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Serienkritik: Schneller als die Angst

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Sonja „Sunny“ Becker (gespielt von Friederike Becht) ist frisch zurück im Polizeidienst und zeigt ihren Kollegen gleich zu Beginn, dass sie ganz die Alte geblieben ist. Doch dies ist nur der äußere Schein, denn innerlich verfolgt sie das Trauma einer Vergewaltigung. Sunny möchte kein Opfer sein. Sie will dem Erscheinungsbild einer toughen Polizistin entsprechen. Der neueste Fall fordert sie jedoch heraus. Der mehrfache Frauenmörder André Haffner (Felix Klare) ist aus der Haft entflohen. Sunny ist sich sicher, dass sie ihn stellen kann, doch je näher die Beiden sich kommen, desto intensiver werden die Psychospielchen. Haffner schafft es in die Köpfe seiner Gegner und Opfer einzudringen und auch Sunny muss vorsichtig sein. Zudem erkennt sie, dass sie sich ihrem eigenen Trauma stellen muss, wenn sie diesen Fall lösen will. Sie beginnt in ihrem eigenen Fall zu ermitteln und stößt auf einen unfassbaren Verdacht: Ist sie von einem ihrer Kollegen vergewaltigt worden?

In sechs Episoden über jeweils etwas mehr als eine Dreiviertelstunde nutzt diese neue ARD-Serie für einen hochspannenden Thriller. Es ist die große Bühne für Felix Klare und vor allem Friederike Becht. Sie findet den richtigen Ausdruck, um Sunny als harte Polizistin zu zeigen, deren Nervenkostüm immer wieder aufgrund der Erinnerungen an die eigene Vergewaltigung zerbricht. Das Mienenspiel gegenüber ihren Kollegen drückt Verwirrung und Verdächtigungen aus, ohne dass alles zu offensichtlich wird. Felix Klare spielt einen faszinierenden Serienmörder, dessen Grausamkeit selten so im deutschen Fernsehen gezeigt wird. Die Opfer sind auf den Rücken tätowiert, Sadismus erkennbar und doch fasziniert diese Figur aufgrund ihrer durchdachten Planungen. Klare gibt ihm ein sadistisches Lächeln und ein entspanntes und kontrolliertes Vorgehen. So habe ich ihn zumindest noch nicht als Schauspieler gesehen. Die erste Folge schien mir noch zu viele Klischees anzubieten, doch dieses Gefühl verfliegt ab der zweiten Episode und die Serien hat mich mit den beiden Handlungssträngen begeistert.

Regisseur Florian Baxmeyer findet den richtigen Mix zwischen hochspannendem Jagdspiel und dem Raum seine Figuren zu entwickeln. Die Serie schafft überraschende Momente und stellt die Ängste der Figuren aus, ohne das diese nur Mittel zum Zweck sind. Von mir gibt es für dieses tolle Psychospiel mit einem passenden Setting eine klare Empfehlung. Die Serie ist noch bis 01.07. in der ARD Mediathek abrufbar.

Wertung: 🐧🐧🐧🐧

https://www.ardmediathek.de/sendung/schneller-als-die-angst/staffel-1/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3NjaG5lbGxlciBhbHMgZGllIGFuZ3N0/1/

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