Serienkritik: VIGIL – Tod auf hoher See

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Nichts für Menschen mit Klaustrophobie! Dies kann man definitiv nach Betrachtung der Serie „Vigil – Tod auf hoher See“ sagen, denn diese Kriminalgeschichte spielt auf einem U-Boot. Begonnen wird mit einem Fischkutter, der in die Tiefe gezogen wird und schon kurze Zeit später gibt es einen Toten auf der HMS Vigil. Doch die Mannschaft darf ihre U-Boot Mission nicht unterbrechen und so muss die Polizei an Bord ermitteln. Detective Amy Silva (gespielt von Suranne Jones) ist bereit die Mission anzutreten. Unterstützt wird sie an Land von Kirsten Longrace (Rose Leslie), mit der sie  auch eine private Liebesgeschichte verbindet. Über codierte Nachrichten versuchen die Beiden ihre Ermittlungen einander mitzuteilen. An Bord wird Silva auf jeden Fall schnell klar, dass es hier verschiedene persönliche Verstrickungen gibt und doch niemand wirklich mit der Wahrheit herauskommen will. Die Vigil ist eines der U-Boote, welche als Atompatrouille die atomare Abschreckung für das Ausland darstellen. Umso gefährlicher ist die drohende Gefahr eines Angriffes einer ausländischen Macht, die neben den Protesten von Gegnern der atomaren Kriegsführung über dem ganzen Fall schwebt.

Wieder einmal hat sich ARTE eine wunderbare europäische Serie gesichert. In Großbritannien war die Serie ein großer Erfolg und auch mir hat sie gefallen. Das Schicksal eines Atom-U-Bootes bei dem nichts so sicher zu sein scheint, wie es für ein solches Risiko angemessen ist, macht die Serie noch dramatischer. An Bord zeigt sich, dass, auch wenn es zwischen Besatzungsmitgliedern zwischenmenschliche Probleme gibt, diese vergessen sind, sobald sie von einer Inspektorin von außen bedroht werden. Unklar bleibt auch ob der Kapitän (Paterson Joseph) die Ermittlungen fördert, oder doch selbst Teil der Verhinderung ist. Showrunner Tom Edge hat sich eine komplexe Story gesucht, die aber gekonnt durch den Handlungsort verdichtet wird. Die Figuren erhalten durch die Ermittlungen Tiefe und auch bei Amy ist eine traumatische Hintergrundgeschichte hinterleg. Suranne Jones spielt diese Ermittlerin, gefangen in der klaustrophobischen Tragik, mit einer Härte und Entschlossenheit, sodass sie sich in diesen Militärregularien gut durchsetzen kann. Auch die Crewmitglieder werden mit einem wunderbaren Mienenspiel in den kleinen Dialogszenen gespielt. In Kombination mit der agilen Kirsten Longrace an Land, der Rose Leslie die nötige Unbekümmertheit gibt, verfolgt man die spannende Story gebannt und merkt dabei, dass hier jedem Detail Aufmerksamkeit zu widmen ist.

Ich gebe zu, dass ich der Serie zunächst mit Skepsis begegnete, auch weil so viele verschiedene Fährten gelegt werden. Doch die Komplexität trägt sich gerade wegen des Gegensatzes zum beengten Handlungsort und auch wegen der vielschichtigen Charaktere, die sich an Bord zeigen. Auf mich wirken die Ermittlungsergebnisse nicht überdreht, stattdessen beginne ich über diese U-Boot Patrouillen zu recherchieren und bin wieder einmal überrascht, wie wenig man über die Strategien atomarer Abschreckungen weiß. Es ist hochspannend dieser Serie zu folgen und somit gibt es eine klare Empfehlung!

Wertung: 🐧🐧🐧🐧

Die Serie startet bei Arte am 13. Januar 2022 und ist 18.02.2022 in der ARTE Mediathek abrufbar

https://www.arte.tv/de/videos/RC-021929/vigil/

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