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Schmalz, Ferdinand: Mein Lieblingstier heißt Winter – Rezension

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„Mein Lieblingstier heißt Winter“ von Ferdinand Schmalz bei S. Fischer, ist eine Kriminalgeschichte, die Sprachverliebtheit ausstrahlt. Der Tiefkühlkostvertreter Franz Schlicht soll einem ungewöhnlichen Kundenwunsch nachkommen. Gewünscht ist, dass er den gefrorenen Körper eines Kunden transportiert. Doch als er diesen Wunsch erfüllen will, fehlt die gefrorene Leiche und er begibt sich auf die Suche. Dabei stößt er auf eine Tatortreinigerin, die Tochter des vermeintlichen Kunden und einen Ministerialrat, der heimlich Nazischmuck sammelt. Schon diese Zusammenstellung zeigt, dass diese Kriminalgeschichte skurril daherkommt und sich über jedwede Genregrenze hinwegsetzt. Schmalz wählt einem Stil, der einem Sprechtheater gleicht. Der Roman ist reich an Metaphern und sprachlicher Dichte und blickt so durch die Seitenfenster einer Gesellschaft.

Wie ausgestorben liegt er da, der Ort.

Schmalz, Ferdinand: Mein Lieblingstier heißt Winter, 2021, S. Fischer Verlag, S.7.

Durchaus mysteriös und verwirrend wirkt die Ausgangssituation dieses Romans. Ein Tiefkühlkostvertreter wird als Experte für die Möglichkeit des Transports einer gefrorenen Leiche angesehen. Dies setzt den Ton des Romans. Ich habe durchaus gerne solch skurrilen Texte und die im Roman vorgestellten Figuren sind wirklich eine schöne Auswahl. Doch die Stilistik des Romans kann mich nicht überzeugen. Die vorgestellten Figuren sind allesamt spannend, jedoch trägt die Sprache nicht über den gesamten Roman hinweg. Wir haben es mit einem kunstvollen Roman zu tun. Man spürt den versierten Dramatiker Ferdinand Schmalz in der sprachlichen Gestaltung. Aber ich sehe die Verbindung des sprachlichen Tons zu der erzählten Handlung nicht durchgehend. Mir gefällt die Tatortreinigerin und ihre Einstellung zu den Geschehnissen um sie herum. Die Figur des Ministerialbeamten ist spannend, da der Roman auch dessen strukturelle Verbindungen thematisiert, aber ich bekomme die Hauptfigur darin dann nicht unter. Für mich drückt sich der Versuch auf, dass ein buntes Leben durch skurrile Figuren dem Tod gegenüber gestellt werden soll. Jedoch gelingen aus meiner Sicht nicht alle Querverbindungen. Gefallen hat mir der mitschwingende Humor, der durchaus auch Bösartigkeiten zeigt und damit natürlich auch dem Thema Tod seine bleischwere Ernsthaftigkeit nimmt. Bestimmte sprachliche Finessen zeugen ebenso von der hohen Qualität, die durchaus in diesem Text schlummert.

Diese Lektüre hat bei mir sowohl positive Lesemomente beschert, als auch gewisse anstrengende Phasen gebracht. Die Geschichte ist mit einer spannender Ausgangssituation versehen, auch die darin vorkommenden Figuren wecken mein Interesse. Der Sprachduktus erinnert mich an einigen Stellen allerdings zu stark ans Sprechtheater. Als Hörbuch funktioniert dieser Text aus meiner Sicht sicherlich wunderbar. Beim Lesen trägt dieser Duktus aber nicht über den gesamten Text hinweg. Somit verschwimmen die sprachlichen Finessen an einigen Stellen und können so die Gesamtkomposition nicht in allen Szenen stützen. Eine Lektüre mit humorvollen Elementen, die jedoch konzentriertes Lesen erfordert.

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Wertung: 🐧🐧🐧

Ferdinand Schmalz:

Mein Lieblingstier heißt Winter

ISBN: 978-3103974003

Preis: 22,00€

https://www.fischerverlage.de/buch/ferdinand-schmalz-mein-lieblingstier-heisst-winter-9783103974003

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