sein Bruder so gehandelt hat. Werden die beiden Brüder die lauernden Gefahren meistern können?

Mein Eindruck vom Buch

Dieser Jugendroman hat mich mit seiner komplexen Themen- und Handlungsstruktur positiv überrascht. Wir befinden uns in einem hochtechnisierten Überwachungsstaat, in dem die Firma LongLife den Gesundheitszustand seiner Bürgerschaft kontrolliert. Alle den Gesundheitszustand gefährdenden Handlungen werden untersagt oder sofort unterbunden, so können die Menschen länger leben. Als Leser*In tauchen wir direkt in den Roman ein, der zunächst aus der Perspektive des jüngeren Bruders Stan erzählt wird. Sein Bruder wird verhaftet und er möchte verstehen, wie sein Bruder zum Kopf einer Widerstandsgruppe werden konnte. Diese Gruppe strebt nach jugendlicher Freiheit, möchte sich ausprobieren und auch zusammen feiern. Damit wehren sie sich auch gegen voreingestellte Bewegungsradien. Stan kommt nur schwer hinter die Geheimnisse seines Bruders und viele Fragen bleiben zunächst offen. Diese werden im zweiten Teil des Romans teilweise beantwortet, da dieser Part von Scott erzählt wird und viele Geschehnisse aus seiner Zeit in Haft schildert.

Der Roman verliert jedoch nie an Spannung und die handelnden Charaktere bieten vielfältiges Identifikationspotenzial. Sie sind mutig, intelligent und handelnd klar und bestimmend auf der Suche nach ihrem eigenen Weg. Yves Grevet fordert die Leserschaft heraus. Er legt keine pauschale Kritik an überwachenden Gesellschaftssystemen vor, sondern zeigt auch die Vorteile großer Sicherheitsstandards. Es gibt weniger Kriminalität oder häusliche Gewalt und die Lebenserwartungen steigen. Dies alles erleben die jugendlichen Protagonisten und versuchen das Erlebte einzuordnen. Packend erzählt liest man gerne weiter und auch wenn am Ende leider ein paar Fragen offen bleiben, ist es eine tolle Unterhaltung für jugendliche Leser*Innen.

Werbung aus Liebe zum Buch

Yves Grevet:

Vront

Mixtvision

ISBN: 978-3-95854-149-8

Preis: 19,00€

VRONT – Was ist die Wahrheit? | Mixtvision — Weiter. Erzählen.

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